In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Samstag, 28. Dezember 2013

von Pakse über die Grenze nach Bangkok

Der Localbus wird beladen....
Von Champasak aus ging es dann weiter nach Pakse unserer letzten Station in Laos.
Wir waren bereits aus den Reiseführern vorgewarnt, dass es sich zwar um die zweit grösste Stadt des Landes handelt, diese jedoch nicht wirklich was zu bieten hat. Trotzdem machten wir uns auf die Socken um uns zu orientieren und natürlich auch ein wenig rum zu schauen. Zudem brauchten wir Tickets für den Bus nach Thailand. Auf der Suche nach der Busstation kamen wir an einem grossen Markt vorbei, also trieben wir uns einige Zeit dort herum. Wir finden es extrem spannend, was es da immer so zu sehen

davon haben wir in dem letzten Wochen
auch einige gegessen
gibt. Wir fanden dann auch eine Busstation, welche jedoch die falsche war. Jene die wir suchten sei 8 km ausserhalb der Stadt. Also musste ein Transportmittel her. Wir wurden schnell fündig. Ich erklärte dem Fahrer wir wollten zur Busstation und auch wieder zurück. Mindestens dreimal sagte ich ihm "go and back" und jedes Mal nickte er. Wir vereinbarten den Preis und los ging es. Es war also schon sehr eng in dem Gefährt und der Typ holte alles aus dem klapprigen Ding raus, was offenbar ging. Wir hüpften mal wieder mehr als wir fuhren und mussten uns irgendwie festhalten, dass wir nicht raus geworfen wurden. Zudem waren die Strassen mega staubig so dass
Transportmittel zur Busstation -
da passten wir tatsächlich beide rein....
wir einmal mehr aussahen wie die Schweine... Unsere Kleider haben mittlerweile alle Farben nur nicht die, in welchen wir sie original gekauft haben. Das Ticket hatten wir in fünf Minuten gekauft und am Schluss wollte uns der doofe Typ auch noch über den Tisch ziehen. Der abgemachte Preis sei nur für einen Weg. Potzblitz, da hatte er sich nun aber definitiv mit den beiden falschen angelegt. Wir erklärten im ziemlich bestimmt was wir von seinen Geschäftspraktiken hielten, Trinkgeld gab es keines und ein anderes Touristenpaar, welches gerade einsteigen wollte, schaute ihn böse an und lief ihm auch davon. Schade ist der Beschiss offensichtlich nun auch in Laos angekommen....
Wir suchten uns dann ein gemütliches Restaurant
zu Fuss über die Grenze nach Thailand
zum Essen. Leider war es immer noch bitter kalt, so dass wir uns relativ schnell in unser Hotelbett verzogen. Aufgrund des Wetters waren wir nun doch froh, Laos verlassen zu können, obwohl es uns auf den Inseln im Mekong mega gut gefallen hat.
typisch laotische Toilette,
ohne Mückenspray geht man da nicht hinein
Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg zur Busstation. Der Bus war wiederum eine rechte Rostlaube und ich hoffte, dass wir unterwegs keine Panne haben würden, da wir unseren Flug nicht verpassen durften. Die Fahrt sollte drei Stunden dauern und wir kamen pünktlich am Grenzübergang an. So reibungslos und schnell sind wir in Thailand noch nie über Land eingereist. Das ganze dauerte max 15 Minuten und die Fahrt ging weiter. Um uns herum sassen Deutsche welche in den letzten Tagen mit dem Roller in den Bergen unterwegs gewesen waren und Homestay gemacht hatten. Sie hätten sowas von gefroren erzählten sie uns, was wir ja absolut nach voll ziehen konnten. Da waren wir in unserem Boutique Hotel wohl gar nicht so über dran gewesen ;-))
 thailändischer Grenzübergang -
zurück in der Zivilisation
Wir waren gerade mit dem üblichen Travellertalk beschäftigt, als uns plötzlich eine Thai hinter uns zurief "the driver is sleeping". Erst traute ich meinen Ohren nicht. Der Deutsche sah direkt in den Rückspiegel des Fahrers und stellte fest, dass dem Fahrer tatsächlich die Augen zufielen. Da gabs dann aber Leben im Bus. Wir forderten ihn auf sofort anzuhalten und den Beifahrer ans Steuer zu lassen. Beide sahen uns verständnislos an, der Fahrer öffnete jedoch das Fenster und zündete sich eine Zigarette an.... Von da an war fertig mit netten Gesprächen. Wir waren die letzte Stunde der Fahrt, damit beschäftigt den Fahrer wach zu halten. Die meisten Busunfälle passieren nämlich, weil die Fahrer komplett übermüdet sind und am Steuer einschlafen. Das war ein ganz schön besch.... Gefühl und wir waren alle froh als wir unversehrt in Ubon Ratchathani am Flughafen ankamen. Das war definitiv die schlimmste Busfahrt unseres Lebens....


Freitag, 27. Dezember 2013

Champasak... und es kommt doch meistens anders

Mr. Pan's Fisch 
Für die drei Tage in Champasak stand vor allem Relaxen auf dem Programm. Für den ersten achmittag hatte ich bereits von zu Hause aus ein Spa Package gebucht. Leider fuhr der erste Minibus erst am Mittag in diese Richtung, also mussten wir einen Privat Transfer buchen. Mr. Pan der Besitzer unseres Guesthouses, organisierte dies auch flott. Nachdem wir den Transport schon bezahlt hatten kam uns in den Sinn, dass wir ja eigentlich die Gelegenheit nützen könnten und noch kurz die 15 km zurück Richtung Grenze zu fahren um uns dort den letzten der drei grossen Wasserfälle anzuschauen. Also kontaktierten wir nochmals Mr Pan. Wir waren ganz erstaunt als dieser nur nickte und uns einen neuen Voucher ausstellte, ohne über einen Mehrpreis zu diskutieren. Als ich mich von ihm verabschieden wollte, da wir ja in der Früh am nächsten Tag losfahren wollten, meinte er nur wir werden uns ganz sicher noch sehen. So war es dann auch; als wir unsere Rucksäcke schulterten um ans Ufer zu unserem Boot zu gehen, folgte uns Mr. Pan zusammen mit einer Kiste in der sich ein grosser Fisch befand. Erst dachten wir dies sei für den Bootsführer. Es stellte sich dann aber heraus, dass Mr. Pan die Gunst der Stunde nutzte und uns in unserem Minibus begleitete, um seine beiden Töchter, die in Pakse
Ban Muang...und wieder gehts über den Mekong
studieren, zu besuchen. Nun wurde uns auch klar warum wir bei dem Preis nicht gross handeln mussten. Mir Pan und seine Fisch begleiteten uns also über den Mekong zurück aufs Festland. Dort wurde noch ein zweiter Fisch dazu gekauft. Wir stiegen in den Minibus, die Kiste wurde aufs Dach gebunden und los gings. Nach ca einem Kilometer stopptem wir bereits wieder. Mr. Pan kaufte Eis um den Fisch frisch zu halten. Klar die Fahrt dauerte ja schliesslich auch 3 Stunden....
Weiterfahrt im Songtheo
Wir fuhren Richtung Norden bis nach Ban Muang. Von dort ging die Fahrt mit dem Boot weiter über den Mekong Richtung Champasak. Man sagte uns am anderen Ende würden Tuk Tuks warten um uns bis zu unserem Hotel zu fahren. Denkste... als wir am anderen Ufer ankamen war weit und breit kein Tuk Tuk zu sehen. Der Anruf in unserem Hotel brachte auch nichts. Das Tuk Tuk sei mit Gästen unterwegs, wir müssten uns mindestens eine Stunde gedulden.... Genau in dem Moment hielt ein Songtheo vor unserer Nase an. Wir zögerten nicht lange und versuchten uns mit Händen und Füssen zu verständigen. Jedenfalls durften wir einsteigen und wurden auch zum richtigen Hotel gefahren. Es war eine lustige Fahrt, da das Gefährt bereits mehr als voll war und wir mal wieder die einzigen Ausländer darin, musterten wir uns gegenseitig äusserst neugierig....
mit viel Geduld werden die Schuhe getrocknet...
Wir deponierten unser Gepäck im Zimmer, gönnten uns ein ausgiebiges Mittagessen und machten uns danach auf die Socken um das viel gerühmte Spa zu suchen.
Die vielen begeisterten Berichte hatten tatsächlich nicht übertrieben. Das Spa ist stilvoll eingerichtet und liegt direkt am Ufer des Mekongs. Die Betreiberin ist eine Französin, welche jungen Frauen aus der Gegend eine Ausbildung zur Masseurin ermöglicht. Zudem stellt sie sämtliche Produkte selbst her. Ich hatte das volle Programm gebucht, Bodyscrub, Gesichtsbehandlung und am Schluss eine Massage. Zwischen den
die haben wenigstens die richtigen "Schuhe" dabei
Behandlungen gab es immer wieder Pausen im Garten mit Sicht über den Mekong. Nach sechs Stunden fühlten wir uns porentief rein und wie neu geboren.
Während unseren Aufenthalten im Garten verdunkelte sich der Himmel zusehends. Wir machten noch blöde Sprüche über kommenden Regen, was eigentlich zu dieser Zeit völlig unmöglich ist.
Dieses Mal hatten wir dann aber so richtig Pech... Als wir am Morgen erwachtem, goss es wie aus Kübeln. Erst machtem wir uns noch keine grossen Gedanken, da das ja sicher schnell vorüber gehen wird. Im Gegenteil, wir waren sogar ein wenig erleichtert, da uns der Hotelmanager am Abend zuvor einen Ausflug zum Tempel, der sich in der Nähe befindet
aufgeschwatzt hat und wir eigentlich nicht wirklich motiviert waren dies anzuschauen, es jedoch schon fast zur
unter der Blache sind unsere Stühle
Pflicht gehört wenn man sich in dieser Gegend aufhält. Also konnten wir den Ausflug aufgrund des Wetters stornieren und in aller Ruhe frühstücken. Wir waren nach wie vor zuversichtlich, dass der Regen bald wieder aufhören würde, da wir schliesslich die beiden nächste Tage auf der Insel Don Deng mitten im Mekong verbringen wollten. Dort hatten wir in einem sündhaft teuren aber schönen Resort ein Zimmer gebucht um nochmals so richtig die Seele baumeln zu lassen, bevor es dann Richtung Bangkok geht. Leider wurde daraus dann nichts. Es regnete die beiden nächsten Tage fast ununterbrochen. Schon die Fahrt über den Mekong zur Insel wurde zu einem Erlebnis. Das Boot war nicht gedeckt. Uns wurden stilvoll zwei Korbstühle hingestellt und jeder von uns erhielt zwei Regenschirme.
das wäre der Plan gewesen...
Zum Glück verfügen wir über den nötigen Galgenhumor. Wir lachten uns halb krumm... Das Resort war dann auch ein Traum. Das schönste auf unserer ganzen Reise mit einem Pool mit Blick über den Mekong. Das Personal gab alles, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Sie versicherten uns ein paar Mal, dass dieses Wetter eine absolute Ausnahme wäre und es sich dabei um eine Kaltfront aus China handeln würde. Das merkten wir dann auch. Ich trug während den beiden Tage meine Skiunterwäsche, welche ich für den Heimweg im Gepäck hatte nonstop und der Haarfön wurde zwangsläufig zum Trockner umfunktioniert. Als es für einen kurzen Moment aufhörte zu regnen, nutzten wir die Gelegenheit um mit den Fahrrädern eine Fahrt über die Insel zu machen. So oft, haben wir noch nie Sabai dee gerufen. Die Inselbewohner hatte sichtlich ihre Freude an den beiden dick verhüllten Farrangs. Die restliche Zeit haben wir vor allem mit Lesen und Schlafen verbracht und man glaubt es nicht am Tag unserer Abreise schien wieder die Sonne als wäre nichts gewesen.... SUPER ;-((((

Dienstag, 17. Dezember 2013

Si Phan Done

Blick von unserer Terrasse
Vorne weg, die lange Busfahrt hat sich mehr als gelohnt… Unser Guesthouse grenzt direkt an den Mekong und ist von vielen Palmen umgeben, was uns das Gefühl gibt irgendwo auf einer Karibikinsel zu sein. Auf unserer Terrasse stehen zwei gemütliche Hängerstühle, von wo aus wir jeden Abend den wunderschönen Sonnenuntergang geniessen können.
Am ersten Tag machten wir uns gleich auf den Weg um ein Motorrad zu mieten mit dem wir die beiden Inseln erkunden konnten. Unterwegs stellten wir dann fest, dass wir fast die einzigen Westler waren, die nicht mit dem Velo unterwegs sind. Wir hatten uns das zwar schon mal kurz überlegt, es uns jedoch aufgrund der langen Fahrt im Dunkeln nach unserer Ankunft am Abend zuvor, schnell wieder aus dem Kopf geschlagen. Zudem sind die Velos ziemlich alt und klein und haben natürlich auch kein Licht. Wir wollten jedoch flexibel bleiben und auch nach Sonnenuntergang noch die Möglichkeit haben nach
Papeng Wasserfall
Don Det zu fahren.
Diese Insel erkundeten wir dann natürlich zuerst, da es uns aufgrund der vielen Storys die man so zu hören bekommt,  wunder nahm wo die ganzen Partys abgehen. Dort wohnen nämlich die ausgeflippten Backpacker. Es gibt Menüs mit „Happy“ Zusätzen und Tuben kann man selbstverständlich auch. Neuerdings werden hier nach dem Vorbild aus Thailand, sogar Fullmoon Partys gefeiert. Die Einheimischen betrachten die wachsende Partyszene offenbar mit gemischten Gefühlen. Es wird befürchtet, dass nach dem Tubing Verbot im Norden von Laos, aufgrund der vielen Todesfälle in Vang Vieng, sich das ganze Theater in den Süden nach Don Det verlagern könnte.
Die zahlreichen Billigunterkünfte und sowie die vielen bunten Bars würden den Bedürfnisse dieses Publikums
Crazy Gheko gehört zwei Schweizern
jedenfalls sehr entgegen kommen. Während unseres Aufenthalts waren die meisten Guesthouses jedoch nicht gross besetzt, so dass wir uns nur schwer vorstellen konnten, dass es hier auch anders zu und her gehen
kann. Wir besuchten die Bar von zwei Schweizer Auswandern, welche diese gemütlich eingerichtet haben und verbrachten den ganzen Nachmittag dort mit rumhängen. Genau deswegen kommt man ja eigentlich auch nach Laos. Um die Batterien zu laden, die beeindruckende Schönheit der Natur zu geniessen und sich von der laotischen Gemächlichkeit anstecken zu lassen …. Uns hatte es schon am ersten Tag voll erwischt. Zudem steckte uns die lange Busfahrt halt doch noch in den Knochen.
Am zweiten Tag machten wir uns dann auf den Weg um „unsere“ Insel Don Khone genauer anzuschauen. Hier befinden sich eigentlich sämtliche „Sehenswürdigkeiten“. Dabei handelt es sich um die alte Eisenbahnstrecke der Franzosen, von der nur noch zwei alte Fracks der Lokomotiven sowie das Schottertrasse übrig sind, auf welchem die Schienen gelegt waren, sowie die beiden Wasserfälle Somphamit und Namtok. Das Schottertrasse wird als Zugang zu den Wasserfällen genutzt, so dass es mittlerweile ein besserer Feldweg ist, der relativ gut befahren werden kann. Auf beiden Inseln gibt es keine richtigen Strassen und eigentlich auch sehr wenig Verkehr. Die Wasserfälle sind dann für asiatische Verhältnisse wirklich schön und wir waren ziemlich überrascht über die enormen Wassermengen die da immer noch durchfliessen, obwohl wir uns bereits mitten in der Trockenzeit befinden. Landschaftlich gleichen sich die beiden Inseln eigentlich ziemlich, unsere ist ein klein wenig grösser und noch weniger besiedelt. Zudem gibt es noch viel weniger Unterkünfte und man lebt noch Tür an Tür mit den Einheimischen.
Chöge fährt Velo, mal was ganz Neues


Am dritten Tag mietet sich Chöge dann doch noch ein Velo. Ich hatte mir am Wasserfall den kleinen Zeh aufgeschlagen und konnte kaum laufen. Daher entschied ich mich für die gemütlichere Variante und setzte mich in ein Kaffee um endlich mal ein paar Blogs zu schreiben, mit denen ich schon wieder mächtig im Rückstand war. Zudem widmete ich mich dem kulinarischen Angebot.  Hier gibt es zahlreiche frische Fruchtshakes und echte laotische Küche. Von dieser war ich schon vor drei Jahren als wir durch den Norden gereist sind, extrem begeistert. Typische Lao Spezialitäten sind Salate welche aus Fleisch, Fisch oder Papaya gemacht werden, mit viel Kräutern abgeschmeckt und ziemlich scharf gewürzt sind. Einfach der Hammer sag ich euch und erst noch gut für die Linie ;-))))

Sonnenuntergang über dem Mekong
Morgen geht es bereits weiter nach Champasak. Dort haben wir eine ausgiebige Spa Behandlung sowie zwei Nächte in einem luxuriösen Butique Resort auf einer kleinen Insel mitten im Mekong gebucht. Ich freue mich schon seit Beginn der Reise auf diese drei Tage...

eine Busfahrt mit Hindernissen...


der erste Eindruck war nicht so schlecht...
Unser nächstes Ziel Si Phan Don ist direkt nach der kambodschanisch-laotischen Grenze im Süden von Laos gelegen. Dort platzte 1866 der Traum der Franzosen wertvolle Güter zwischen dem südchinesischen Meer und dem Reich der Mitte zu Hin und Her zu transportieren. Grund dafür waren die beiden Wasserfälle Somphamit und Phapeng. Diese beiden Fälle bilden die Südgrenze eines einzigartigen Feuchtgebietes, das von den Laoten Si Phan Don oder in Deutsch „die viertausend Inseln“ genannt wird. Auf einer Länge von 50 km sowie einer Breite von bis zu 14 km gliedert sich der Mekong in etliche Kanäle und gibt hunderte kleine Inseln frei.
Gemäss Auskunft des Ticketsverkäufers sollte der Bus um 12:30 in Kratie abfahren und die Fahrt 6 Stunden dauern. Sicherheitshalber gingen wir noch ausgiebig Mittagessen, da man nie weiss, was einem auf so einem
Trip alles erwartet. Der Bus kam dann auch mit einer guten Stunde Verspätung in Kratie an. Die Sitze waren nur zur Hälfte belegt und Chöge und ich ergatterten uns einen Doppelsitz hinten im Bus. Wir waren ganz erstaunt über die grosszügige Beinfreiheit die unsere Plätze boten. Scheinbar handelt es sich dabei um die besten beiden Plätze im Bus. Da konnte etwas nicht stimmen, da die anderen Reisenden bereits mehr als sieben Stunden unterwegs waren. Wir kamen jedoch nicht dazu uns weiter Gedanken darüber zu machen, da bereits nach 10 Minuten Fahrt eine Pause von 30 Minuten angekündigt wurde. Mein erstaunter Kommentar wurde von den rundherum sitzenden Traveller nicht gerade erfreut zur Kenntnis genommen. Scheinbar war dies nach einer grösseren Panne irgendwo im Nirgendwo ohne Verpflegungsmöglichkeit der erste Halt seit
Raststätte
der Abfahrt morgens um 6:00 Uhr. Entsprechend hungrig und genervt waren alle und ich gab natürlich sofort mein Mitgefühl zum Ausdruck.
Während die anderen sich die Bäuche vollstopften, schauten Chöge und ich uns auf der Raststätte um. Da gibt es immer etwas zu sehen….
Pünktlich nach einer halben Stunde ging die Fahrt weiter und die Stimmung im Bus hatte sich auch schlagartig verbessert. Um uns herum sassen ein Deutscher, ein Südtiroler, eine Holländerin und zwei Französinnen, welche uns dann auch detailliert über die vergangenen Stunden informierten. Scheinbar handelte es sich bei dem Bus sogar für kambodschanische Verhältnisse um eine echte Rostlaube. Noch mitten in der Diskussion rief Chöge mir plötzlich zu, ich solle sofort meine Handtasche nehmen. Als ich nach unten sah, stieg mir auch schon Rauch entgegen und ich war echt irritiert als ich, durch ein Loch neben mir direkt auf die Strasse sehen konnte. Einen Augenblick später und ich wäre
Toilette
meine Handtasche losgewesen. Der Rauch entpuppte sich dann auch als Strassenstaub, der durch eine grosse Öffnung in den Bus kam. Chöge und ich flohen von unseren Plätzen und holten den zweiten Chauffeur um ihn auf den Defekt aufmerksam zu machen. Seine Reaktion war erstmals ein „I know…“ als er die grosse Öffnung sah. Wir sahen uns alle entsetzt an und der in der Reihe vor uns sitzende Deutsche wurde aufgefordert ebenfalls seinen Platz zu räumen. Sein Sitz wurde nach vorne gekippt und ein sich im Boden befindender Deckel wurde geöffnet. Jetzt kamen eine Treppe und eine Türe die sich geöffnet hatte zum Vorschein. Offenbar handelte es sich dabei um den Notausstieg. Die defekte Türe wurde mit einem Strick festgemacht und damit war die Sache auch schon geregelt. Wir konnten alle wieder auf unsere Plätze zurück. Während der ganzen Aktion hat der Bus nicht einmal sein Tempo vermindert. Schliesslich galt es mittlerweile bereits fast 2 Stunden Verspätung aufzuholen. Je näher wir der Grenze kamen desto schlechter wurde die Strasse. Der Bus knallte vom einem zum anderen Schlagloch und es dauerte nicht lange und unter meinem Sitz kam wieder Staub hoch. Chöge ging erneut zum Chauffeur, welcher dieses Mal dann sogar anhielt. Es gab einen kurzen Knall an die Türe unter meinem Sitz und der Bus fuhr weiter. Dafür wurden die Lüftungsklappen an der Decke des Busses
Chöge beaufsichtigt die Instandhaltungsarbeiten...
geöffnet, damit der Staub sich besser verteilen konnte. Ohne Kommentar wurden Halstücher ausgepackt um damit die Atemorgane wenigstens ein wenig zu schützen. Wir sahen aus wie ein Überfallkommando… Gerade als es sich jeder auf seinem Sitz gemütlich gemacht hatte, um sich einem Nickerchen hinzugebengab es einen Ruck und der Bus stand still… Die Türe öffneten sich und es wurde Werkzeug ausgeladen. Langsam stiegen auch die Passagiere aus um zu sehen was nun schon wieder los ist…. Wie konnte es anders sein, wir hatten eine Reifenpanne. Die im Bus mitreisenden Mönche suchten sich ein Schattiges Plätzchen und steckten sich einer nach dem anderen eine Zigarette an. Wir Reisenden schauten uns ein weiteres Mal erstaunt an. Rauchende Mönche wo
Reifenpanne
gibt’s den das?!! Die Holländerin war überzeugt, dass diese unmöglich echt sein können und das Mönchsgewand nur tragen würden um gratis durch die Gegend reisen zu können. Lebensziel der Mönche ist meines Wissens Geist und Körper von sämtlichen äusseren Einflüssen frei zu halten. Keine Frauen, kein Alkohol und ganz sicher auch keine Zigaretten… Aber wer weiss möglicherweise werden diese Grundsätze in Kambodscha ja liberaler gehandhabt.
Wir verbrachten die doch längere Wartezeit mit den üblichen Travellertalks; wo warst du schon, wo hin gehst du noch, gute und schlechte Erfahrungen etc. Dies ist dann doch sehr spannend und entsprechend kurzweilig. Irgendwann war dann auch das Rad gewechselt und weiter ging es mit einer Verspätung von mittlerweile drei Stunden.
Rauchende Mönche - wo gibts denn sowas ??!!

Der Grenzübergang ist gemäss Lonley Planet jedoch nur bis 18:00 Uhr geöffnet und es war mittlerweile um einiges später. Einige Reisenden begannen sich deswegen Sorgen zu machen. Irgendwann kam dann auch ein Guide daher, der uns informierte dass wir die Grenze in voraussichtlich 30 Minuten erreichen würden. Die Grenzformalitäten würden durch das Busunternehmen erledigt. Wir müssten ihm unsere Pässe, die Visagebühr sowie je 2 USD Stempelgebühr für den kambodschanischen sowie auch für den laotischen Grenzbeamten plus 1 USD für die Einreise nach den offiziell gültigen Grenzöffnungszeiten bezahlen. Anstatt uns in die Schlange zu stellen konnten wir im Bus sitzen bleiben, stressfrei zur Toilette gehen oder eine Zigarette rauchen. Uns war das ja noch so recht, leider sassen auch in diesem Bus wieder ein paar Deutsche, die es besser wussten. Gespart haben sie schlussendlich auf den ganzen Betrag 2 USD und dem Bus dafür eine weitere Verspätung von 30 Minuten eingehandelt. Die Schweizer sind übrigens nach wie vor von den Visagebühren befreit solange sie sich nicht länger als 14 Tage in Laos aufhalten. Die zusätzlichen 5 USD mussten wir jedoch auch bezahlen.
Schlussendlich war es 20:30 als der Bus am Abzweiger von der Hauptstrasse zum Fähranleger stoppte. Alle Reisenden mit dem Ziel 4000 Island wurden aufgefordert auszusteigen. Man versicherte uns, ein Minibus für den Weitertransport sei organisiert. Nachdem alle Rucksäcke ausgeladen waren fuhr der Bus weiter Richtung Pakse und wir standen im Dunkeln auf einer Hauptstrasse mitten im Nirgendwo. Wir waren gerade am Beraten wie es nun weiter gehen soll, als ein Songtheo aus der Dunkelheit auftauchte. Dies ist ein Fahrzeug mit einer Ladefläche auf der zwei Bänke festgeschraubt sind und von einer Schutzplane, welche an
Wohlverdientes Bier Lao
Gestänge festgemacht ist, überdeckt wird. Diese werde hauptsächlich im öffentlichen Nahverkehr  eingesetzt. Das Gepäck wird auf dem Dach befördert und auf der Ladefläche haben gut 30 Personen Platz wenn es sein muss. Da die meisten Reisenden aus dem Bus,auf die Insel wollten wurde es ganz schön voll. Chöge und zwei andere Jungs mussten sich hinten auf das Trittbrett stellen und sich so gut wie möglich an den Stangen festhalten. Die Fahrt dauerte dann weitere 15 Minute bis zum Pier. Dort wurde uns mitgeteilt, dass die offizielle Fähre nicht mehr fahre, es jedoch einen Bootstransfer für den doppelten Preis (quasi mit Nachtzuschlag) gäbe. Was blieb uns auch anderes übrig als diesen zu bezahlen. Langsam aber sicher waren alle total k.o. und hatten nur noch ein Ziel nämlich sich so schnell wie möglich eine grosse Flasche Bier Lao zu gönnen. Die Bootsfahrt dauerte ebenfalls nochmals eine gute viertel Stunde. Als wir endlich im nördlichen Teil der Insel Don Det abgeladen wurden, war es fast 22:00. Die meisten wollten eigentlich wie wir auf die weiter südlich gelegene Insel Don Khone. Diese ist durch eine Brücke mit Don Det verbunden. Weit und breit waren jedoch weder ein Motorradfahrer noch ein Tuk Tuk zu sehen. Bis auf uns hatte auch niemand eine Reservation. Also verabschiedeten wir uns. Die anderen machten sich zwangsläufig in Don Det auf die Suche nach einer Unterkunft, da der Fussmarsch gemäss Auskunft eines Locals mehr als 40 Minuten dauern würde. Chöge und ich setzten uns in eine Bar und riefen unser Guesthouse an. Mr Pan versicherte uns er werde uns umgehend einen Transport schicken. Es würde jedoch eine gute halbe Stunde dauern. Kein Problem, Hauptsache wir hatten endlich unser lang ersehntes Bier Lao vor uns stehen.

Die Fahrt dauerte dann tatsächlich gute 20 Minuten über unbeleuchtete holprige Feldwege und wir waren dankbar als wir uns endlich unter die wohlverdiente Dusche stellen konnten. Todmüde und gespannt darauf, ob sich diese ganzen Strapazen gelohnt haben und die Insel wirklich so paradisisch ist wie überall beschrieben wird, sanken wir in den Schlaf….

Freitag, 13. Dezember 2013

Kratie

Er kanns einfach nicht lassen...
Der Trip war dann so la, la. Die Fahrt dauerte elend lange und aufgrund der extrem schlechten Strassen wären wir vermutlich im Bus besser dran gewesen. Zudem war die Bambusbrücke die in Kampong Cham über den Mekong führt und ein cooles Fotomotiv darstellt, kaputt und erst wieder im Aufbau. Einzig der Spinnenmarkt in Skuon war ein echtes Erlebnis. Dort bietet die einheimische Cham Bevölkerung diese Delikatessen in rauen Mengen an. Die Spinnen werden in den herumliegenden Wäldern im Boden aus den Löchern gefangen, gewürzt und dann gegrillt. Chöge konnte es natürlich nicht lassen und musste unbedingt so ein Ungeziefer probieren. Mich schüttelte es nur vor Widerwillen und ich riet im dringendst beim Mittagessen einen starken Schnaps zu bestellen, schliesslich befinden wir uns in einem Land in dem die medizinische Grundversorgung generell
auf dem Markt in Kratie
extrem schlecht ist und sind zudem im Moment weitentfernt von den gängigen Tourirennstrecken unterwegs. Chöges Verdauung hat die aussergewöhnliche Kost jedoch problemlos verarbeitet… zum Glück! Kratie ist ein buntes Städtchen und liegt ca in der Mitte zwischen Phnom Penh und Pakxe in Laos und wird daher von vielen Traveller als Zwischenstation benützt. Die meisten kommen spät am Abend an und reisen gleich am nächsten Morgen weiter. Wir blieben jedoch für zwei Nächte und machten am folgenden Tag einen Ausflug auf die gegenüberliegende Insel Koh Trong. Auf der Insel angekommen mieteten wir Fahrräder und fuhren damit einmal rund um die Insel. Unterwegs sahen wir einfache Dörfer, Einheimische die uns alle erfreut zuwinkten und viele Viecher die
Schwimmendes Fischerdorf vor Koh Trong
hier im Paradies leben und den ganzen Tag frei herumlaufen können. Den Nachmittag verbrachten wir am Pool des einzigen Resorts auf der Insel. Kratie hat uns aufgrund der schrillen Traveller Community uns den vielen kleinen Restaurant sehr gut gefallen. Am Abend hängt man dort rum und bekommt erst noch einen schönen Sonnenuntergang geboten. Zudem gäbe es noch die berühmten Irrawady Delfine zu sehen, da es davon jedoch nur noch knapp hundert Stück gibt die hier im Mekong leben haben wir diesen Ausflug bleiben lassen. Wir sind überzeugt, dass sich diese aufgrund des Krachs der vielen Touristenboote eh nicht sehen lassen. Für den nächsten Tag haben wir uns ein Busticket gekauft, das uns in fünf Stunden zu den 4000 Inseln im Süden von Laos bringen soll. Wir sind gespannt was uns da erwartet, da wir bereits wieder Horrorstories über diese Fahrt gehört haben.

Phnom Penh

Da wir letztes Jahr fast eine Woche in Phnom Penh gewesen sind und sämtliche Touri Hotspots damals abgeklappert haben, liessen wir es dieses Mal extrem ruhig angehen. Erstmals wollten wir uns eine SIM Karte fürs IPad besorgen, was anfangs auch problemlos zu klappen schien. Die Dame am Marktstand nickte wissend, als wir unseren Wunsch äusserten und kramte die gewünschte Karte unter dem Tresen hervor. Guthaben war auch schnell draufgeladen und zum Schluss wurde die Karte noch mit einem Cutter auf die richtige Grösse geschnitten und dann ins IPad geschoben. Da tat sich dann jedoch gar nichts und alle schauten einander mit ratlosen Gesichtern an. Die Dame marschierte auf die Strasse, schrie etwas in der Gegend rum und schon stand ein junger Mann mit seinem IPhone neben uns. Aha, offensichtlich sind auch
Blick von der Uferpromenade auf den Mekong
die Kambodschaner bereits stolze Besitzer von Smartphones. Ich fragte ihn natürlich sofort was er berufliche mache. Er sei Tuk Tuk Fahrer… Chöge und mich schüttelte es vor Lachen, mit anderen Worten sein IPhone haben die Touristen bezahlt. Wir hegen schon lange den Verdacht, dass diese Berufsgattung mehr verdient als jeder Universitätsabgänger und haben somit auch den Beweis für unsere Vermutung geliefert bekommen. Er gab sich grosse Mühe, war dann jedoch mit dem IPad doch überfordert und lud mich kurzerhand hinten auf sein Motorbike um zum Telecomanbieter zu fahren. Dort ging es zu und her wie bei uns im Swisscomshop. Rein in den Shop, Ticket beziehen, warten bis die Nummer aufgerufen wird, kurze kostenfreie Beratung und das IPad lief fehlerfrei. Unglaublich und das in einem Drittweltland…. Auf der Fahrt wollte der Fahrer natürlich wissen wie unsere weiteren Pläne aussehen. Ich erzählte ihm, dass wir letztes Jahr bereits mehrere Wochen in Kambodscha unterwegs gewesen sind und eigentlich rund um Phnom Penh alles gesehen haben, das uns interessiert. Wie es den mit unserer weiteren Reise aussehe und ob wir da einen Transport bräuchten, wollte er wissen. Mit dieser Frage traf er dann voll ins Schwarze. Eigentlich waren wir ja auf der Suche nach einem Privattransfer, da wir uns auf dem Weg nach Kratie ein paar Sachen anschauen wollten damit die lange Fahrt von über 8 Stunden etwas interessanter wird. Der vom Guesthouse angebotenen Preis war uns jedoch viel zu teuer und wir hatten uns eigentlich bereits auf eine langweilige Busfahrt eingestellt. Chhom versicherte und jedoch den Transport zu dem uns vorgestellten Preis organisieren zu können. Wir waren erst ein wenig skeptisch, entschieden uns dann aber dafür, da wir letztes Jahr eigentlich nie schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Chhom machte sich auf um das Vereinbarte zu organisieren und wir uns auf den Weg um in unserem Lieblingskaffe zu frühstücken. Den Tag verbrachten wir am schönsten Pool der Stadt mit Sicht auf den Mekong und den Königspalast. Am Abend gingen wir zu den Strassenkindern essen, gönnten uns eine
von uns Westlern passen da max vier Personen rein,
die Einheimischen benützen das Tuk Tuk
schon fast als Kleinbus
ausgiebige Spa-Behandlung und gingen früh schlafen um für den anstehenden Trip fit zu sein. Am nächsten Morgen stand Chhom mit dem Taxi pünktlich vor dem Guesthouse bereit. Die Karre hatte ihre besten Tage bereits hinter sich, aber für den vereinbarten Preis war das absolut ok. Der Fahrer war ein älterer Herr, der eigentlich einen seriösen Eindruck machte. Während der Fahrt stellte sich dann heraus, dass er in Kratie wohnt. Keine Ahnung wie Chhom es geschafft hat diesen Transport aufzutreiben. Es war jedoch für alle Parteien ein interessanter Deal. Der Herr hat seine Benzinkosten gedeckt, Chhom mit Bestimmtheit ein gutes Vermittlerhonorar kassiert und wir einen günstige Transportmöglichkeit erhalten. Nun war uns auch klar wie genau Chhom sein Geld verdient und warum er sich ein Iphone leisten kann. Auch hier einmal mehr der Beweis dafür, dass nichts über ein gutes Netzwerk geht ;-)))

Dienstag, 10. Dezember 2013

Über die Grenze nach Kampodscha

Superdong nach Ha Tien
Nach den fünf sehr relaxten Tagen, war es dann doch Zeit endlich ein wenig aktiver zu werden. Wir haben uns ein Ticket für die Fähre geholt, die uns in anderthalb Stunden von Phu Quoc nach Ha Tien zurück aufs vietnamesische Festland bringen soll. Ha Tien befindet sich ca 8 km von der Grenze zu Kambodscha entfernt. Bei der Ankunft am Hafen war ich sehr erstaunt wie klein das Schiff, für die Fahrt übers offene Meer ist. Mir schwante schon da Böses. Die Asiaten haben generell sehr empfindliche Magen und schon das Busfahren wird bereits nach einigen Minuten zu einer allgemeinen Kotzparty und die am Pier wartenden Passagiere waren hauptsächlich Asiaten. Meine Besorgnis bestätigte sich dann auch schnell. Das Schiff war noch keine zehn Minuten unterwegs, als die erste Vietnamesin mit prall gefüllten Backen an mir vorbei Richtung Toilette rannte. Zu ihrem Pech war eine
Motorradtaxi zur Grenze
Touristin schneller und zog ihr die Türe vor der Nase zu. Der Vietnamesin blieb nichts anderes übrig, als sich vor den Füssen, der bereits mit Putzutensilien bewaffneten Schiffscrew zu erleichtern. Chöge und ich sassen in der zweiten Reihe und bekamen das ganze ziemlich hautnah mit. Für uns wird das eine unvergessliche Schiffsfahrt bleiben, da noch ungefähr weitere 20 Passagiere seekrank wurden, zum Glück ging es von da an, jedoch mit der Toilettenbenützung reibungslos von statten… Der Grenzübergang nahe Ha Tien ist sehr gering frequentiert. Daher gibt es weder Taxis noch Busse dahin. Man hätte zwar ein durchgehendes Ticket von der Insel nach Phnom Penh buchen können. Was wir aufgrund von Horrorgeschichten bezüglich überfüllten Minibussen, Pannen und lebensmüden Fahrstilen der Driver, haben bleiben lassen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als
Ausreise in Vietnam
ein Motorradtaxi zu nehmen. War ganz lustig, auch wenn es mir ein Rätsel ist, wie die kleinen Vietnamesen mit dem Körper- wie auch Gepäckgewicht der Touristen klarkommen. Jedenfalls sind wir wohlbehalten an der Grenze angekommen. Dort mussten wir die üblichen Tarife für Visa, Gesundheitscheck und Stempelgebühr bezahlen. Letztere beiden Gebühren sind absolut illegal bessern jedoch das Familienbudget der Zöllner massiv auf. Es gibt zwei Varianten damit umzughen, entweder man nimmt es als Teil des sozialen System der armen und halt auch korrupten Länder hin und bezahlt die 5 Dollar gleich oder man diskutiert stundenlang und erfolglos mit den Beamten, regt sich tierisch auf um am Schluss dann doch zu bezahlen, denn die Beamten sind definitiv am längeren Hebel. Vor allem die deutschen Reisenden entscheiden sich oft für die zweite Möglichkeit, was ganze Busfahrten verzögert und dann meistens eine ganze Busladung voller genervter
mit Amy und Ron im Krabbenrestaurant
Touristen zum Resultat hat… Da wir auch von der Grenze nach Phnom Penh keinen Transport hatten, fragte ich bei den in der Reihe stehenden Touristen nach, um herauszufinden wer in der gleichen Situation ist wie wir. Ich wurde relativ schnell fündig. Ein Brite und seine kambodschanische Freundin suchten ebenfalls ein Taxi. Volltreffer denn Amy handelte den Preis natürlich um die Hälfte runter und wir kamen zu einer mega günstigen Taxifahrt. Da alles so gut lief, einigten wir uns, auf dem Weg kurz in Kep beim Krabbenmarkt anzuhalten um dort zu Essen. Chöge und ich waren letztes Jahre mehrere Tage in dieser Gegend unterwegs und daher hocherfreut über die Möglichkeit nochmals die schmackhaften Krabbengerichte zu gönnen. Die dreistündige Fahrt nach Phnom Penh verlief dann eher ereignislos. Ich nutzte die Zeit um mich mit Amy über ihr Land, dessen System und Kultur sowie ihre persönlichen Zukunftspläne zu unterhalten. Kurz vor Phnom Penh wurden wir Zeuge von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, mit denen tausenden von Näherinnen täglich konfrontiert sind. Es war gerade Schichtwechsel und uns kamen über hundert kleine Lastwagen mit einer Flche von max 15m3 entgegen, auf denen die Frauen eingepfercht standen, wie wir bei uns nicht mal unsere Viecher zur Schlachtbank transportieren würden. Wir zählten pro Lastwagen über hundert Frauen. Unglaublich sowas und das nur, damit wir reichen Westler für neun Franken ein T-Shirt bei H&M kaufen können. Ich fühlte mich sehr elend bei dem Gedanken daran…

Blog-Archiv