In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

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Donnerstag, 5. Mai 2011

Ko Samui, die Insel der Pauschaltouristen

Da Samui über zig hundert Ressorts verfügt, hatten wir uns bereits im Vorfeld etwas umgeschaut und uns für den Aufenthalt bei Jürgen, einem Deutschen, entschieden. Dies weil sein Ressort eine gute Ausgangslage für Besuche an den verschiedenen Stränden hat und auf den Fotos eine wunderschöne Gartenanlage mit einem Pool zeigt. Jürgen und ich hatten im Vorfeld ziemlich regen E-Mail Kontakt, wobei er mir auch angeboten hat, uns am Flughafen abzuholen. Natürlich war ich gespannt wie er aussieht, da er ein netter Kerl zu sein scheint. Wir wurden dann auch mit einem entsprechenden Schild erwartet. Der Typ stellte sich jedoch als Wolfgang vor. Ich dachte mir, es handle sich vermutlich um Jürgens Partner. Während der Autofahrt fragte ich ihn natürlich aus, in welcher Beziehung er zum Jürgen steht und erzählte ihm, dass ich mit ihm schon Kontakt hatte. Darauf gab er mir zur Antwort „den Jürgen gibt’s nicht mehr, der ist vor 14 Tagen gestorben“. Baff, was sagt man dazu. Ziemlich irritiert erkundigte ich mich erst nach dem Alter und dann natürlich nach der Todesursache. Jürgen war 44 Jahre alt und mit Magenschmerzen ins Spital eingeliefert worden. Man vermute entweder einen Magendurchbruch oder Leberverfettung, da er ziemlich schwer gewesen sei. Jürgen hat ein 10 Monate altes Baby und seine thailändische Frau Pu, ist mit der Situation ziemlich überfordert, obwohl sie sich das als Buddhistin nie würde anmerken lassen. Jürgen hat das Geschäftliche selbst gemanagt und seine Gäste kommen hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum. Pu hat nicht mal Zugriff auf die Konten, welche sich alle in Deutschland befinden und spricht natürlich auch kein Deutsch. Wolfgang erklärte uns, dass er im Moment versuche ihr ein wenig unter die Arme zu greifen. Nun gingen bei mir und Chöge die Alarmglocken los. Vier Tage später hat Pu ihn dann verjagt, weil er ihr scheinbar an die Wäsche wollte. Soo hilflos resp dumm scheint sie dann doch nicht zu sein ;-))
Das Ressort war wirklich sehr gepflegt. Uns gefiel es dort sehr gut auch wenn alles ein wenig drunter und drüber ging. Zusammen mit uns waren noch 4 Jungs und ein älteres Ehepaar da. Sie waren alles Stammgäste und haben Jürgen persönlich gekannt. Er muss wirklich ein lieber Kerl gewesen sein und die Betroffenheit war entsprechend gross. Wir haben dann alle versucht, der Pu so gut wie möglich zu helfen. An einem Abend veranstalteten die Jungs ein riesen BBQ. Es gab soviel Fleisch, dass sie noch drei Tage später davon essen mussten. Dies war ein besonders lustiger Abend. Den Thais haben sie Fisch gekauft, so das auch die etwas davon hatten. Pu haben wir echt ins Herz geschlossen und wir hoffen ganz fest, dass sie irgendwie die Kurve kriegt. Es scheint sich auch etwas zu ergeben, ob es geklappt hat erfahren wir jedoch erst wenn wir auf dem Rückweg nach Bangkok sind. Wir drücken ihr auf jeden Fall die Daumen….
Im Ressort hatten wir noch einen weiteren Pechvogel. Einer der deutschen Jungs hat es gleich am ersten Abend, zur späten Stunde mit dem Motorrad auf die Schnauze gehauen und das ziemlich heftig. Er hat sich das Schlüsselbein gebrochen und läuft nun bei fast 40 Grad mit einem monster Verband durch die Gegend. Ich glaube auf der kleinen Insel gibt es mind vier Spitäler und man sieht überall Touristen mit Verbänden herum laufen. Die Strassen sind wirklich nicht die besten, sehr kurvenreich und oft auch ziemlich steil. Zudem liegt überall Sand herum. Dazu kommt, dass in Thailand jeder Motorrad fahren darf und das Helmobligatorium schlicht weg nicht beachtet wird. Dies gemischt mit Alkohol, Gruppenzwang und Imponiergehabe vor den Ladys, endet leider oft tödlich. In Samui sterben bei Unfällen jährlich mehr Menschen als sonst irgendwo in Thailand, davon mehr als die Hälfte Touristen.
Diese Statistik gab uns am Anfang recht zu denken und wir haben uns lange überlegt, ob wir ein Motorrad mieten sollen. Die Abenteuerlust hat schlussendlich gesiegt und wir haben doch eines gemietet um damit die Insel anzuschauen. Die konnte es uns lange gar nicht recht machen. Überall ist alles verbaut, zugemüllt und stinkt vor sich hin. Erst dachten wir dies seien noch die Auswirkungen von den Überschwemmungen vor einem Monat. Samui Kenner klärten uns jedoch auf, dass die Insel mehrmals im Jahr überschwemmt werde und der Schrott jedesmal einfach liegen gelassen werde. Dazu hat es hunderte von Touristenshops und man wird überall angequatscht. Als ich in der Massage war, ist Chöge mal alleine losgezogen. Das war jedoch ein kurzes Unterfangen und er stand schon bald wieder da. Scheinbar sind die Bargirls wie Fliegen auf ihn los. Das braucht dann doch einiges, dass man so einen Mann in die Flucht schlägt ;-))
Zu sehen gibt es auch nicht wirklich viel und unter dem Begriff "Sehenswürdigkeiten" verstehen wir definitiv etwas anderes, ihr könnt euch beim zweiten Bild gerne alle selbst ein Bild davon machen (bitte für Grosi zensurieren!). Auch von den Stränden haben wir mehr erwartet, wir haben lange gesucht, bis wir endlich einen gefunden haben, für den wir uns begeistern konnten. Evtl sind wir nach unserem Aufenthalt auf den Philippinen, auch etwas arg verwöhnt aber das war der einzige der uns wirklich gefallen hat und der lag ziemlich abseits der Touristenorte. Man glaubt es nicht, dort haben wir Thöni Petsch mit der Familie getroffen. Chöge hat sie ein paar Liegestühle entfernt von uns entdeckt. Es reicht ja schon, dass wir den Camper zur selben Zeit benützen möchten, dass wir aber unsere Ferien soweit weg von zu Hause, am selben Strand, zur selben Zeit verbringen, ist dann schon ein mords Zufall. Wir haben uns diesbezüglich wirklich amüsiert. Natürlich haben wir zusammen gegessen und einen witzigen Abend verbracht. Sie machen total vier Wochen Ferien auf Samui und Ihre Kinder haben es total genossen endlich wieder mal Leute zu treffen, die ihre Sprache sprechen und wir ehrlich gesagt auch.
Wir haben hier viele tolle Bekanntschaften gemacht und auch viel erlebt, zu Samui Fans sind wir jedoch definitiv nicht geworden. Nun blicken wir erwartungsvoll in Richtung Ko Phangan, unserem nächsten Ziel, und hoffen, dass es uns dort besser gefällt.

Mittwoch, 27. April 2011

Unterwegs im Norden von Thailand...

Da ich ziemlich hinterher hänge mit unseren Reiseberichten und man sich schon Sorgen deswegen gemacht hat, hier nun wieder Mal ein Bericht. Erstmals vorweg es geht uns bestens und alles ist wie es sollte ;-)))

Von Chiang Khong, der thailändischen Grenzstadt sind wir mit dem Local Bus ins drei Stunden entfernte Chiang Rai gefahren. Der Bus war nicht gerade der Hit. Aircon gab es keine und die Sitze waren für uns viel zu klein, so dass wir ziemlich gerädert in Chiang Rai angekommen sind. Wir waren vor vier Jahren auf unserer damaligen Rundreise schon Mal in der Stadt, hatten damals jedoch wegen Mixums (die Reiseleiterin) Extratouren, nicht wirklich Zeit uns diese richtig anzuschauen. Die Kleinstadt hatte es uns nämlich angetan und wir waren uns einig nochmals auf eigene Faust hierhin zu fahren. Wir haben nochmals im gleichen Hotel eingecheckt, da dies eine gute Lage und einen wunderschönen Pool hat. Dort haben wir es uns erstmals gemütlich gemacht, bevor wir am späteren Nachmittag losgezogen sind, um uns nun die Stadt anzuschauen und anschliessend auf dem Nachtmarkt auf Schnäppchenjagd zu gehen. Hier ist alles noch sehr ursprünglich und man kann sich noch alles in Ruhe anschauen. Natürlich gibt es auch hier eine Foodmeile, durch welche wir uns gefressen haben. Die dazugehörenden Tische sind alle auf einem Platz aufgestellt und es spielt sogar noch eine Lifemusik. Es sind hauptsächlich Thais die sich hier verpflegen und entsprechend unterhaltsam war es für uns, dem Treiben zu zuschauen.
Für den nächsten Tag haben wir einen Wagen organisiert, der uns zum weissen Tempel bringt. Dieser ist wohl ausser dem Königspalast in Bangkok der Berühmteste in Thailand. Dies weil er seit Jahren von einem thailändischen Künstler äusserst aufwendig verziert wird. Das Ganze sieht aus wie ein Märchenschloss und die Thais spinnen völlig darauf. Im Innern des Tempels gibt es eine Wand, die als einzige in Farbe gehalten ist und alles Unreine dieser Welt darstellt. Da sind die Verrücktesten Sachen von Superman, über den Anschlag auf die Twin Tower bis zu Ghadaffi und Bush aufgezeichnet. Am Abend haben uns Luca und Gestina, er Schweizer UBS Banker im Ruhestand und sie Indonesierin, welche in Amsterdam aufgewachsen ist, auf ein Apero besucht. Kennen gelernt haben wir uns in Laos in der Luxus Lodge. Sie hat den Bootstrip mitgemacht und er ist währenddessen mit seinem Auto quer durch die Berge gefahren. Es wurde ein lustiger Abend mit den beiden. Luca wohnt seit 6 Jahren in der Stadt und spricht sogar Thai. Er ist der erste Expat, den wir kennen gelernt haben, der nicht über sein Gastland und deren Bevölkerung schimpft. Gestina ist seit Ende Jahr auch pensioniert und überlegt sich nun, ob sie Luca nach Thailand folgen soll oder nicht. Wir tippen darauf, dass sie sich für den Kompromis entscheiden wird, das heisst sowohl als auch, denn ihr fehlt die Schweiz mit den Jahreszeiten und dem ganzen kulturellen Angebot schon jetzt deutlich. Luca hat uns in ein typisches Lanna Restaurant eingeladen und quer durch die Karte bestellt, so dass wir zum Schluss zig Teller auf dem Tisch stehen hatten. So konnte man von allem ein wenig probieren. Das war kulinarisch sehr interessant und gelacht haben wir auch viel. Nach diesem Abend waren unsere zwei Tage in Chiang Rai leider auch schon wieder vorbei.
Weiter ging es mit dem Bus nach Chiang Mai. Dieses Mal erwischten wir einen Monsterbus mit nur 20 Sitzen. Diese waren riesig, hatten eine Fussstütze und man konnte sie sogar in Schlafposition stellen. So war das Reisen natürlich mega bequem.
Die Fahrt führte durch zahlreiche Dörfer und wir waren erstaunt, wie der Wohlstand im Land in den letzten vier Jahren zugenommen hat. Anstelle der Bretterbuden stehen jetzt überall grosse, schöne Häuser und in jeder Einfahrt gibt es mindestens ein Auto. Uns ist schon in Chiang Rai aufgefallen, dass die Leute scheinbar zu Geld gekommen sind. An jeder Ecke stehen Botox Kliniken, jeder besitzt ein i Phone und rennt mit einem Lap Top durch die Gegend.
Chiang Mai ist die grösste Stadt des Nordens. Dort angekommen waren wir entsetzt wie sehr sich auch diese Stadt verändert hat. Überall werden Hochhäuser gebaut, es stehen an jeder Ecke grosse Werbeplakate, welche luxuriöses Wohnen oder teure Autos anpreisen. Zudem hat es Touristen ohne Ende. Vor allem die Franzosen und Russen sind in Scharen unterwegs, na ja gehören beide nicht gerade zu unseren bevorzugten Ferienbekanntschaften ;-(
Also machten wir uns auf die Suche nach einem Ausflugsziel, das wir noch nicht kennen. Wir wurden schnell fündig; Tiger Kingdom. Hierbei handelt es sich um einen Wildpark im dem vor zwei Jahren mit der Aufzucht von Tigern begonnen wurde. Mittlerweile gibt es über dreissig Tiger dort, die man sogar streicheln kann. War natürlich klar dass wir dahin mussten. Erst haben wir einen vier Monate alten Tiger besucht, der noch total verspielt war und auf dem Rücken lag und etwas vor sich hin spielte. Wir waren nun doch ein wenig nervös, da schon der kleine Tiger ziemlich beeindruckend war. Wir durften ca 15 Minuten bei ihm bleiben, dann ging es weiter zum grossen Tiger. Der war zwei Jahre alt und riesig. Nun hatte ich definitiv Schiss. Der Wächter sah es mir an und lachte mich aus: „Don’t worry is just a tiger!“ Super ich habe Stubentieger zu Hause und nicht wilde…. Jedenfalls durften wir auch mit dem spielen und ihn streicheln. Uns war jedoch beiden nicht mehr so wohl und als der Tiger auch noch zu knurren anfing, erklärten wir den Besuch als beendet. Natürlich lachten uns die Wächter wieder aus. Sie legen sich nämlich zu den Tigern auf den Boden und spielen mit denen, wie wir zu Hause mit unseren Katzen. Unglaublich so was… auch wenn sie in diesen Wildpark geboren sind, besitzen sie ganz sicher noch ihren Urinstinkt und man weiss nie wann der hervorkommt. Es war jedenfalls eine Erfahrung die unter die Haut ging. Es hat auch schöne Bilder gegeben und so nah kommen wir einem Tiger ganz sicher nie mehr.
Am Abend haben wir uns natürlich vor allem auf den Shopping Meilen herumgetrieben. Es ist immer wieder unglaublich was für Seich da alles angeboten wird. Chöge hat ein Fisch Spa entdeckt und musste das natürlich sofort ausprobieren. Ich schaute ihn zweifelnd an, er der an den Füssen so empfindlich ist, will sich von kleinen Fischen an den Füssen herum knabbern lassen?! Also gut, das wird für mich sicher unterhaltsam. Das war es dann auch und nicht nur für mich! Chöge steckte die Füsse ins Becken mit den Fischen und diese hatten sich kaum um seine Füsse versammelt, da ging das Gekichert schon los. Natürlich kamen die Leute schauen was da los ist und einige mussten es auch gleich ausprobieren. Für den Japaner der neben Chöge Platz genommen hatte war es scheinbar noch schlimmer, denn er brach die Behandlung nach knapp fünf Minuten ab. Dies natürlich nicht ohne von Chöge als Weichei, Höseler etc betitelt zu werden.
Somit ist unsere Zeit im Norden von Thailand auch bereits vorbei. Nun geht es auf zum Beachlife in den Süden, erstmals auf die Insel Samui. Mal schauen was uns dort erwartet und wie gut es uns gefällt...

Donnerstag, 21. April 2011

Über Oudomxay nach Pak Beng zurück an den Mekong...

Die Organisation der Weiterreise war nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir erhielten unterschiedliche Angaben, was die Busverbindungen und vor allem deren Regelmässigkeiten anbelangt. Zwangsläufig haben wir die Backpacker angequatscht und mussten bald feststellen, dass sie genau vor dem selben Problem standen wie wir. Irgend so ein bärtiger Traveller gab uns dann den Tipp wir sollten im Sunrise Resort nach Papa Noa fragen. Das sei ein Ire, wohne schon länger hier und wisse ziemlich gut Bescheid. Wir machten uns also auf die Suche nach dem Irländer. Papa Noa ist im Ruhestand und reist gemütlich durch die Welt. Vor zwei Wochen ist er in Nong Khiaw angekommen, mit der Absicht nur eine Nacht zu bleiben. Im Resort hatte der Sohn gerade geheiratet und mit dem Bau seines Restaurants begonnen, um sich und seiner Frau eine Existenz aufzubauen. Papa Noa war in seinem Berufsleben Ingenieur und konnte den Bemühungen des Sohnes nicht lange zusehen. Nun hat er seine Reise unterbrochen und hilft tatkräftig beim Bau des Speietempels mit. Es ist doch immer wieder lustig auf was für Vögel man beim Reisen alles trifft. Wie auch immer, Papa Noa bestätigte unsere Vermutung, dass unser Vorhaben eine mühsame Angelegenheit, mit vielen Wartezeiten an Busstationen irgendwo in der Prärie werden könnte. Wenn man monatelang auf Reisen ist, nimmt man das zur Schonung des Budgets wohl in Kauf, nicht aber bei nur knapp sechs Wochen Urlaub. Also suchten wir Alternativen und fanden Mong. Er ist der Mann für alles im Dorf und hat uns innert kürzester Zeit einen Minivan organisiert. Also wurden wir am nächsten Morgen direkt vor dem Resort abgeholt. Erst hat es uns ziemlich gestunken, dass wir nicht mit den öffentlichen Bussen weiterreisen konnten, da wir uns das als sehr unterhaltsam vorgestellt hatten und wir doch den Kontakt zu den Locals so lieben. Je länger die Fahrt jedoch dauerte umso zufriedener waren wir mit unserem Minivan. Unterwegs überholten wir einen Bus, in dem die ganzen Einheimischen am Kotzen waren und wie wild ihre Manderindli dazu futterten. Daran hatten wir noch gar nicht gedacht. Die Asiaten vertragen nämlich das Busfahren ganz schlecht und die Strasse führte in zahlreichen Kurven durch die Berge und war so schlecht, dass die philippinischen Offroadpisten letztes Jahr, dagegen glatte Autobahnen waren. Zudem waren die Bergvölker mit der Brandrodung der Hänge beschäftigt, so dass wir teilweise dermassen dicht an den brennenden Hängen vorbei fahren mussten, dass die Hitze sogar im Auto spürbar war. Mir war das ganze nicht geheuer, da die Flammen meterhoch vor sich hin loderten. Unserem Fahrer gefiel es vermutlich auch nicht mehr, denn er drückte plötzlich ziemlich auf die Tube. Die ganze Bergregion war unter einem Rauchdeckel und das ganze sah aus, wie nach einem Weltuntergang. Eigentlich schade, den die Strecke wäre sehr authentisch bezüglich des Lebens der Minderheiten, da die Strasse immer wieder durch deren Dörfer führte.
Nach fast fünfstündiger Fahrt kamen wir dann endlich in Oudomxay unserem Tagesziel an. Wie im Reiseführer beschrieben, war die Stadt absolut scheusslich und das laotische Flair fehlte gänzlich. Da wir nicht weit von China entfernt sind, ist der chinesische Einfluss überall sichtbar und das nicht gerade zum Vorteil der Stadt. Ich war auf dem Internet auf ein neues Hotel gestossen, das eine Opening Promotion anbot. Also haben wir dort eingecheckt und wurden nicht entäuscht. Wir waren vermutlich von den ersten Farangs die hier übernachteten, denn die Belegschaft schaute uns an wie Ausserirdische und Englisch sprach ausser dem Manager keiner. Jedes Mal wenn wir irgendetwas wollten, rannte die ganze Belegschaft davon. Erst waren wir ziemlich konfus deswegen, mit der Zeit fanden wir es jedoch ziemlich amüsant.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Mekong. Die Strasse wurde merklich besser, da es sich scheinbar auch hier um ein chinesisches Produkt handelt. Es gab wiederum viel zu sehen. Wir fuhren durch ein Tal in dem die Bevölkerung von der „Holzindustrie“ lebt. Überall gab es Teakwälder zu sehen und einmal kamen uns sogar zwei Arbeitselefanten entgegen. Das war ein unglaubliches Erlebnis, da wir Elefanten bisher nur als Touristenattraktion erlebt haben. Die beiden Laoten hielten die Tiere sogar extra für uns an, damit wir auch ja ein paar Fotos schiessen konnten. Spätestens nach dieser Begegnung haben sich die extra Ausgaben nun definitiv gelohnt ;-))
Wir kamen rasch vorwärts und freuten uns bereits auf einen gemütlichen Nami am Mekong. Wir hatten nämlich für unsere letzte Nacht in Laos ein sündhaft teures Angebot gebucht, welches den Aufenthalt in einer Luxus Lodge, mit anschliessender Bootsfahrt im ressorteigenen Boot zur thailändischen Grenze, beinhaltet. Dies weil wir keine Lust auf die masslos überfüllten Public Boat hatten und die Fahrt immerhin 8 Stunden dauert.
Leider kam es dann doch anders. Kurz vor Pak Beng lag plötzlich ein fast zwei Meter dicker und ca. 50 Meter langer Baum quer über die Strasse. Er hatte sogar die Stromleitung mit sich gerissen. Da gab es erstmal kein Durchkommen. Auf dem Baum standen drei Laoten jeder mit einem Beil bewaffnet und versuchten den Schaden zu beseitigen. Super, das dauert ja Wochen! Es trafen immer mehr Schaulustige ein und diese versuchten teilweise sogar zu helfen. Chöge war natürlich auch ausgestiegen, um sich das Ganze mal anzuschauen. Ich war gespannt wie lange es dauert, bis er ins Geschehen eingreift. Als dann plötzlich ein LKW auftauchte und die Laoten immer noch planlos um den Baum herumstanden, war es soweit. Ich sah wie Chöge begann mit Händen und Füssen Zeichen zu geben. Erstaunlicherweise folgten die Einheimischen ihm sogar, offensichtlich froh, dass endlich einer das Zepter in die Hand nimmt. So nahm das ganze langsam Formen an. Stück für Stück wurde vom Baum eingeschnitten und dann mit dem Truck weggerissen. Mittlerweile hatte irgendeiner sogar eine Handsäge gebracht. Nach zwei Stunden war der Baum dann soweit zerlegt, dass man mit dem Auto daran vorbei fahren konnte.
Wie erwartet war die Lodge sehr luxuriös und an einer wunderschönen Location gelegen. Wir genossen die verbleibende Zeit im Liegestuhl mit Sicht auf den Mekong. In unserem super bequemen Bett habe ich so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr und entsprechend ausgeruht haben wir heute morgen die Bootsfahrt in Angriff genommen. Der Kahn ist ca. 30 Meter lang, ausgestattet mit einer Liegewiese, einer Sofaecke mit Bar und Esstischen. Ursprünglich bietet das Boot 28 Personen Platz, wir sind jedoch nur zu fünft. Die Fahrt geht stromaufwärts und es gibt viel zu sehen. Da es Ende der Trockenzeit ist, zeigt der Mekong sein raues Gesicht. Überall schauen Felsen aus dem Wasser und geben ein sehr malerisches Bild ab. Vorbei an Dörfern, badenden Kindern, Fischerbooten und Märkten an den Ufern ist die Fahrt sehr unterhaltsam. Wir geniessen diese relaxte Art zu reisen und lassen es uns so richtig gut gehen. Ich habe mir die Liegewiese unter den Nagel gerissen und lümmelte den ganzen Tag darauf herum, wenn das nicht Ferien sind ;-)) Unterwegs haben wir noch einem Halt in einem Dorf der Hmong gemacht. Wir lieben es, uns solche Dörfer anzuschauen, da die Leute sehr einfach hausen, gibt es immer irgendwelche kuriosen Sachen zu sehen. Ich habe sogar eine kleine Freundin gefunden, die mir die ganze Zeit hinterher gelaufen ist.
Gegen Abend sind wir dann im laotischen Grenzort Houey Xai angekommen. Die Formalitäten waren ruckzuck erledigt und schon sassen wir in der Fähre nach Thailand. Bye, bye Laos, du hast zwei neue Fans mehr. Wir haben eine wunderschöne Zeit erlebt und ein Land in einer Ursprünglichkeit angetroffen, die seinesgleichen vermutlich vergebens sucht. Zudem durften wir die Herzlichkeit eines Volks kennen lernen, das eigentlich ein sehr hartes Los zu tragen hat und doch voller Hoffnung in die Zukunft blickt. Wir hoffen, dass die Laoten trotz des bevorstehenden Tourismusbooms bleiben wie sie sind.
Schweren Herzens blicken wir nun über den Mekong rüber und vermissen es schon jetzt unglaublich, denn unsere Zeit war definitiv zu kurz und es gibt noch so vieles das wir nicht gesehen haben. Wir kommen also ganz sicher wieder…

Dienstag, 19. April 2011

Nong Khiaw, ein Paradies für sich...

Wir haben in einem Travel Office Tickets für die Fahrt mit dem Minibus nach Nong Khiaw gekauft. Wie das so üblich ist, warteten wir erstmals eine Stunde bis der Minibus kam, er war zum Glück erst halb voll, so dass wir noch einigermassen bequeme Plätze ergattern konnten. Als der Driver dann Netz und Blache über alle Rucksäcke auf dem Dach des Busses befestigt hat, haben sich alle riesig gefreut, man konnte es förmlich von den Gesichtern ablesen, juhui der Bus ist nicht ausgebucht und wir müssen endlich mal nicht wie Sardinen in einer Büchse reisen. Die Freude war leider nur von kurzer Dauer, der Driver steuerte nämlich die ausserhalb der Stadt gelegene Überland Busstation an, um dort noch weitere Reisende zu suchen, die er in seine Karre quetschen konnte. Logo jeder Gast bringt Geld. Er fand sie natürlich auch, mit dem Resultat, dass alle Rucksäcke nochmals vom Dach mussten, damit weitere drei Platz haben. Die Ladung auf dem Dach nahm meines Erachtens eine bedenkliche Höhe an und ich war gespannt, ob das Gepäck vollzählig am Ziel ankommt. Chöge wachte mit Argusaugen über unsere Rucksäcke und war erst zufrieden, als sich diese direkt auf dem Autodach befanden. Nach einer weiteren Stunde ging es dann endlich los. Zum Glück habe ich von anderen Laos Reisenden Berichte gelesen, in welchen dieses Vorgehen immer wieder beschrieben wird, so waren wir wenigstens vorbereitet. Die Fahrt war dann jedoch ziemlich unterhaltsam und es gab unterwegs viel zu sehen. Langsam zeichnete sich, das reale Laos ab. Die Dörfer wurden immer einfacher, die Kinder schmutziger und die Viecher auf der Strasse häuften sich. Laos gehört zu einem der ärmsten Ländern der Welt und das wurde nun auch deutlich sichtbar. Da die Laoten ausserhalb von Luang Prabang hauptsächlich Selbstversorger sind, liegt nirgends Abfall herum und die Natur rund um die Dörfer leuchtet in einem kräftige Grün, einfach traumhaft das Ganze. Kurz vor Nong Khiaw türmten sich immer mehr riesige Kalksteinfelsen auf und als wir im Dorf ankamen, waren wir einfach nur noch überwältigt. Das Dorf wird durch den Fluss Nam Ou geteilt, über den die Chinesen eine riesen Brücke gebaut haben. Erstmals kommt einem diese störend vor, mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Links und rechts am Ufer des Flusses reihen sich einfache Bungalowanlagen aneinander. Da wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht haben, dass wir keine Robinsons sind, haben wir uns für die „teuerste“ entschieden und auch die war noch mega einfach und der Preis eigentlich viel zu hoch, dafür war die Lage traumhaft. Wir hatten eine riesen Terrasse, darauf standen zwei so richtig gemütliche „Hängerstühle“ aus denen man einen gigantischen Blick über den Fluss hatte. Also sofort Beer Lao besorgen, Bücher hervorholen und die Gänge zurück schalten.
Im Resort hat Green Discovery, das für Fair Trek im ganzen Land steht eine Filiale. Mit Fair Trek wird ein Projekt umgesetzt, welches garantiert, dass die Einnahmen fair auf die Beteiligten (Guide, Dörfer, Gouverment, etc) verteilt wird. So ist garantiert, dass die Einnahmen direkt an die besuchten Dörfer zurück fliessen und ihnen so ein klein wenig den Alltag erleichtert. Wir studierten also das Tourangebot und entschieden uns aufgrund der Hitze für eine Tour, die mit dem Beschrieb „if the trekking tours are for the backpackers, then is this tour for their parents…“ begann. So weit sind wir also schon und noch nicht mal vierzig, nächstes Jahr buchen wir pauschal ;-))) Wie auch immer… die Tour führte uns im Boot eine Stunde flussaufwärts ins idyllisch gelegene Muang Ngoi. Das Dorf ist nur mit dem Boot erreichbar und ein Paradies für die echten Backpacker. Strom gibt es keinen, dafür haufenweise einfache Beizen mit viel Blumen und Kerzenlicht. Es ist vor allem auch Ausgangspunkt für zahlreich Touren zu den abgelegenen Dörfern der laotischen Minderheiten. Wer Lust hat kann wochenlang trekken ohne irgendwie mit der Zivilisation in Berührung zu kommen. Das Dorf hat auf seine Art wirklich Charme und ich verstehe die ganz Jungen, dass es ihnen hier gefällt, für mich wäre es jedoch nichts.
Jedenfalls war die Dorfbevölkerung immer noch Pi Mai Lao am Feiern, obwohl der Rest im Land bereits wieder arbeitete. Sie sassen alle zusammen auf ihrem Dorfplatz und waren stockbesoffen. Ob immer noch oder schon wieder konnten wir nicht eruieren. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten wir uns auch dazu setzen sollen, um kräftig mitzubechern.
Wir machten jedoch eine Wanderung zu einer Höhle, in der die Bevölkerung inkl des Königs, während des Vietnam Krieges monatelang gelebt haben und bekamen anschliessen an einem kleinen Fluss, ein typisch laotisches Pick Nick serviert. Getrocknetes Büffelfleisch, Klebreis und eine Platte Gemüse, bei der unser Guide Thong die Nase rümpfte und erklärte, dass sei Farang Food (Touristenessen). Wer uns aber die Rübli wegknabberte war er ;-))
Nach dem wir uns die Bäucher voll geschlagen hatten, ging es zurück ins Dorf. Beim Bootssteg angekommen, quatschte uns ein junges Traveller Pärchen an, ob wir mit einem Boot hier seien. Sie wären am Morgen mit dem Public Boat angekommen und man hätte Ihnen gesagt, dass um vier ein Boot zurück nach Nong Khiaw fahren würde, sie müssten nämlich unbedingt zurück, da der Typ am nächsten Tag abreisen müsse, um den Flieger nach Hause zu erwischen. Dies sei nun jedoch nicht möglich, da es offensichtlich keinen Bootsmann mehr im Dorf geben würde, der noch irgendwie ein Boot steuern könnte. Sie hätten sogar schon nach Kajaks und Tubbing Reifen gesucht, leider ohne Erfolg. Wir haben uns natürlich halb krumm gelacht und dann mit den beiden unser Boot geteilt. Wir verstanden uns auf Anhieb. Sie Ximena kam aus Argentinien und er Matt (oder Matthieu) aus Frankreich. Endlich mal ein Franzose der uns sympathisch war und dieser hier hatte sogar noch Charme. Ich verstand jedenfalls, warum Ximena ihm erlegen ist. Unsere Tour ging dann noch weiter und wir besuchten weitere zwei Dörfer. Eines der Kamu und eines der Lao Lao. War höchst interessant. Vor allem da unsere beiden Gestrandeten schon fast einen Monat in Laos unterwegs waren und die einheimischen Gepflogenheiten bestens kannten. Es ging nicht lange und wir sassen in einem Haus und becherten zünftig in einer Runde Männer, selbst gebrannten Lao Lao Schnapps und probierten ihre Snacks, wie getrocknete Bananenblätter mit Sesam oder Bambusstangen mit Chilisauce, die sie dazu assen. Thong unser Guide musste kräftig übersetzten. Wir hatten viel Spass zusammen an diesem Nachmittag und mir brach es am Morgen danach fast das Herz, als sich diese beiden trennen mussten. Er zurück nach Frankreich und sie erstmals weiter in den Norden von Laos und dann in zwei Wochen nach Kadmandu um irgendwo um den Mont Everest herum zu trekken. Wir beiden machten es uns wieder auf unsere heiss geliebten Terrasse gemütlich. Nach vier Tagen sind wir dann doch fast bei Robinson angekommen, aber halt doch nur fast, denn langsam freue ich mich aufs nächste Hotel, mit dichten Fenstern, einem gemütlichen Bett ohne Moskitonetz und einer grosszügigen Dusche ;-)) Trotzdem die Trennung von diesem Idyll, mit seinen herzlichen Bewohnern und den relaxten Travellern ist uns ausserordentlich schwer gefallen. Nun geht unsere Reise weiter über Oudomxay nach Pak Beng, welches dann wieder am Mekong liegt.

Freitag, 15. April 2011

Luang Prabang, die alte Königstadt

Luang Prabang liegt im Norden von Laos, auf einer Landzunge am Zusammenfluss vom Mekong und dem Nam Khan. Seine Lage ist ausserordentlich schön, da es umgeben von Bergen und Natur ist. Auf uns wirkt es mehr wie ein kleines Dorf. Das Stadtbild wird vor allem von den mehr als 30 Klöstern und ihren über 2000 Mönchen, die dort leben geprägt, sowie den alten Villen der Franzosen. Die Stadt wurde 1995 zum UNESCO Kulturerbe erklärt und ist eine der schönsten die wir bis anhin gesehen haben. Wir wohnen in einem gemütlichen Gästehaus, an dem jeden Morgen um 6 Uhr früh die Mönche auf ihrem Almosengang vorbei ziehen. Die Einheimischen knien am Boden und spenden ihnen Reis und Obst. Das Ganze gibt ein sehr malerisches Bild ab, so dass es sich lohnt so früh aufzustehen. Es gibt natürlich auch diverse Märkte in der Stadt. Alle jedoch klein und fein, also nicht vergleichbar mit jenen in BKK. Abends wird die Hauptstrasse gesperrt und es findet ein äusserst abwechslungsreicher Nachtmarkt statt, auf dem die ethnischen Minderheiten ihre Handarbeiten anbieten. Zudem gibt es eine Foodmeile mit den kuriosesten Angeboten. Von Hühnerfüssen, über Büffelschenkel bis hin zu den verschiedensten gegrillten Insekten ist alles zu haben. Es gibt jedoch auch Sachen, die unsere Mägen nicht gleich in den Streik treten lassen, wie Frühlingsrollen, gebratene Hühner und Nudelgerichte, eine richtige Schlemmeroase also. Das absolut Beste dazu ist das einheimische eisgekühlte Beer Lao. Nach unserer Ankunf haben wir erstmals einen Stadtspaziergang gemacht und sind auf eine Brücke, die über den Nam Khan führt gestossen. Ein Schild machte uns auf eine Bar die am anderen Ufer liegt aufmerksam. Also nichts wie hin und wir sind in einer Oase der Ruhe gelandet. Mitten im Urwald wurden Häuschen auf Stelzen gebaut, worin man gemütlich etwas trinken oder essen kann. Mega Location, sowas haben wir noch nie gesehen. Also entschlossen wir als erstes eine der laotischen Spezialitäten auszuprobieren. Es handelt sich hier um eine Art Fondue. Ein Eimer mit brennender Kohle wird in eine Vertiefung im Tisch gestellt und obendrauf kommt eine Schale mit Bouillon. Dazu erhält man eine Platte mit Fleisch und einen Korb voller Gemüse. Kaum hatten wir mit unserem Fondue begonnen, brach ein mords Tropengewitter über uns herein. Es gab einen Knall und der Strom war weg. Zudem stürmte es, dass es mir vorkam als würde umgehend das Häuschen in dem wir sassen weggefegt werden. Die Angestellten haben cool Kerzen verteilt, die Bastmatten an den Seiten des Häuschens runtergelassen und wir waren auf uns selbst gestellt. Erst war mir doch etwas mulmig zumute, da man sich bekanntlich bei Gewitter nicht im Wald aufhalten soll, ich war aber scheinbar die Einzige die sich deswegen Gedanken machte, also versuchte ich das Ganze auch gelassen zu nehmen. Mit etwas Humor im Nachhinein war es sicher das romantischste Essen, dass Chöge und ich je zusammen hatten und geschmeckt hat es ausgezeichnet. Wir haben jedenfalls einen ersten Eindruck erhalten, was mit der viel umschriebenen Gelassenheit der Laoten gemeint ist ;-)) Mittlerweile sind wir bereits 5 Tage hier und haben Tempel besichtigt, sind bei fast 40 Grad auf den Phou Si mit 329 Stufen gestiegen und haben einen Ausflug in die nähere Umgebung zum Tad Kuang Xi gemacht. Das ist ein Wasserfall mit einer Reihe türkis farbener Badebecken. Obwohl zurzeit absolute Trockenzeit herrscht ist der Wasserfall sehr beeindruckend. Natürlich mussten wir auch dort hinauf klettern. Der Aufstieg war sehr anstrengend und ich habe bei der Hitze mehr als einmal über diese Idee geflucht. Trotzdem hat sich das ganze gelohnt, da man von oben einen wunderschönen Blick übers Tal hat und unterwegs die seltsamsten Typen beim Auf- od Abstieg trifft. Sogar Frauen in High Heels sind uns begegnet (natürlich Asiatinnen). Ist mir ein Rätsel wie das unfallfrei geht, da ich beim Abstieg sogar in meinen Bergschuhen Mühe hatte mich auf den Beinen zu halten. Das absolute Highlight unseres Aufenthalts in Luang Prabang ist jedoch das laotische Neujahrsfest. Dieses wird auch hier mit einer mega Wasserschlacht gefeiert. Seit zwei Tagen geht das schon so. Niemand ist vor einer Dusche sicher. Vor jedem Haus stehen riesige Becken gefüllt mit Wasser und jeder der vorbei geht, erhält eine Dusche mit dem Satz "Sabadii Pimai Lao", was soviel heisst wie „es guets Neus“ . In das Wasser wird zusätzlich Farbe gegeben und die Einheimischen reiben sich damit die Hände ein und jeder der nicht schnell genug ist, wird damit eingeschmiert. Hier sieht es aus, als wäre der Krieg ausgebrochen. Zur Grundausrüstung gehören Schirm und Wasserpistole. Die Touristen waren anfangs ziemlich konfus ab diesem Brauch, mittlerweile wird jedoch heftig mitgemischt. Sogar die älteren Semester sind mit von der Partie. Wir sitzen stundenlang in den Strassencafes, beobachten das Treiben und lachen uns kaputt, der Unterhaltungswert ist kaum mehr zu überbieten. Obwohl wir hier viel Spass haben, geht unsere Reise morgen weiter Richtung vietnamesische Grenze und das Fest muss ohne uns zu ende gehen ;-((

Montag, 11. April 2011

Angekommen in Bangkok...

Die Express Line vom Flughafen in die Stadt ist nun endlich, mit etlichen Jahren Verspätung, fertiggestellt worden. Ist natürlich klar, dass wir diese Option sofort ausprobieren mussten, möglicherweise ist es ja eine echte Alternative um der Bangkoker Taxi Mafia zu entkommen. Wir fanden die Station auf Anhieb, setzen uns in den Zug und studierten die Bezeichnung der Stationen. Wir waren uns schnell einig, wo wir aussteigen müssen. Der Zug fährt mit einem höllen Tempo Richtung City. Wir waren begeistert, wir werden so schnell wie noch nie im Hotel ankommen. Falsch gedacht.... beim ersten Halt blieben wir sitzen, in der Meinung dass wir noch weitere 2 Stationen fahren müssen. Der Halt dauerte unglaublich lange, so dass wir uns bereits wunderten, als sich der Zug wieder in Bewegung setzte. Nur leider in die falsche Richtung, wir fuhren wieder zurück zum Flughafen. Super was ist denn nun los????? Zurück am Flughafen merkten wir, dass es zwei verschiedenen Linien gibt und wir natürlich die Express Line erwischt haben, die extrem teuer ist und irgendwo in der Stadt hält wo sicher kein Tourist aussteigen möchte. Wir brauchten schlussendlich doppelt so lange wie sonst und kamen nach dem langen Flug total übermüdet und ziemlich genervt im Hotel an. Das kommt davon, wenn man das Gefühl hat, ein alter Haase zu sein und Sachen ausprobiert ohne sich vorher richtig zu informieren…. Mittlerweile plagte uns auch noch ziemlich heftiger Hunger, also machten wir uns auf den Weg, um eine einigermassen ansprechende Strassenküche zu finden suchen. Wir wurden schnell fündig. Nicht weit von unserem Hotel gibt es neuerdings eine Foodstrasse, in der man nach Lust und Laune schlemmen kann. Wir haben uns quer durch die Karte "gefressen" und unsere Laune besserte sich merklich ;-)) Nach der Schlemmerei gönnten wir beide uns noch eine ausgiebige Massage um danach endgültig tot müde ins Bett zu fallen. Wir hatten das Schlafengehen am Abend zuvor viel zu lange hinausgezögert, mit dem Resultat, dass wir erst am Mittag erwachten. Super, dabei hat unser Hotel ein hammer Frühstücksbuffet. Also haben wir auch das verpasst, langsam aber sicher zweifelten wir wirklich an uns und machten uns leicht sauer auf den Weg um etwas Essbares aufzutreiben, dass unsere europäischen Mägen auch als Frühstück erkennen können. Wir kauften diverse Früchte und landeten schlussendlich bei Starbucks, wie kann es anders sein ;-)) Nach einem guten Kaffee sieht doch die Welt schon ganz anders aus. Am Nachbarstisch sass ein älteres Ehepaar, welches wir schnell als Schweizer identifiziert haben. Umgekehrt natürlich auch, es dauerte nicht lange und der Mann stand mit dem Stadtplan an unserem Tisch. Ob wir ihm möglicherweise helfen könnten, sie haben sich scheinbar verlaufen und niemand könne ihnen verlässliche Angaben machen, wo sie sich befinden. Natürlich konnten wir… Andrea und Andreas kommen aus Schwarzenburg, sind das erste Mal in Asien und entsprechend überfordert. Ich bewundere ihren Mut einfach so drauf los zuziehen. Wir boten ihnen schlussendlich an, sich uns anzuschliessen, da wir eh auf den Fluss wollten. Wir machten mit den beiden also eine Flussfahrt, zeigten ihnen einen Markt und setzten sie letztendlich beim Königspalast ab. Es waren zwei nette Leutchen und ich denke dass wir ihnen ein paar wertvolle Tipps geben konnten. Jedenfalls war es sehr amüsant. Chöge und ich landeten in einem Nachbarstempel vom Königspalast. Dort fanden die Vorbereitungen für das anstehende Songkran Fest statt. Dies ist das thailändische Neujahrsfest, welches natürlich auch einen buddhistischen Hintergrund hat. Eines von vielen Ritualen ist, dass man Buddha ein Haus bauen soll. Die Mönche karren den ganzen Tag Sand in den Tempel, damit die Thais ihre Häuschen stellen können. Weiters spielt auch die Reinigung eine grosse Rolle, so dass das ganze am Ende in eine landesweite Wasserschlacht ausartet. Wir werden leider oder zum Glück (da bin ich mir nicht so sicher) vor dem offiziellen Beginn Thailand verlassen. Zum Schluss besuchten wir natürlich wie üblich die Khao San Road, welche uns in diesem Jahr jedoch nicht so geflasht hat, wie die Jahre zuvor. Keine Ahnung ob sie wirklich an Flair verloren hat oder wir bereits ein wenig abgestumpft sind, jedenfalls freue ich mich nun auf Laos, in der Hoffnung dort ein noch typisch asiatisches Land anzutreffen, in dem uns noch vieles skurril erscheint. Thailand ist mir mittlerweile schon viel zu westlich angehaucht.

Dienstag, 17. August 2010

Unser nächster Trip steht fest…

Eigentlich wäre es Chöges Wunsch gewesen nach Kuba zu fliegen. Wir hatten uns bereits zwei Reiseführer gekauft und die Routenplanung war auch schon fast fertig, als die Bohrinsel im Golf von Mexiko abgesoffen ist. Die Nordküste Kubas liegt nur etwa 120 km von Florida entfernt. Als wir die schlimmen Bilder von den Küsten dort gesehen haben, ist uns die Lust gründlich vergangen und wir haben unser Vorhaben erstmals begraben. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!
Da wir beide noch viele Reisepläne haben, waren schnell einige Alternativen zur Hand. Der Newsletter von Qatar Airways mit Flugangeboten nach Bangkok, so günstig wie noch nie, gab dann schlussendlich den Ausschlag, dass wir uns einmal mehr in Richtung Südostasien auf die Socken machen werden.
Laos steht schon lange ganz oben auf meiner Wunschliste und Chöge möchte mal wieder mehr als zwei, drei Tage in Thailand verbringen. Wir haben uns also entschieden, die erste Hälfte unserer Ferien durch den Norden von Laos zu reisen und anschliessend im Golf von Thailand noch ein wenig auf den Inseln herum zu hüpfen.
Von Bangkok geht es erstmals mit dem Flieger nach Luang Prabang, in die bekannte Königsstadt. Dort werden wir erleben wie die Einheimischen das buddhistische Neujahr, mit einem riesigen Wasserfest feiern. Weiter geht es dann im Boot den Nam Ou Fluss hoch Richtung vietnamesische Grenze. Wir werden in Nong Kiao, einem kleinen laotischen Dorf, ein paar Tage bleiben und Trekkingtouren in die umliegenden Bergdörfer machen. Von dort aus geht es mit dem Bus über Oudomxay nach Pakbeng. Dieses Dorf liegt am Mekong und ist Ausgangspunkt für Bootstouren den Fluss hinauf in die thailändische Grenzstadt Chiang Khong. Mit dem Bus geht es dann nach Chiang Mai von wo aus wir direkt auf die Insel Koh Samui fliegen werden. Dort ist dann erstmals ein wenig Ausspannen angesagt, bevor es mit der Fähre weiter nach Koh Phangan, der Insel mit den Fullmoonpartys, geht. Zum Schluss werden wir wie üblich noch ein paar Tage in Bangkok verbringen.
Laos wir ganz sicher eine Herausforderung sein. Das Land soll noch sehr ursprünglich sein und hat seine Grenzen dem Tourismus erst vor 10 Jahren geöffnet. Das Straßennetz ist im Ausbau, von 31.200 Kilometern Straße sind bisher knapp 4.500 asphaltiert. Oftmals können die Dörfer nur sehr mühsam erreicht werden. Dafür gibt es noch zahlreiche Stämme von ethnischen Minderheiten, deren Haupterwerbsquelle die Landwirtschaft ist. Die Laoten gelten als sehr gemütliches und freundliches Volk. Dies gepaart mit der scheinbar sehr beeindruckenden Natur, lässt die Reisenden oft viel länger als geplant im Land verweilen. Wir sind also gespannt, ob wir dem Charme von Laos auch erliegen werden. Mehr darüber gibt es dann hier ab April 2011…

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