In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Mittwoch, 14. April 2010

Sagada-Baguio

Am nächsten Tag hielten wir als erstes an einem Viewpoint, wo wir nochmals super Fotos der Terrassen machen konnten. Dort stand ein alter Ifuago Mann der uns dann fürs Fotografieren auch gleich 20 Peso abknöpfte.
Die Fahrt durch die Berge war sehr amüsant. Unterwegs sprangen uns dauernd Leute vors Auto, die alle zum Markt ins nächste Dorf mitfahren wollten. Es ging nicht lange und unser Pickup war voll beladen mit Menschen, die alle hinten auf der „Brügi“ sassen. Bequem sah das nicht gerade aus, aber hier ist man scheinbar mit wenig zufrieden. Unser Wagen war jedenfalls nicht mehr von denen der Einheimischen zu unterscheiden.
In Bontoc besuchten wir dann ein Openair Museum, das viel Wissen über das Leben der Bergvölker vermittelt. Unglaublich, was die so für Lebensgewohnheiten haben, vor allem der Totenkult ist hier teilweise sehr speziell. Die Toten werden in Särgen hoch oben an die Felsen gehängt. Das wollten wir uns dann natürlich vor Ort anschauen und so sind wir in Sagada gelandet. Ein kleines nettes Dorf auch wieder weit abgelegen vom Schuss. Hier gibt es jedoch viele nette kleine Restaurant und Pensionen und man sieht schon wieder vermehrt Ausländer.
Nach dem Mittagessen machten wir uns also mit Reiseführer bewaffnet auf den Weg um die hängenden Särge anzuschauen. Es dauerte nicht lange und wir wurden von drei kleinen Knirpsen begleitet. „Do you need a Guide?“ beantworteten wir noch klar mit „no“. Trotzdem folgen sie uns mit geringem Abstand und bei der ersten Unsicherheit, die wir uns anmerken liessen standen sie neben uns und übernahmen die Führung. Wir amüsierten uns köstlich und begannen mit Ihnen zu plaudern. Patrica, J.R. und Enrico führten uns natürlich innert kürzester Zeit zu unserem Ziel. Unterwegs zeigten sie uns auch noch Knochen die in einer Höhle herumlagen und auf dem Friedhof deuteten sie uns mit dem Finger leise zu sein. Wir mussten uns eingestehen, dass wir ohne die Kids viel länger gebraucht hätten um die Särge zu finden und gaben ihnen dann halt auch ein kleines Trinkgeld.
Als wir auf dem Rückweg waren, kam uns bereits der nächste Tourist entgegen, sie verabschiedeten sich artig und das Spiel ging von neuem los. Vermutlich verdienen sie mit ihrer Masche einiges mehr als ihre Eltern die den ganzen Tag auf den Feldern hart schuften.
Zurück im Dorf setzten wir uns ins Yoghurt House, ein kleines Restaurant mit Balkon im ersten Stock und bestellten den viel gelobten Joguhrt. Muss also sagen das ich noch nie einen besseren gegessen habe. Wie das Rezept allerdings in dieses Kaff kommt ist mir mal wieder ein Rätsel. Möglicherweise lebte die Besitzerin mal in der Schweiz, da auch Berner Rösti auf der Karte steht, obwohl es ein rein philippinisches Restaurant ist.
Am dritten Tag unserer Reise fuhren wir über die spektakuläre Helsama Road Richtung Baguio. Spektakulär, weil einerseits die Natur sehr eindrücklich ist, andererseits weil die Strasse teilweise sehr ausgesetzt und nicht gesichert ist. Zumdem kamen uns wieder die verrücktesten Fahrzeuge mit den unmöglichsten Ladungen entgegen. Nik hat zum Glück die Strecke schon x-mal zurückgelegt und kennt den Weg mit all seinen Tücken. Im letzten Oktober wurde ein Teil dieser Provinz von dem schweren Taifun heimgesucht, welcher Tod und Verwüstung gebracht hat. Überall fehlen ganze Strassenstücke die mittlerweile wieder notdürftig aufgeschüttet wurden. Da jedoch die Regenzeit vor der Tür steht, wird es nicht lange dauern und die Menschen sind wieder wochenlang von den Städten abgeschnitten. Teilweise haben sie das unserer Meinung nach aber selber zu verantworten. Überall brennen Feuer und ganze Landstriche sind nackt. Warum sie diese Feuer absichtlich anzünden, konnte uns Nik auch nicht sagen. Auf jeden Fall ist offensichtlich warum beim kleinsten Regenschauer ganze Hänge ins Rutschen kommen.
Unterwegs haben wir an verschiedenen Orten angehalten. Unter anderem auch auf einem Markt. Dort hingen an einem Stand ganze „Chuegrinde“. Wir möchten euch dieses Bild natürlich nicht vorenthalten ;-)) Kurz vor Baguio haben wir auch noch auf einer Strawberry Farm angehalten und natürlich Erdbeeren gekauft. Diese werden extra für die reichen Leute in Manila angebaut. Sämtliche einheimischen Touristenbusse halten hier, damit die Leute Erdbeeren pflücken können. Für mich sah das aus wie bei uns zu Hause im „Erdbeeriland“. Herrlich zum Zuschauen….
Nach 6 Stunden Fahrt sind wir dann in Baguio angekommen. Obwohl dies für die Filippinos der Touristenort schlechthin ist, finden wir die Stadt einfach nur schrecklich. Laut, stinkend, überfüllt und wieder total amerikanisch. Ist nicht das erste Mal das uns ein asiatisches Highlight nicht zusagt, dafür verstehen die Asiaten dann nicht warum wir uns an einsamen Stränden oder alten Dörfer erfreuen können. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.
Nun hocken wir also in unserem Hotelzimmer, schauen TV und haben Zeit unseren Blog zu aktualisieren. Morgen geht es dann mit dem Bus nach Manila wo wir nochmals eine Nacht verbringen werden, bevor wir nach Palawan fliegen. Der Hauptstadt schauen wir mit gemischten Gefühlen entgegen, da man so einiges an Horrorgeschichten darüber hört. Mal schauen was uns da so erwartet. In der Zwischen Zeit liebe Grüsse an alle und bis bald eis wieder….

Banaue - Fahrt zu den Reisterrassen

Wir wurden von Nik, einem Holländer der schon seit 16 Jahren auf den Phils lebt, zu unserer Tour abgeholt. Erst führte uns der Weg nochmals am Pinatubo vorbei. Sobald wir diesen jedoch hinter uns liessen, veränderte sich die Gegend offensichtlich. Es wurde grüner und grüner und alles wirkte wieder vermehrt asiatisch. Der amerikanische Einfluss ist auch auf dem Land noch spürbar aber zum Glück nicht mehr so dominant. Die ehemalige Stationierung der Amerikaner und deren Einfluss auf das Land hat für uns Traveller auch positiven Einfluss. Alles ist in englisch angeschrieben und die Kinder lernen die Sprache bereits ab der 1. Klasse. Dies macht das Herumreisen bedeutend einfacher. Sogar in den hintersten Provinzen wird Englisch gesprochen, dadurch haben die Leute auch keine Berührungsängste. Auf uns wirken die Filippinos sehr freundlich, hilfsbereit und umgänglich. Dazu kommt noch eine spürbare Neugierde, so dass man überall sofort Kontakt hat. Chöge ist das erste Mal so richtig begeistert von den Frauen ;-)). Diese sind hier viel weiblicher als in den anderen asiatischen Ländern. Sie wirken keines Falls wie 16jährige Schulmädchen, wie das sonst so üblich ist und besitzen einen sehr einnehmenden Charme.
Die erste Etappe unserer Tour dauerte gute 8 Stunden. Unterwegs sahen wir natürlich wieder die verrücktesten Sachen. Hier gibt es keine der sonst üblichen Motorräder, dafür hat es Tricycle und Jeepneys. Das erste sind sehr einfache Motorräder mit Seitenwagen und das zweite sind umgebaute amerikanische Lastwagen, welche in den buntesten Farben angemalt sind, hinten mit zwei Sitzbänken bestückt wurden und so als Busse genutz werden. Die Trikes fahren individuelle Strecken, der Preis ist Verhandlungssache und die Jeepneys haben feste Fahrstrecken mit Fixpreisen. Beides sehr lustig zum Ausprobieren. Chöge und ich zusammen in einem Trike zum Todlachen ;-)))
Die Leute leben hier hauptsächlich von der Landwirtschaft. Zurzeit ist gerade die Reisernte fällig. Überall liegt der Reis auf der Strasse ausgebreitet zum Trocknen. Es spielt scheinbar keine Rolle, dass der ganze Verkehr darüber rollt. Zudem sieht man die verrücktesten Ladungen und es ist kaum vorstellbar wie alles heil am Ziel ankommt. Auch hier sind wieder unglaubliche Logistiker am Werk.
Unser erstes Ziel Banaue ist ein katastrophales Kaff mitten im nirgendwo. Wir haben uns im besten Hotel im Ort eingenistet, welches zum Glück einen Swimmingpool hat, da man hier ausser Wandern nichts machen kann. Zum Entspannen ist es aber super hier.
Am Morgen nach unserer Ankunft ging es auch schon los. Wir wurden von einem Trike abgeholt und fuhren Richtung Hapao. Wir haben uns für diese Terrassen entschieden, da es dort einen Rundweg gibt und man nicht stundenlang in der Hitze bergauf gehen muss.
Der Weg dorthin führte über eine stark ausgewaschene Strasse durch zig Dörfer. Dagegen war die Fahrt zum Pinatubo ein Sonntagsspaziergang. So wurden unsere Knochen innert kürzester Zeit bereits zum zweiten Mal stark geschunden. Nena unsere Begleitung, sass ebenfalls auf dem Trike auf der Rückbank des Fahrers, so dass dieser alle Mühe hatte das Gefährt einigermassen in der Fahrspur zu halten. Als wir dann endlich am Ziel angekommen sind, wurden wir jedoch mehr als belohnt. Es ist unglaublich wie schön die Terrassen sind. Da hat man uns nicht zu viel versprochen. Sie sind im Verlauf der letzten 2000 Jahren vom Volk der Ifuagos gebaut und bewirtschaftet worden. Wir machten eine zweistündige Wanderung entlang der Terrassen und wurden immer wieder von neuen Anordnungen überrascht. Der Reis ist zurzeit mitten im Wachstum, so dass die Felder in sattem Grün leuchten. Auch hier wurde uns von überall zu gewinkt. Unterwegs sahen wir den Kindern zu wie sie in den Flüssen badeten und erfuhren von Nena viel über die Lebensgewohnheiten der Ifuagos. Aufgrund der schweren Arbeit zieht es die jungen Leute immer mehr Richtung Stadt, was wir absolut nachvollziehen können. Das hat jedoch den Zerfall der Terrassen zur Folge und es ist schon überall sichtbar. Nun hat sich die UNESCO eingeschaltet in der Hoffnung diesen noch stoppen zu können. Wir hoffen, dass es irgendwie gelingen wird, wie ist uns aber ein Rätsel, da es keine Möglichkeit gibt die Terrassen maschinell zu bearbeiten. Nicht mal Büffel können eingesetzt werden, da das Gelände viel zu steil und somit die Terrassenränder zu hoch sind. Wir sehen der ganzen Aktion eher skeptisch entgegen sind jedoch froh, dass wir uns die Mühe gemacht haben hierhin zu fahren solange es sie noch gibt.. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

Angeles City

Vermutlich wurde es doch höchste Zeit, dass wir Bangkok verlassen haben. Die Polizeipräsenz nahm stündlich zu und der Weg zum Flughafen wird nun auch schon vom Militär überwacht. So haben wir Thailand noch nie erlebt, eben doch ein wenig Ausnahmezustand.

Angeles City unsere erste Station auf den Philippinen, ist mehr oder weniger ein riesen Bordell. Unglaublich was hier abgeht. Ich bin vermutlich die einzige Europäerin weit und breit. Die Locals haben jedoch sichtlich Freude an meiner Anwesenheit, überall werde ich angesprochen. Liegt scheinbar an meinen blonden Haaren, hab ich mir sagen lassen.

Die Stadt ist heiss, dreckig und da die Amerikaner lange hier stationiert waren, wirkt alles sehr amerikanisch. Für meinen Geschmack hat es dann auch viel zu viele Fastfoodketten. Wir haben jedoch ein paar nette Europäer kennen gelernt, die schon eine Ewigkeit auf den Philippinen leben. So haben wir bereits einiges über die Mentalität der Einheimischen erfahren.
Der Grund warum wir uns überhaupt in diesem Sündenbabel aufhalten, sind natürlich nicht die ganzen einschlägigen Bars, sondern der Pinatubo Vulkan. Dies ist der zweitgrösste Vulkan weltweit. Sein letzter Ausbruch im 1991 hatte mehr als 2 Millionen Todesopfer zur Folge und die Auswirkungen sind im Umkreis von über 50 km auch heute noch spürbar. Die Natur erholt sich nur langsam und die Bevölkerung kämpft ums tägliche Überleben, da hier immer noch alles vom Staub zugedeckt ist und nichts mehr wächst. Wir sind also morgens um fünf von Fred, unserem Guide, abgeholt worden. Erstmals fuhren wir 2 Stunden in einem offenen Jeep, dessen beste Jahre schon längst hinter ihm liegen, zu einem Checkpoint wo wir eine Lizenz für den Besuch kaufen mussten. Die Fahrt war die reinste Tortur, da wir ununterbrochen durchgeschüttelt wurden. Etwas Adventure Feeling muss zwar sein aber Chöges Rücken tat mir unglaublich leid.
Richtig schlimm wurde es dann als die Fahrt über die Lavafelder Richtung Krater ging. Wir waren froh als der Jeep endlich anhielt. Den Aufstieg bewältigten wir zu Fuss, was in der Hitze sehr anstrengend jedoch immer noch angenehmer war als im Jeep zu sitzen. Oben angekommen wurden wir für die ganzen Strapazen belohnt. Wir hatten eine gewaltige Aussicht über den See, welcher sich seit dem Ausbruch im Krater gebildet hat. Einige Forscher wollten in den vorhergehenden Tagen den Grund dieses Sees erforschen. Die Taucher sind bis 1,5 km tief getaucht ohne einen Boden zu finden. Die Natur um den See erholt sich langsam, so dass ein schönes Erholungsgebiet entstanden ist. Wenn nur die Anfahrt nicht wäre….. Morgen geht es dann weiter in den Norden der Insel Luzon.

Mittwoch, 7. April 2010

Bangkok.... wir sind wieder da!

Mit unseren Flügen hatten wir mal wieder ein riesen Glück. Beide Flieger waren nur halb besetzt und wir konnten uns auf beiden Strecken jedes eine eigene Sitzreihe ergattern. So kamen wir ziemlich ausgeschlafen in Bangkok an. Übrigens der A380 ist der Hammer; riesengross und mega leise. Zudem hat er ein Unterhaltungssystem eingebaut, dass keine Wünsche offen lässt. Bezüglich der neusten Kinofilme sind wir spätestens wenn wir wieder in Zürich landen sicher auf dem neusten Stand.
In Bangkok angekommen stellten wir nur kurz unsere Koffer ins Zimmer und machten uns gleich auf die Suche nach einem Strassenrestaurant. Wir stolpperten sozusagen hinein. Vor einer internationalen Bank war eine Garküche und ein paar Tischchen aufgestellt und rundherum standen zig Blumentöpfe mit Palmen als Dekoration. Dies wirkte auf uns wie DIE grüne Oase mitten in der Millionenmetropole. Das Essen war super und ein paar Bierchen gab es natürlich auch noch, bevor wir todmüde in unser Bett fielen.
Am nächsten Morgen musste ich natürlich unbedingt eine Massage haben. Chöge ging in der Zwischenzeit eine neue Sonnenbrille kaufen. Als wir uns am vereinbarten Ort wieder trafen war er ganz aufgeregt und erzählte mir, dass da wohl etwas grösseres vorgefallen sei, er habe zugeschaut wie hunderte von Polizisten aufmarschiert seien. Erstmals dachte ich der übertreibt, dann sah ich eine weitere Ladung Polizei und nun auch noch Militär vorfahren. Die Thais reagierten jedoch nicht gross. Einige blieben stehen, die meisten gingen jedoch ihren Besorgungen nach, als sei nichts passiert. Wir also auch rein ins nächste Shoppingcenter und als ich gerade ein Kleid probieren wollte, rannten alle Verkäuferinnen raus auf die Strasse, ich natürlich hinter her. Mittlerweile war die Silomroad voller Menschen und alle schienen auf etwas zu warten. Langsam dämmerte es auch uns, um was es hier vermutlich geht und dann kamen sie... die Rothemden. Mehrere tausend Menschen zu Fuss, auf Motorrädern, Tuk Tuks, Autos, Taxis, Lastwagen und was sonst noch so fährt, waren unterwegs. Innert Sekunden gehörte die Strasse ihnen, die Menschenmasse jubelte ihnen zu und wir waren mitten drinn. Erst wussten wir nicht ob wir uns aus dem Staub machen sollten, da das EDA klar empfiehlt solchen Demonstrationen aus dem Weg zu gehen. Wir konnten es jedoch nicht lassen und bleiben einfach stehen. Das ganze war absolut emotional aber trotzdem friedlich. Es wurde gehupt und laut Musik gespielt, alle schrien durcheinander und wie durch Zauber trugen plötzlich alle Leute auf der Strasse rote Shirts. Vermutlich gehören diese im Moment zur Grundausrüstung jedes Thais. Die ganze Stadt war noch am Abend einfach nur rot, unglaublich.... Ich bin auf jeden Fall gespannt wie lange sich die momentane Regierung noch halten kann. Die Zeitungen scheinen ihr jedenfalls nicht mehr lange zu geben.... Nach soviel Eindrücken machten wir uns dann doch noch einen gemütlichen Nami am Hotelpool bevor wir uns am Abend dann Richtung Nightmarket aufmachten, um unsere teilweise kaputten Reiseutensilien zu ersetzen.
Am nächsten Tag entschieden wir uns, nun endlich eine Klongtour zu machen. Wenn möglich auf eigene Faust, da wir bekanntlich nicht auf Touristentouren stehen. Wir haben uns von der Receptionistin unsere Wünsche in Thai aufschreiben lassen und sind dann mit dem Skytrain zum Fluss und mit dem Expressboot nach Thonburi gefahren. Dort haben wir einem Fischer unser Zettel gezeigt und schon sassen wir in einem Longtailboot. So einfach geht das. Wir mussten nachträglich über unsere Bedenken lachen, scheinbar sind wir noch etwas Vietnam geschädigt was das Vertrauen in die Organistion von Ausflügen anbelangt. Auch sonst kommt uns BKK viel organisierter, ruhiger und sauberer vor als früher. Vermutlich sind auch das noch Nachwehen...
Wir haben die Klongfahrt sehr genossen, es war auch sehenswert jedoch niemals mit dem Leben am Mekong zu vergleichen. Auf dem Rückweg haben wir uns dann sogar noch die königlichen Barken angeschaut, diese haben wir beim letzten Besuch verpasst. Somit kennen wir nun alle Tourispots am Fluss.
Da wir schon in der Gegend waren, gingen wir natürlich auch noch in die Khao San Road. Dort haben wir uns in eine Kneipe gesetzt, Bier bestellt und die Travellerszene beobachtet. Unglaublich was da alles rumläuft. Teilweise werden die Typen den Absprung ins normale Leben nie mehr schaffen und ewige Hippies bleiben. Von denen laufen da auch genug herum. 60 plus, faltig, haarlos aber immer noch der Meinung voll dabei zu sein. Meiner Meinung nach ist diese Strasse absolut unschlagbar und seit "The Beach" vermutlich eh zum absoluten Kult geworden.
Am Abend gingen wir dann noch auf ein Apero in die höchste Bar Bangkok's. Dort sitzt man auf 200 Meter und kann die sensationelle Aussicht weit über die Stadt hinaus geniessen. Wir hatten Glück und bekamen einen hammer Sonnenuntergang dazu geliefert. Anschliessend haben wir dann unsere Fahrt mit der Dinner Cruise gemacht. Wir fuhren mit einem Schiff das aussieht wie eine alte Barke auf dem Fluss hin und her. Es war toll die ganzen Sehenswürdigkeiten, Hotels und was sonst noch so am Ufer steht beleuchtet zu sehen. Zudem gab es Unmengen zu essen. Leider für unseren Geschmack etwas zu sehr auf den Touristen abgestimmt, das heisst die Küche war für thailändische Verhältnisse eher zu fad. Ansonsten war die Fahrt jedoch lohnenswert.
Nun sind unsere 3 Tage Bangkok schon fast vorbei und es geht langsam ans Packen. Chöge versucht im Moment unser Übergepäck zu verteilen in der Hoffnung, dass sie das Handgepäck nicht kontrollieren und es so nicht zu teuer wird. Ich habe mal wieder einen billig Flieger gebucht und da sind nur 15kg Gepäck zu gelassen. Um Mitternacht geht es dann weiter auf die Philippinen.

Übrigens haben wir soeben im Fernsehen gehört, dass über BKK der Ausnahmezustand verhängt wurde. Wir haben davon bis jetzt nichts gemerkt. Hier läuft es wie immer es braucht sich also niemand Sorgen zu machen ;-)))

Donnerstag, 14. Januar 2010

Philippinen; wir kommen!

Dieses Jahr war ich an der Reihe und durfte unser nächstes Reiseziel bestimmen. Das war gar nicht so einfach, da ich noch viele Wunschziele habe. Nach einigem hin und her standen noch Laos, Kambodscha und die Philippinen zur Wahl. Ausschlaggebend war, dass bei unserer letzten Reise das Strandleben deutlich zu kurz gekommen ist und wir dieses Mal den Schwerpunkt auf Beachlife setzen wollten. Die Philippinen bestehen aus über 7000 Inseln, daher fiel der Entscheid auf diese Destination. Nun wurde es aber erst richtig schwierig; wohin in den knapp fünf Wochen? Nach ausführlichem Studium des Reiseführers haben wir uns für die Inseln Luzon, Palawan und Bohol entschieden.

Am Ostersonntag geht es los; mit Emirates via Dubai nach Bangkok. Dort gibt es erstmals ein Stopover von 3 Tagen. Mal sehen was in der Khao San Road so abgeht und natürlich ein wenig shoppen. Dann wollten wir schon lange mal eine Klongfahrt machen und nachts mit einer Dinner Cruise den Chao Phraya rauf und runter fahrten, leider hat uns bei den letzten Aufenthalten die Zeit dafür gefehlt.
Von Bangkok geht es dann weiter nach Clark auf Luzon. Von dort aus werden wir den Pinatubo Vulkan besteigen und anschliessend eine fünftägige Tour zu den einzigartigen Reisterrassen hoch im Norden machen. Diese werden seit über 2000 Jahren vom Bergvolk der IFUGAO bearbeitet.

Angekommen in Manila fliegen wir mit dem Flugzeug auf die Insel Palawan. Diese wird auch als "the last frontiers" bezeichnet, da sie bis anhin vom Massentourismus verschont geblieben ist und noch als sehr ursprünglich gilt. Wir werden auf Coco Loco einem kleinen Eiland nordöstlich, ein wenig die Seele baumeln lassen, schnorcheln und unsere ersten Eindrücke verdauen.
Weiter geht es dann mit dem Jeepney quer über die Insel nach Port Barton. Ein kleiner Ort mit ein paar Bungalows. Dies wird unser Ausgangsort sein um mit der Banka nach El Nido (übersetzt das Nest), im Bacuit Archipel zu fahren. Das kleine Fischerdorf im Norden Palawans liegt eingebettet in tropische Wälder, am Fuße schwarzer Kalkfelsen und gilt noch als der Geheimtipp schlechthin. Von dort aus werden wir ein paar Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln machen und hoffentlich viele schöne Strände und tolle Schnorchelgebiete zu sehen bekommen.

Unser letztes Ziel ist dann Bohol. Dies ist nach Boracay die von den Touristen am zweit meisten besuchte Insel der Philippinen. Wir werden am bekannten Alona Beach wohnen und dort unsere restlichen Ferientage geniessen. Eine kleine Tour zu den Chocolates Hills und ein Besuch bei den Tarsier (kleinste Affenart der Welt) ist auch noch geplant.

Ich bin gespannt ob unsere Reisepläne so machbar sind wie wir uns das vorstellen. In Südostasien ticken die Uhren bekanntlich anders und wie es aus verschiedenen Reiseberichten zu entnehmen ist, vorallem auf den Philippinen nochmals einen Tick langsamer. Zudem ist es scheinbar nicht ganz einfach die Phils abseits der Haupttouristenrouten zu bereisen, da das ganze öffentliche Verkehrswesen sehr unzuverlässig ist. Wir lassen uns mal überraschen und sind gespannt was uns so erwartet. Ich bin jedenfalls sicher, dass wir wiederum viel Skurriles erleben werden und möchte am liebsten bereits morgen los fliegen...

Auch wenn es noch ein wenig dauert; "bis bald im fernen Südostasien" ;-))

Mittwoch, 6. Mai 2009

Sapa.... bei den ethnischen Minderheiten

Bis anhin sind wir immer mit der vietnamesischen Staatsbahn unterwegs gewesen und die war absolut in Ordnung. Die Zuege sind puenktlich, die Reservationen klappen und es gibt sogar Essen und Trinken im Zug. Juergen hat uns, um in den Norden zu kommen, Tickets in einem typischen Touristenzug verkauft. Das war dann der absolute Reinfall. Der Zug war zwar auf den ersten Blick wunderschoen ausgestattet und dekoriert, war aber ansonsten in allem viel schlechter und natuerlich auch viel teurer als die Staatsbahn. Als wir im Buero unsere Zugtickets abholen wollten, gab es schon die ersten Probleme. Es gab keine mehr, aber man begleitete uns wenigstens persoenlich zum Zug. Dort wollte man uns zusammen mit einer vietnamesischen Famile in ein vierer Abteil stecken. Es gab noch weitere Touristen, die das gleiche Problem hatten. Die Zugsbegleiter waren voll ueberfordert und nicht bereit die Probleme zu klaeren. Wir haben ihnen, vorgeschlagen die Touristen zusammmen in eine Kabine zu stecken und die vietnamesischen Familien in den restlichen unterzubringen. Das wollten sie absolut nicht begreifen. Per Zufall sah ich dann noch, dass die Tickets der Vietnamesen nur halb soviel gekostet haben wie unsere. Da hat es mir den Nuggi rausgehauen und ich wurde das erste Mal in unseren Ferien boese. Das hat die Zugbegleiterin dann offensichtlich doch beeindruckt und Choege und ich erhielten nach 2 Stunden endlich unsere Betten in einer anderen Kabine. Aufgrund des ganzen Theaters schliefen wir alle schlecht und kamen ziemlich geknuettelt morgens um 4h30 in Lao Cai, an der chinesischen Grenze an. Dort standen Minibusse bereit, welche uns nach Sapa, unserem eigentlichen Ziel bringen sollten. Dies ist eine Alpenstadt, welche noch aus der Kolonialzeit existiert. Man merkt das franzoesische Flair ueberall.
Im Hotel wurden wir von Bao, unserem Guide, erwartet. Der fuehrte uns in unser Zimmer, das er fuer uns gebucht hatte. Sagen wir mal es war "sehr einfach". Es war jedoch absolut sauber und ich hatte nicht schon wieder Lust auf Diskussionen, also liessen wir das Ganze wie es war.
Wir goennten uns erstmals ein ausgiebiges Fruehstueck und dann ging es auch schon los mit der ersten Tour. Wir fuhren quer durch die Berge in die Dorfer der Minderheiten. Diese tragen alle, die fuer ihr Dorf typische Uniform und sind daher heiss begehrte Fotomotive. Es war interessant zu sehen wie einfach die Leute leben. Ueberall wurden wir freundlich begruesst und teilweise sogar zum Tee eingeladen. Fuer die Kinder hatten wir Bonbons, Ballons, Seifenblaetterli, Malbuecher und Filzstiffte dabei. Die waren absolut happy und haben uns angestrahlt. Das Leben in den Bergen ist sehr hart. Die meisten Leute leben von der Landwirtschaft. Die Gegend ist karg, steil und uneben. Ueberall laufen die Nutztiere frei herum, dass war total unterhaltsam. Uns begegneten, Wasserbueffel, Schweine, Huehner und Ziegen, welche genauso Verkehrsteilnehmer sind, wie Autos und Motorraeder. Wir haben nirgends ein totes Tier gesehen. Uns ist es ein Raetsel wie das funktioniert.
In dieser Region treffen zwei Klimas aufeinander. Die Hitze aus Laos und die Kaelte aus China. Das hat zur Folge, dass die Felder oft ueberschwemmt oder verhagelt werden. Wenn die Leute Glueck haben koennen sie einmal im Jahr ernten. Viele der Bergbewohner, die in der naeheren Umgebung von Sapa wohnen, haben sich daher Englischkenntnisse angeeignet und versuchen jetzt an den Touristen Geld zu verdienen, indem sie ihnen ihre Stickereien verkaufen wollen. Das fuehrt zu witzigen Szenen. Zum Beispiel eine Menschentraube von ca 30 Hmongfrauen umringt eine einzige Touristin und schnattert auf diese ein. Oder ein Paerchen das in Begleitung von einem Haufen dieser Frauen versucht, einen romantischen Abendspaziergang durch die Alpenstadt zu machen. Choege und ich haben es vorgezogen, uns irgendwo auf eine Terrasse zu sezten, ein Bier zu trinken und unserer Schadenfreude freien Lauf zu lassen. Uns kam zu gute, dass Choege sehr boese schauen kann und so wurden wir fast immer in Ruhe gelassen.
Am zweiten Tag fuhren wir zu einem Markt, der ziemlich weit abseits liegt und nur selten von Touristen besucht wird. Dort konnten wir zusehen, wie Bueffel ge- und verkauft werden, wie die Minderheiten ihre Wocheneinkaeufe erledigen und die Jugendlichen sich zum Flirten treffen. Es war toll dem Treiben zu zusehen. Anschliessend fuehren wir die ganze Strecke mit dem Boot zurueck und besuchten nochmals ein Dorf. Zum Schluss sind wir noch an den Grenzuebergang nach China gefahren und haben dem Treiben dort eine Weile zugeschaut. Hier laeuft der Handel heiss. Da werden Sachen hin und her geschoben und gezogen, so dass einem beim Zuschauen nicht langweilig wird. Aufgrund der vietnamesischen Ferien mussten wir den Besuch im Norden auf 2 Tage reduzieren. Was sehr schade ist, da es noch viel zu sehen gaebe. Wir hatten mit Bao einen super Fueher. Er hatte in den 80iger Jahren, von der vietnamesischen Regierung die Moeglichkeit erhalten, in der DDR Maschinenbau zu studieren. Er verbrachte total 7 Jahre in Ostdeutschland und spricht hervorragend Deutsch. Es war interessant im zu zuhoeren, wenn er uns von seinen Erinnerungen erzaehlte. Wir konnten ihn auch alles fragen und wir bekamen immer eine Antwort, egal ob politisch oder auch persoenliche Themen angeschnitten wurden. Wer weiss vielleicht kommen wir eines Tages wieder und schauen uns das Verpasste auch noch an.
Nun sind wir wieder in Hanoi und geniessen unsere letzten 2 Tage, bevor es dann zurueck in die Schweiz geht. Wir haben viel erlebt und bis auf zwei, drei Erlebnisse eine super Zeit hier verbracht. Vietnam hat uns absolut begeistert und es gaebe noch viel zu sehen und zu erleben. Wir sind jedoch auch ein wenig reisemuede und freuen uns nun auf unsere jederzeit gut organisierte Heimat;-))
Liebe Gruesse an alle die mitgelesen haben und bis bald....
Gaby und Choege

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