In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Donnerstag, 14. Januar 2010

Philippinen; wir kommen!

Dieses Jahr war ich an der Reihe und durfte unser nächstes Reiseziel bestimmen. Das war gar nicht so einfach, da ich noch viele Wunschziele habe. Nach einigem hin und her standen noch Laos, Kambodscha und die Philippinen zur Wahl. Ausschlaggebend war, dass bei unserer letzten Reise das Strandleben deutlich zu kurz gekommen ist und wir dieses Mal den Schwerpunkt auf Beachlife setzen wollten. Die Philippinen bestehen aus über 7000 Inseln, daher fiel der Entscheid auf diese Destination. Nun wurde es aber erst richtig schwierig; wohin in den knapp fünf Wochen? Nach ausführlichem Studium des Reiseführers haben wir uns für die Inseln Luzon, Palawan und Bohol entschieden.

Am Ostersonntag geht es los; mit Emirates via Dubai nach Bangkok. Dort gibt es erstmals ein Stopover von 3 Tagen. Mal sehen was in der Khao San Road so abgeht und natürlich ein wenig shoppen. Dann wollten wir schon lange mal eine Klongfahrt machen und nachts mit einer Dinner Cruise den Chao Phraya rauf und runter fahrten, leider hat uns bei den letzten Aufenthalten die Zeit dafür gefehlt.
Von Bangkok geht es dann weiter nach Clark auf Luzon. Von dort aus werden wir den Pinatubo Vulkan besteigen und anschliessend eine fünftägige Tour zu den einzigartigen Reisterrassen hoch im Norden machen. Diese werden seit über 2000 Jahren vom Bergvolk der IFUGAO bearbeitet.

Angekommen in Manila fliegen wir mit dem Flugzeug auf die Insel Palawan. Diese wird auch als "the last frontiers" bezeichnet, da sie bis anhin vom Massentourismus verschont geblieben ist und noch als sehr ursprünglich gilt. Wir werden auf Coco Loco einem kleinen Eiland nordöstlich, ein wenig die Seele baumeln lassen, schnorcheln und unsere ersten Eindrücke verdauen.
Weiter geht es dann mit dem Jeepney quer über die Insel nach Port Barton. Ein kleiner Ort mit ein paar Bungalows. Dies wird unser Ausgangsort sein um mit der Banka nach El Nido (übersetzt das Nest), im Bacuit Archipel zu fahren. Das kleine Fischerdorf im Norden Palawans liegt eingebettet in tropische Wälder, am Fuße schwarzer Kalkfelsen und gilt noch als der Geheimtipp schlechthin. Von dort aus werden wir ein paar Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln machen und hoffentlich viele schöne Strände und tolle Schnorchelgebiete zu sehen bekommen.

Unser letztes Ziel ist dann Bohol. Dies ist nach Boracay die von den Touristen am zweit meisten besuchte Insel der Philippinen. Wir werden am bekannten Alona Beach wohnen und dort unsere restlichen Ferientage geniessen. Eine kleine Tour zu den Chocolates Hills und ein Besuch bei den Tarsier (kleinste Affenart der Welt) ist auch noch geplant.

Ich bin gespannt ob unsere Reisepläne so machbar sind wie wir uns das vorstellen. In Südostasien ticken die Uhren bekanntlich anders und wie es aus verschiedenen Reiseberichten zu entnehmen ist, vorallem auf den Philippinen nochmals einen Tick langsamer. Zudem ist es scheinbar nicht ganz einfach die Phils abseits der Haupttouristenrouten zu bereisen, da das ganze öffentliche Verkehrswesen sehr unzuverlässig ist. Wir lassen uns mal überraschen und sind gespannt was uns so erwartet. Ich bin jedenfalls sicher, dass wir wiederum viel Skurriles erleben werden und möchte am liebsten bereits morgen los fliegen...

Auch wenn es noch ein wenig dauert; "bis bald im fernen Südostasien" ;-))

Mittwoch, 6. Mai 2009

Sapa.... bei den ethnischen Minderheiten

Bis anhin sind wir immer mit der vietnamesischen Staatsbahn unterwegs gewesen und die war absolut in Ordnung. Die Zuege sind puenktlich, die Reservationen klappen und es gibt sogar Essen und Trinken im Zug. Juergen hat uns, um in den Norden zu kommen, Tickets in einem typischen Touristenzug verkauft. Das war dann der absolute Reinfall. Der Zug war zwar auf den ersten Blick wunderschoen ausgestattet und dekoriert, war aber ansonsten in allem viel schlechter und natuerlich auch viel teurer als die Staatsbahn. Als wir im Buero unsere Zugtickets abholen wollten, gab es schon die ersten Probleme. Es gab keine mehr, aber man begleitete uns wenigstens persoenlich zum Zug. Dort wollte man uns zusammen mit einer vietnamesischen Famile in ein vierer Abteil stecken. Es gab noch weitere Touristen, die das gleiche Problem hatten. Die Zugsbegleiter waren voll ueberfordert und nicht bereit die Probleme zu klaeren. Wir haben ihnen, vorgeschlagen die Touristen zusammmen in eine Kabine zu stecken und die vietnamesischen Familien in den restlichen unterzubringen. Das wollten sie absolut nicht begreifen. Per Zufall sah ich dann noch, dass die Tickets der Vietnamesen nur halb soviel gekostet haben wie unsere. Da hat es mir den Nuggi rausgehauen und ich wurde das erste Mal in unseren Ferien boese. Das hat die Zugbegleiterin dann offensichtlich doch beeindruckt und Choege und ich erhielten nach 2 Stunden endlich unsere Betten in einer anderen Kabine. Aufgrund des ganzen Theaters schliefen wir alle schlecht und kamen ziemlich geknuettelt morgens um 4h30 in Lao Cai, an der chinesischen Grenze an. Dort standen Minibusse bereit, welche uns nach Sapa, unserem eigentlichen Ziel bringen sollten. Dies ist eine Alpenstadt, welche noch aus der Kolonialzeit existiert. Man merkt das franzoesische Flair ueberall.
Im Hotel wurden wir von Bao, unserem Guide, erwartet. Der fuehrte uns in unser Zimmer, das er fuer uns gebucht hatte. Sagen wir mal es war "sehr einfach". Es war jedoch absolut sauber und ich hatte nicht schon wieder Lust auf Diskussionen, also liessen wir das Ganze wie es war.
Wir goennten uns erstmals ein ausgiebiges Fruehstueck und dann ging es auch schon los mit der ersten Tour. Wir fuhren quer durch die Berge in die Dorfer der Minderheiten. Diese tragen alle, die fuer ihr Dorf typische Uniform und sind daher heiss begehrte Fotomotive. Es war interessant zu sehen wie einfach die Leute leben. Ueberall wurden wir freundlich begruesst und teilweise sogar zum Tee eingeladen. Fuer die Kinder hatten wir Bonbons, Ballons, Seifenblaetterli, Malbuecher und Filzstiffte dabei. Die waren absolut happy und haben uns angestrahlt. Das Leben in den Bergen ist sehr hart. Die meisten Leute leben von der Landwirtschaft. Die Gegend ist karg, steil und uneben. Ueberall laufen die Nutztiere frei herum, dass war total unterhaltsam. Uns begegneten, Wasserbueffel, Schweine, Huehner und Ziegen, welche genauso Verkehrsteilnehmer sind, wie Autos und Motorraeder. Wir haben nirgends ein totes Tier gesehen. Uns ist es ein Raetsel wie das funktioniert.
In dieser Region treffen zwei Klimas aufeinander. Die Hitze aus Laos und die Kaelte aus China. Das hat zur Folge, dass die Felder oft ueberschwemmt oder verhagelt werden. Wenn die Leute Glueck haben koennen sie einmal im Jahr ernten. Viele der Bergbewohner, die in der naeheren Umgebung von Sapa wohnen, haben sich daher Englischkenntnisse angeeignet und versuchen jetzt an den Touristen Geld zu verdienen, indem sie ihnen ihre Stickereien verkaufen wollen. Das fuehrt zu witzigen Szenen. Zum Beispiel eine Menschentraube von ca 30 Hmongfrauen umringt eine einzige Touristin und schnattert auf diese ein. Oder ein Paerchen das in Begleitung von einem Haufen dieser Frauen versucht, einen romantischen Abendspaziergang durch die Alpenstadt zu machen. Choege und ich haben es vorgezogen, uns irgendwo auf eine Terrasse zu sezten, ein Bier zu trinken und unserer Schadenfreude freien Lauf zu lassen. Uns kam zu gute, dass Choege sehr boese schauen kann und so wurden wir fast immer in Ruhe gelassen.
Am zweiten Tag fuhren wir zu einem Markt, der ziemlich weit abseits liegt und nur selten von Touristen besucht wird. Dort konnten wir zusehen, wie Bueffel ge- und verkauft werden, wie die Minderheiten ihre Wocheneinkaeufe erledigen und die Jugendlichen sich zum Flirten treffen. Es war toll dem Treiben zu zusehen. Anschliessend fuehren wir die ganze Strecke mit dem Boot zurueck und besuchten nochmals ein Dorf. Zum Schluss sind wir noch an den Grenzuebergang nach China gefahren und haben dem Treiben dort eine Weile zugeschaut. Hier laeuft der Handel heiss. Da werden Sachen hin und her geschoben und gezogen, so dass einem beim Zuschauen nicht langweilig wird. Aufgrund der vietnamesischen Ferien mussten wir den Besuch im Norden auf 2 Tage reduzieren. Was sehr schade ist, da es noch viel zu sehen gaebe. Wir hatten mit Bao einen super Fueher. Er hatte in den 80iger Jahren, von der vietnamesischen Regierung die Moeglichkeit erhalten, in der DDR Maschinenbau zu studieren. Er verbrachte total 7 Jahre in Ostdeutschland und spricht hervorragend Deutsch. Es war interessant im zu zuhoeren, wenn er uns von seinen Erinnerungen erzaehlte. Wir konnten ihn auch alles fragen und wir bekamen immer eine Antwort, egal ob politisch oder auch persoenliche Themen angeschnitten wurden. Wer weiss vielleicht kommen wir eines Tages wieder und schauen uns das Verpasste auch noch an.
Nun sind wir wieder in Hanoi und geniessen unsere letzten 2 Tage, bevor es dann zurueck in die Schweiz geht. Wir haben viel erlebt und bis auf zwei, drei Erlebnisse eine super Zeit hier verbracht. Vietnam hat uns absolut begeistert und es gaebe noch viel zu sehen und zu erleben. Wir sind jedoch auch ein wenig reisemuede und freuen uns nun auf unsere jederzeit gut organisierte Heimat;-))
Liebe Gruesse an alle die mitgelesen haben und bis bald....
Gaby und Choege

Freitag, 1. Mai 2009

Hai Duong und Trang An

Wir haben bei unserer Reiseplanung nicht gemerkt, dass der 30. April und der 1. Mai 2009 ganz wichtige Feiertage in Vietnam sind. Nun hat sich herrausgestellt, dass an diesen beiden Tagen und am anschliessenden Wochenende das ganze Land unterwegs ist. Man hat keine Chance Zug-, Bus- oder Flugtickets zu bekommen, da diese Daten seit Monaten ausverkauft sind. An den fuer uns interessanten Orten gab es natuerlich auch keine Hotelzimmer mehr. Wir sind 4 Tage herumgerennt und haben alles versucht, leider ohne Erfolg. Die Stimmung war ziemlich am Boden. Zum Glueck haben wir Juergen, einen Deutschen der im Norden wohnt, kennengelernt. Mit ihm werden wir nun die naechsten 3 Tage durch die Provinz ziehen. Gleich nach unserer Ankunft sind wir mit den Motoraedern losgezogen und haben den Onkel von Ha, Juergens Freundin besucht. Es war cool da. Der Onkel macht selber Schnapps und wir mussten natuerlich probieren. Das Zeugs war mega stark, aber es schmeckte sehr gut. Der eine Schnapps wird aus Honig und Bienen hergestellt. Die Bienen werden mit in die Flasche abgefuellt. Waltsch, das waere etwas fuer dich gewesen. Er wollte uns leider keinen verkaufen, da dies eine einmalige Spezialitaet von ihm ist und nur an Besucher ausgeschenkt wird. Der Schnapps ist ganz schoen eingefahren. Nach dem Besuch sind wir im Dorf des Onkels spazieren gegangen. Wir waren die Attraktion. Alle kamen uns bestaunen. Die Leute waren jedoch sehr freundlich und offen. Wir hatten einen riesen Spass und Juergen weiss viel ueber die Lebensgewohnheiten der Einheimischen zu erzaehlen.
Am Abend gingen wir dann mit Juergen und Ha, in einem Strassenrestaurant Ente essen. Hier gilt die Regel je mehr Abfall am Boden liegt, desto besser das Restaurant. Ziemlich ungewohnt die Speisereste einfach auf den Boden zu werfen. Aber man will ja nicht unhoeflich sein ;-))
Nach dem Essen fuhren wir in die Stadt, ich habe mit Ha Schuhe gekauft und am Schluss haben wir irgendwo am Strassenrand, noch einen Absacker getrunken. Wieder ein Schnapps; dieses Mal aus 37 verschiedenen Kraeutern, welche alle selber gesammelt werden. Ich habe nicht probiert, aber Choege hat es geschmeckt.
Am naechsten Tag hingen wir mit Juergen erstmals in einer Bia Hoi Kneippe rum. Das sind die typischen Strassenrestaurants, wo man Bier aus dem Fass bekommt. Diese werden nur von den Einheimischen besucht. Wir waren also wieder mal das Highlight. Die Buschtrommeln funktionieren gut in Vietnam und so fuhren dauernd Leute vorbei die uns bestaunen wollten. Die einen winkten, die anderen riefen Hello und ein paar kamen extra in die Kneippe ein Bier trinken, damit sie uns besser sehen konnten. Es war absolut witzig, vorallem da Juergen immer alles kommentierte, so dass wir keine Zweifel hatten um was es ging. In Hai Duong gibt es absolut keinen Tourismus und die Leute sind zu 100 % authentisch. Wir fuehlten uns nie unerwuenscht, im Gegenteil wir waren kleine Stars. Egal wo wir hinkamen, wir wurden immer angelaechelt. Die Vietnamesen sind uns sonst nirgendwo so offen und freundlich begegnet. Mittlerweile betrachten wir die Tatsache, das alles ausgebucht war als Gluecksfall, denn unser Aufenthalt in dieser Stadt ist das absolute Highlight unserer Vietnamreise. Natuerlich nicht zuletzt auch wegen Ha und Juergen. Juergen ist an der Grenze zu Oesterreich aufgewachsen und hat schon in ganz Asien gelebt und gearbeitet. Man merkt schnell, dass er die Asiaten sehr gern hat und sie ihn auch. Das ist eher eine Seltenheit, da die meisten Auslaender kaum bereit sind sich anzupassen. Er hat auch viele Projekt laufen, welche Umweltschutz und Trinkwasserreinigungen in Vietnam verbessern sollen.
Am Abend gab es dann zu Hause bei Juergen und Ha ein Barbecue. Er hollte in einem Strassenrestaurant kurzerhand Tisch und Stuehle und baute seinen Grill mitten auf der Quartierstrasse auf. Wir fuhren mit Ha zum Markt. Sie ist auch anders als die Vietnamesinnen die wir bis anhin kennen gelernt haben. Sie spricht super Englisch und hat ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Sie ist die Chefin von Juergens Firma und "maenaetscht" das ganze sehr sympathisch aber knallhart. Es ist herrlich ihr zuzusehen wie sie ihre Wuensche durchsetzt. Immer mit einem Laecheln, aber mit einer unglaublichen Hartnaeckigkeit. So kauft sie dann auch Fleich, Gemuese und Fruechte ein. Choege kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Alles wurde beschnuppert und wehe es war nicht frisch. Eine alte Lady wollte ihr unbedingt aeltere Maiskolben in ihr Saeckchen stecken. Es gab ein Geschnatter, sie raeumte alles wieder aus und lief mit der Bemerkung "crazy old lady" davon. Die Vietnamesen fahren zweimal taeglich zum Markt da sie wirklich alles frisch zu bereiten. Wir haben durch Ha Speisen kennen gelernt, an die wir uns sonst nie herangewagt haetten, da jeder Reisefuehrer grundsaetzlich warnt davor. Wir wussten jedoch, dass sie es sofort merken wuerde, wenn etwas nicht mehr geniessbar waere. So haben wir drei herrlich kulinarische Tage in der Provinz verbracht. Am letzten Tag fuhren wir dann noch nach Trang An. Die Gegend besteht genau wie die Halong Bucht aus Kalksteinfelsen. Diese stehen hier jedoch nicht im Wasser sondern mitten in den Reisfeldern. Durch diese fliessen kleine Fluesse, auf welchen man eine herrliche Bootstour machen kann. Juergen hat einen Ort entdeckt zu dem noch keine Touristenbusse fahren. Da es immer noch ein Feiertag war, hatte es jedoch viele Vietnamesen da, mit denen war es dann aber mega lustig. Wir fiehlen wieder auf wie bunte Hunde. Dieses Mal wurde Choege dauernd beruehrt. Dies wegen seiner hellen Haut. Das moechten sie auch gerne haben und nutzten die Gelegenheit sie anzufassen. Ich habe mich kaputt gelacht. Choege fand es am Anfang nicht so lustig, hat sich dann aber schnell daran gewoehnt. Wir wurden ueberall mit grossem Hallo begruesst. Einer hat sogar seine beiden Zeigefinger gekreuzt, als er an mir vorbei ging. Juergen erklaerte der habe mir Glueck gewuenscht.
Am Abend sind wir dann zurueck nach Hanoi gefahren und mussten uns schweren Herzen von Ha und Juergen verabschieden. Was erst ein riesen Aergernis war, wurde zum Hoehepunkt unserer Vietnamreise. Es hat unheimlich Spass gemacht in der Provinz fest zu sitzen. Wir sehen das Land und die Leute nun mit ganz anderen Augen. Wenn wir nicht bei Juergen gelandet waeren, haetten wir diese Seite von Vietnam kaum kennengelernt.
Heute Abend geht es mit dem Zug an die chinesische Grenze, wo wir die Bergstaemme des Nordens besuchen werden. Dies ist schon die letzte Station unserer Reise bevor es zurueck in die Schweiz geht. Wie schnell doch die Zeit vergeht...

Donnerstag, 30. April 2009

Hanoi und Halong Bay

Nach 12 Stunden im Schlafwagen sind wir wiederum in einer Hergottsfruehe endlich in der Hauptstadt von Vietnam angekommen. Wir wurden vom Hotel abgeholt, zum Glueck da mir morgens um halb fuenf die Sinne noch nicht bereit stehen um Verhandlungen zu fuehren und mich von der Transportmafia nicht übers Ohr hauen zu lassen.
Beim Hotel angekommen mussten wir erstmals ueber die Reception Staff klettern, die da alle am Boden schliefen. Auch das ist in Vietnam normal. Wir wurden mit einem Kaffee in den Fruehstuecksraum gesetzt und schauten einer Küchenschabe zu, während wir darauf warteten bis das erste Zimmer frei wird. Als es draussen hell wurde waren wir es leid zu warten und machten uns auf den Weg an den See, welcher sich mitten in der Altstadt befindet. Dort fruehstueckten wir erstmal so richtig ausgiebig auf vietnamesisch. Das heisst, wir assen Suppe und schauten uns das Treiben auf der Strasse an. Hier geht es wieder ziemlich hektisch zu und es gibt die schraegsten Verkehrsteilnehmer zu sehen. So ging die Zeit schnell vorbei und wir konnten endlich unser Zimmer beziehen. Wir hatten Glueck, die ersten Gaeste die gingen, waren die aus dem Penthouse und das bekamen wir dann. Wir hatten sogar eine Dachterrasse mit Blick ueber ganz Hanoi, das war so cool, dass wir waehrend des ganzen Aufenthalts nur Take away Speisen holten (die sind hier super frisch, billig und schmecken toll) um diese dann da oben zu essen.
Die naechsten 2 Tage verbrachten wir hauptsaechlich damit, in der Altstadt herum zu wackeln und uns die ganzen Handwerksgassen anzusehen. Hier gibt es fuer jeden Beruf eine eigene Strasse. Wenn man zum Beispiel Schuhe kaufen moechte, geht man in die Schuhmacherstrasse. Dort hat es ca. 20 Laeden nacheinander und davor sitzen die Schuhmacher, welche einem die alten Schuhe auch gleich noch richten. Absolut interessant dieses System, mega effizient und natuerlich lustig zum Zuschauen.
Unser Aufenthalt in der Hauptstadt verging viel zu schnell und wir mussten schon wieder die Koffer packen. Mit dem Bus fuhren wir die 2oo km in die Halong Bay. Diese steht auch unter dem UNESCO Siegel. Dort bestiegen wir das Boot, welches auch wieder Aehnlichkeit mit einem schwimmenden vier Sterne Hotel hat. Diesmal war das Boot jedoch voll belegt. Es hatte, Russen, Australier, Singaporer, Finnen, Amerikaner mit japanischen, vietnameschischen und chinesischen Wurzeln. Wir waren ein buntes Voelkchen und es war interessant jedesmal mit anderen Nationalitaeten am Tisch zu sitzen und ueber deren Reiseplaene zu plaudern. Man hoerte die unterschiedlichsten Geschichten und wir mussten einmal mehr feststellen, dass wir bis jetzt einfach nur Glueck mit unseren Erfahrungen hatten. Am lustigsten hatten wir es mit den Amis. Mit denen haben wir sogar Karaoke gesungen (natuerlich Choege). Ich habe mich halb kaputt gelacht.
Die Tour durch die Bucht war einmalig schoen. Obwohl es uns am ersten Tag so richtig verregnete, hat dies dem Erlebnis nicht geschadet. Ist unbedingt zu empfehlen.
Auf dem Rueckweg mit dem Bus wurden wir auf halber Strecke von Juergen und Ha abgeholt und sitzen nun irgendwo in der Praerie zwischen Halong und Hanoi fest. Warum das ist eine lange Geschichte darueber mehr im naechsten Blog....

Samstag, 25. April 2009

Hue.... die Kaiserstadt

Die Zugfahrt ins 138 km entfernte Hue dauerte nur 2.5 Stunden und war tatsaechlich wunderschoen. Man sah Buchten mit einsamen Straenden und glasklarem Wasser, einfach herrlich. Da hat man uns nicht zu viel versprochen. Waere interessant zu wissen wie lange es noch geht, bis hier der Bauboom auch losgeht.
Hue ist die ehemalige Hauptstadt, welche viele Kaiser hat kommen und gehen sehen. Daher gibt es im kulturellen Bereich so einiges zu sehen. Am bekanntesten ist die Zitadelle (ehemaliger Kaiserpalast), diverse Grabstaetten der Kaiser und unzaehlige Pagoden. Wir sind ja bekanntlich nicht gerade die Kulturfreaks und trotzdem gehoert die Besichtigung dieser Gedenkstaetten bei einer Vietnamreise einfach mit dazu.
Erstmals entschieden wir uns jedoch an den nahe gelegenen Strand zu fahren. Dieser wird aufgrund der vielen Sehenswuerdigkeiten meistens links liegen gelassen. Wir fuhren mit dem Taxi dorthin und wollten uns eigentlich ein Toefli mieten, um ein wenig durch die Gegend zu fahren. Diese haette viel Lokalkolorit zu bieten. Was auch immer das heisst, wir wollten es uns auf jeden Fall anschauen. Der Strand ist toll und bis auf ein paar Kioske gibt es da noch keine Infrastruktur und vorallem auch keine Touristen. Daher stellte sich das mit dem Toefli mieten als ziemlich schwierig heraus. Es standen zwar wie ueberall zig von den Dingern herum, aber wir fanden niemanden, der uns eines vermieten wollte. Also liessen wir uns von dem Taxidriver ueberreden, die geplante Strecke mit ihm zu fahren. Da er sehr schlecht Englisch konnte, steckten wir ihm unsere Karte unter die Nase und zeichneten ihm den Weg ein, welchen wir gerne fahren wuerden. ''No problem...'' und los ging es. Die Stecke fuehrt an einer Lagune entlang und die Gegend ist wirklich interessant. Sie wird auch als ''Stadt der Graeber'' bezeichnet, da sich die ansaessigen Familien einen Wettstreit liefern, wer das schoenste und groesste Denkmal fuer die Ahnen erbaut. Aus dieser Gegend sind viele der sogenannten ''Boat people'' geflohen, welche nun Geld aus dem Ausland schicken um das Ganze zu finanzieren. Vielmals sind die Graeber groesser und schoener als die Wohnhaeuser. Fuer uns kaum nachvollziehbar.
Unsere Taxifahrt dauerte schon ewig und langsam aber sicher beschlich uns ein ungutes Gefuehl. Also hielten wir dem Fahrer erneut die Karte unter die Nase und machten ihm deutlich, dass er dann bei der naechsten Bruecke ja abzweigen soll, um wieder in die Stadt zurueck zu fahren. Leider kam diese Bruecke einfach nicht und wir waren uns bald sicher, dass er schon lange daran vorbei gefahren ist. Wenn wir ihn darauf ansprachen, sagte er jedoch immer ''ok, ok''. Wir wurden langsam sauer, da wir eigentlich noch andere Plaene hatten, als den Tag im Auto zu verbringen. Die Gegend fanden wir auch langsam aber sicher langweilig, da sie immer gleich aussah. Wir sind dann zu der Ueberzeugung gekommen, dass der Fahrer entweder selber nicht mehr wusste wo wir sind oder uns einfach fuer dumm verkauft hat. Wir tippen auf letzteres. Der ganze Spass hat fast drei Stunden gedauert, ca Fr 35.00 gekostet und wir sind einmal mehr um eine Erfahrung reicher.
Nach diesem Reinfall ueberlegten wir uns gut, wie wir die Tour zu all den Sehenswuerdigkeiten machen wollen. Wir suchten, das in beiden Reisefuehrern als Insidertipp angegebene Travelcafe auf und buchten dort eine Halbtagestour auf Mofas. Bereits als wir das Cafe betraten, war nicht zu uebersehen, dass sie nur zufriedene Gaeste haben. Die Waende inkl der Decke sind in allen Sprachen mit begeisterten Statements vollgekritzelt. Die Tour war dann auch ein Volltreffer. Wir fuhren mit zwei Bruedern der Besitzerin auf deren Mofas durch die Gegend, den ganzen Weg auf Nebenstrassen. Natuerlich haben wir wieder viele tolle Sachen gesehen und nebenbei auch noch die ganzen ''must see's'' abgehackt. Diese waren gar nicht so schlecht und wir konnten ein paar tolle Fotos knippsen. Am Selbstverstaendlich haben wir uns am Schluss der Tour auch mit einem Bericht verewigt. Wer weiss, vielleicht kommt ja mal jemand vorbei der uns kennt ;-))
Nach drei Tagen in der Kaiserstadt steht uns nun wieder eine lange Fahrt im Nachtzug Richtung Hanoi bevor. Wir muessen uns nun definitiv von der Kueste Vietnams verabschieden und werden vermutlich wieder in einer Stadt voller Toeflis und entsprechendem Laerm landen. Wir lassen uns ueberraschen....

Donnerstag, 23. April 2009

Hoi An.... UNESCO Weltkulturerbe

Unser naechstes Ziel ist Hoi An, dies liegt 730 km noerdlich von Mui Ne. Uns stand somit die erste Etappe im Schlafwagen bevor. Wir waren gespannt, ob das einigermassen zu ertragen ist. Der erste Eindruck war jedoch gar nicht so schlecht. Es schien einigermassen sauber zu sein und die Betten haben sogar richtige Matrazen inkl Kopfkissen und Duvet. Da wir beide auch nicht unbedingt gross sind, konnten wir uns ganz austrecken und haben ziemlich gut geschlafen. Es ist natuerlich kein Vergleich zu einem richtigen Bett, da es doch ganz schoen schaukelt, aber eine gute Alternative um vorwaerts zu kommen ist es allemal. Die Zugfahrt war auch ziemlich unterhaltsam, da auch eine Gruppe Englaender in unserem Wagen untergebracht war, so dass die Vietnamesen eine ziemliche Auswahl hatten und sich aussuchen konnten, wen sie nun anstarren moechten. Scheinbar ist es doch eher selten, dass die westlichen Touristen im Zug reisen.
Nach 13 Stunden erreichten wir morgens um 4h30 die Stadt Da Nang. Am Bahnhof wurden wir bereits erwartet, da wir die Tatsache, dass wir bereits so fruehmorgens auf den Beinen sind, ausnutzen wollten, um uns unterwegs die raetselhaften Ruinen von My Son anzuschauen. Diese sind Ueberbleibsel des ehemaligen Koenigreichs Champa und sollen bei Sonnenaufgang besonders schoen sein. Von der Tempelstadt ist jedoch nicht mehr allzu viel uebrig, da die Amis im Krieg so ziemlich alles zerbombt haben. Der Ausflug dorthin lohnt sich aber trotzdem, da die Anlage in einem wunderschoenen Tal liegt. Wir waren dann auch die ersten Besucher und haben es sehr genossen einmal ganz fuer uns zu sein.
Auf dem Weg nach Hoi An, konnten wir dann sehen wie Vietnam erwacht. Ueberall waren Leute unterwegs die auf dem Weg zum Markt waren. Die Vietnamesen sind erstaunliche Logistiker. Es ist nicht zu glauben was und vorallem wie sie ihre Ware transportieren. Wir haben ein paar Mal gestaunt. Die ganze Gegend besteht hier natuerlich aus Reisfeldern, auf welchen man Wasserbueffel gemuetlich am Grasen sieht. Genau so stellt man sich Vietnam vor.
Gegen 9h00 sind wir dann endlich im Hotel eingetroffen. Eine super Anlage mit einem riesen Swimmingpool, mitten in einem tollen Garten. Leider musste wir unser Bad auf spater verschieben, da wir zum Fruehstueck bei Thomas, einem Deutschen der in Hoi An lebt, eingeladen waren. Wir haben dann auch gemuetlich bei ihm zu Hause auf der Dachterrasse gegessen und hatten endlich Gelegenheit, alle Fragen zu stellen, auf die wir bisher keine Antworten erhalten haben. Es war sehr lustig und wir blieben viel laenger als wir eigentlich geplant hatten.
Am naechsten Tag stand dann unsere Tour zu den Palmengaerten auf dem Programm. Um 8h00 ging es bereits los. Mit Karsten, einem Mitarbeiter von Thomas, fuhren wir auf den Velos querfeldein und hatten Gelegenheit zu sehen, wie die Landbevoelkerung lebt und was sie alles aus den Kokosnusspalmen, die hier erstaunlicherweise im Wasser wachsen, produzieren. Wir konnten den Leuten beim Arbeiten zusehen und Karsten wusste viel darueber zu erzaehlen. Unterwegs machten wir bei einem Grosi halt und assen Baquette mit einer scharfen Fuellung. Wir wussten nicht genau was da drin ist, aber es hat super toll geschmeckt. Das ist uebrigens das erfreuliche Ueberbleibsel aus der Kolonialzeit. Die Franzosen haben das Brot zurueck gelassen. Das hat mir sonst in Aisen immer unheimlich gefehlt.
Am Abend ging es dann endlich ins ehemalige Hafenstaedtchen, das mittlerweile das UNESCO Siegel traegt und somit unter Schutz steht. Die Leute duerfen an den alten Haeusern nichts veraendern, was ein richtiger Segen fuer Hoi An ist und den Tourismus so richtig anzieht. Die Altstadt wird schon jetzt jeden 2. Abend fuer Motorraeder gesperrt. Es ist herrlich ruhig und man hat Gelegenheit so richtig zu flanieren. Hoi An ist auch DIE Stadt der Schneider. Ueberall hat es Kleidershops und es gibt nichts, was sie einem nicht innert kuerzester Zeit schneidern koennten. Fuer mich war es jedoch zu heiss, so dass ich nie so richtig in Shoppingstimmung gekommen bin; zur Freude von Choege, muss ich hier noch erwaehnen.
Wir hatten hier auch noch ein lustiges Erlebnis. Irgend an einem Morgen waren wir unterwegs in Richtung Altstadt um ein paar Besorgungen zu machen, als uns eine Vietnamesin auf einem Motorrad angequatscht hat. "Where are you going....?"; "Where are you from...?" "Are you married...?" usw. Das ist hier ueblich, da alle ihre Fremdsprachenkenntnisse an den Touristen ausprobieren wollen. Wir kamen auf jeden Fall mit ihr ins Gespraech und schlussendlich hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen. Bei ihr zu Hause bekamen wir Stuehle hingestellt und haben noch eine zeitlang mit ihr herum gealbert, bis sie uns dann ploetzlich ans Herz legte wir muessen unbedingt schauen, dass wir moeglichst schnell ein Baby bekommen, da ich ja nicht mehr die Juengste sei. Sie hat Choege auch gleich ein paar Tipps diesbezueglich gegeben; wir haben uns kaputt gelacht. Damit es moeglichst bald klappen wuerde, hat sie uns auch gleich noch unsere chinesischen Sternzeichen in Form von Gluecksbringer verkauft. Wir wissen nun, dass Choege im Jahr des Hasen und ich im Jahr der Ratte geboren sind. Gemaess der Prophezeihung der Vietnamesin soll das super passen. Wie auch immer, wir haben auf jeden Fall eine fuer uns ganz neue Verkaufstaktik kennen gelernt. Man muss nur wissen wie, dann kann man den Touristen alles andrehen. Wie frueher schon erwaehnt; die Vietnamesen sind charmant aber auch riesen Schlitzohren.
Leider vergingen unsere vier Tage in Hoi An viel zu schnell. Heute geht es bereits wieder weiter. Wir fahren mit dem Zug ueber den Wolkenpass nach Hue. Diese Strecke fuehrt direkt an der Kueste entlang und gilt als eine der schoensten Vietnams.

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