In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Dienstag, 18. Dezember 2012

Dem Tonle Sap entlang nach Battambang

Schwimmendes Fischerdorf auf dem Tonle Sap
Auf dem Weg zurück nach Phnom Penh fuhren wir an den grossen Kleiderproduktionsstätten vorbei. Es ist unglaublich wie viele Leute, hier durch den Westen ausgebeutet werden. In Sihanoukville habe ich in jedem zweiten Kleidershop Ware gesehen, die mit H&M Etiketten beschriftet war, welche bereits den europäischen Endpreis in Euro, CHF oder Pfund enthielten. Hier vorort kosten diese Stück knapp ein Viertel des Preises. Zudem gibt es hier alle Grössen zu kaufen, was für Asien doch sehr unüblich, jedoch kein Wunder ist da es zig Fabriken gibt. Auf meine Frage woher diese Kleider alle kommen, wurde mir gesagt es handle sich dabei um Ausschussware die den Qualitätscheck nicht bestanden habe. Ich konnte jedoch keine Mängel feststellen, sehr undurchsichtig das ganze….
Zurück in der Hauptstadt, gönnten wir uns ein ausgiebiges Nachtessen im Friends Restaurant, welches von der UNICEF als Hilfsprojekt betrieben wird. Es bietet Strassenkinder die Möglichkeit eine Ausbildung in der Küche oder im Service zu machen. Auf der Karte stehen viele leckere Tapas. Ich habe mein frühzeitiges Urteil bezüglich der NGOs generell ein wenig revidieren müssen, da wir mittlerweile viele
Chöge fährt für einmal Fahrrad
Erfolgsgeschichten von Kambodschanern gehört haben, die durch diese Organisationen eine echte berufliche Zukunft erhalten haben. Trotzdem haben die NGOs nicht unbedingt einen guten Ruf hier bei den Expats, vor allem was das Thema Patenschaften anbelangt.
Am folgenden Tag wurden wir ein letztes Mal von unserem Privattaxi abgeholt. Unsere Reise führt uns nun weiter Richtung Nordwesten. Unterwegs haben wir wiederum einen Tempel sowie ein Fischerdorf, welches von ethnischen Vietnamesen besiedelt ist, besucht. Das interessante an diesen Fischerdörfern ist, dass die Häuser entweder auf auf bis zu sieben Meter hohen Stelzen gebaut sind oder ausschliesslich aus Hausbooten bestehen. Das ganze gibt ein sehr reizendes Bild ab. Natürlich waren wir mal wieder die einzigen Touristen im Ort. Wir spazierten herum und sahen den Frauen zu, wie sie den Fisch putzen oder wie das Eis in Form von grosse Pfeilern durch eine Maschine für den Transport des Fisches zerkleinert wurden. Alle lächelten uns an und nickten erfreut wenn wir sie fragten ob wir fotografieren dürfen. Die Kambodschaner sind generell sehr offene Menschen. Könnte daran liegen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung unter 25 Jahren ist. Jedenfalls findet sich auch immer und
Mit Pary beim kambodschanischen
Frühstück im Strassenrestaurant
überall einer, der Englisch spricht, dies ist dann wiederum den NGOs zu verdanken. Unsere Fragen werden immer bereitwillig beantwortet und so haben wir schon viele persönliche Geschichten erfahren, die einem meistens sehr unter die Haut gehen. Der Kontakt zu den Menschen und die Art wie sie ihr Schicksal meistern und versuchen das beste aus den Umständen zu machen, ist der Grund warum es uns hier so gut gefällt. Dazu kommt, dass ausserhalb von Siem Reap sehr wenig Touristen unterwegs sind. Das Land präsentiert sich in den schönsten Farben. Tief grüne Reisfelder, Palmen, rote Strassen und stahlblauer Himmel und mittendrin die unkomplizierten und herzlichen Menschen. Unsere Fahrt nach Battambang dauerte mehr als acht Stunden und wir waren heil froh, dass wir uns gegen die staatlichen Busse entschieden haben. Diese gehören auf dieser Strecke zu den älteren Semestern, da die Touri Rennstrecke auf der anderen Seite des Tonle Sap vorbei führt. Die Strasse ist voller Schlaglöcher was unseren Fahrer jedoch nicht gross zum langsamer Fahren veranlasst hat. So hüpften wir zeitweise mehr über die Piste. Chöge hat sich fast hintersinnt und rechnete jeden Moment mit einem Achsbruch. Kurz vor der Dunkelheit sind wir dann endlich am Ziel angekommen. Unsere Unterkunft war ein hübsches Resort ausserhalb der Stadt, mitten in den Reisfeldern gelegen. Es gehörte sogar ein kleiner See dazu. Das ganze befindet sich unter niederländisch-kambodschanischer Leitung. Pary und Jan geben sich grosse Mühe, damit sich die Gäste wohl fühlen und schaffen mit ihrem fröhlichen Wesen eine sehr 
Reisfeld in der Battambang Provinz
angenehme Atmosphäre. Aufgrund dieser kleinen Oase der Ruhe konnten wir uns fast nicht von unseren Liegestühlen losreisen. Daher haben wir uns auf ein paar wenige Aktiviäten beschränkt. Am ersten Tag sind wir mit alten holländischen Fahrrädern, dem Fluss entlang in Richtung Stadtmitte gefahren. Unterwegs haben wir ein nettes Lokal auf Stelzen über den Fluss entdeckt. Wir waren die einzigen Gäste und vermutlich die ersten Ausländer die diesen Ort bisher besucht haben. Niemand sprach Englisch und es wurde kurzerhand herumtelefoniert. Plötzlich kam ein junger Mann daher, der uns in bestem Englisch bediente. Das von uns bestellte Mineralwasser musste auch erst noch gekauft werden, also wurde einer der herum lungernden Jungs losgeschickt. In der Zwischenzeit liess es sich die Staff nicht nehmen, dieses scheinbar aussergewöhnliche Ereignis festzuhalten. Jeder setze sich neben uns und machte mit seinem Handy ein Foto. Auch für uns eine neue Erfahrung als Fotomotiv herhalten zu müssen ;-) Am zweiten Tag unternahmen wir einen Ausflug mit dem Bambustrain. Hier handelt es sich um ein einfaches Transportmittel, mit welchem die einheimischen ihre Ware auf den alten Geleisen der Franzosen befördern. Das Fahrzeug besteht aus zwei Achsen, die auf die Schienen gelegt werden und einem grossen Brettertisch, der darauf festgemacht wird. Das ganze wird mit einem Yokohama Motor der aussieht wie eine kleine Notstromgruppe betrieben. Zuerst war ich entsetzt wie schnell das ganze Ding fährt. Es bretterte mit

auf dem Bambustrain

 gefühlten 50 kmh über verbogene Schienen die teilweise sogar unterbrochen waren hinweg. Wenn uns ein anderes Gefährt entgegen kam, wurde mit Handzeichen ausgemacht, wer seinen „Wagen“ von den Geleisen runter nehmen muss. Dies war jedes Mal eine riesen „Fuer“ und der Unterhaltungswert entsprechend gross. Diese Fahrt gehört definitiv zu den verrückteren Sachen die wir bis anhin gemacht haben, entsprechend begeistert waren wir danach. Leider sind die Stunden des Bambuszugs gezählt, da die Regierung plant den Schienenverkehr wieder aufzunehmen. Schade denn hiermit verliert Battambang eines von seinen wenigen Sehenswürdigkeiten. Mittlerweile sitzen wir nun im Bus Richtung Siem Reap. Uns steht nun der dreitägige „Tempeltürk“ wie Chöge es nennt bevor. Andere würden eher von Kambodschas Hauptattraktion reden. Es geht um den Besuch der Tempel von Angkor, UNESCO Weltkulturerbe und Grund für 2’000'000 Besucher jährlich Kambodscha zu besuchen. Davon bleiben 80 % ausschliesslich in Siem Reap und verlassen das Land nach wenigen Tagen wieder ohne zu wissen, was ihnen dabei entgeht. Ich schaue dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen, da es unheimlich touristisch sein wird und bin gespannt ob wir die Begeisterung teilen werden…

Samstag, 15. Dezember 2012

Sihanoukville…. Backpackertreff am Strand

Strandlounge
Nach drei Tagen verliessen wir Kep wiederum mit unserem Privattaxi in Richtung Sihanoukville. Unterwegs besuchten wir eine Pfefferplantage und liessen uns die Produktion des in Gourmetkreisen bekannten Kampot Peppers erklären. Natürlich haben wir davon gekauft, mal schauen ob meine Küche dadurch delikater wird ;-)) Auf der Pfefferplantage haben wir ein symphatisches Schweizer Pärchen getroffen, das seit acht Wochen unterwegs ist und gerade aus Laos kommt. Sie waren auch schon in einigen Ländern und haben uns einen absoluten Geheimtipp für die Karibik gegeben. Wer weiss, möglicherweise haben wir somit unser nächtes Reiseziel gefunden ;-)) Jedenfalls haben wir uns zum Skifahren am Hasliberg verabredet, um dann in aller Ruhe unsere Reiseerlebnisse auszutauschen. Mal schauen ob es klappt… In Sihanukville wohnen wir bei Moni und Peter, dem schweizer Auswandererehepaar, welches in der nächsten Staffel von „uf und dervo“ dokumentiert wird. Bei unserer Buchung haben wir davon nichts gewusst, jetzt werden wir jedoch sicher jeden Freitagabend vor der Glotze sitzen und uns ihre Geschichte ansehen. Beide sind mega nett und scheinen ein anstrengendes Jahr hinter sich zu haben. Der Ärger und die Mühe haben sich jedoch gelohnt. Sie sind mittlerweile Betreiber eines freundlichen und sauberen Guesthouse. Wir haben die Ruhe in ihrer Oase mitten im wiederum eher dreckigen, lauten aber auch bunten Sihanoukville genossen. Obwohl die Strände von Sihanoukville nie an jene von Thailand
junge kambodschanische Strandverkäuferinnen die
eigentlich in der Schule sein sollten
rankommen, hat es uns hier schlussendlich sehr gut gefallen. Es herrscht noch eine mega relaxte Atmosphäre. Die Locals sind freundlich und noch nicht genervt von den Touristen. Man wird zwar überall angequatscht, ein nein wird jedoch mit einem Lächeln akzeptiert. Sowas haben wir schon lange, nicht mehr erlebt. Zudem geben die zahlreichen Backpacker dem ganzen einen bunten und verrückten Anstrich. Hier sind wir am Strand in stylischen Lounges rumgehangen, haben Bier getrunkten, die verrücktesten Sachen gesehen und mit den wildesten Typen gesprochen. Der absolute Hammer war das Utopia, der BP Treff schlechthin. Hier herrscht 24 Stunden Betrieb. Die Anlage hat grosse Dorms und ist daher Anlaufstelle Nr. 1 für alle Budgetreisenden . Das Zentrum bildet ein Pool mit einer grossen Bar. Es läuft die angesagteste Musik und ab 20:00 Uhr wechselt das Getränk der laufenden Happy Hour im Stundentakt. Angefangen mit Bier für 25 Cent, über Wodka Redbull, Sex on the Beach bis hin zu Wiskey Cola. Wir haben jeweils nur die erste Hälfte mitgemacht, sind jedoch überzeugt, dass spätestens ab Mitternacht der Pool als Kotzbecken herhalten muss. Denn neben dem billigen Gesöff wird auch fleissig mit Drogen gedealt, die dann auch breitwillig konsumiert werden. Der Knaller fanden wir eine Pizzeria in der man die Pizzas mit einem „Happy“ Zusatz bestellen kann.
Moni + Peter die Schweizer Auswanderer
Ich bin echt froh bin ich nicht mehr zwanzig, denn das ganze läuft echt noch eine Tour deftiger als zu unserer Zeit…. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sind, denn die entspannte Atmosphäre und das Rumhangen hat uns sehr gut gefallen. Leider verging die Zeit trotz dem süssen Nichtstun auch hier viel zu schnell, so dass ich die dreistündige Minibusfahrt zurück nach Phnom Penh nun für das Schreiben unserer Blogs benützen muss. Denn bis anhin konnte ich mich absolut nicht motivieren den Laptop auszupacken. Danach brauche ich sicher eine Nackenmassage, aber was solls die gibt’s ja hier an jeder Ecke ;-)) Also liebe Familie es geht uns wunderprächtig und wir sind so begeistert von Land und Leuten, dass wir fast keine Zeit für die Berichterstattung finden. Daher macht euch keine Sorgen wenn es bis zum nächsten Bericht wieder eine Ewigkeit dauert…. Bis dann liebe Grüsse an alle!

Freitag, 14. Dezember 2012

Kep...ehemaliges Seebad der Franzosen

Kambodscha ist mehrheitlich flach und hat eine
schöne Landschaft zu bieten
Da der VIP Bus seinen Betrieb Richtung Süden eingestellt hat, haben wir uns entschieden einen Fahrer mit Wagen zu mieten und so den Weg zum Ziel zu machen. Wir wurden also pünktlich abgeholt. Je weiter wir uns von Phnom Penh entfernten desto reizhafter wurde die Landschaft. Weite Flächen mit grünen Reisfeldern und Palmen wechselten sich ab mit Karststeinlandschaften. Wir waren begeistert und kamen so richtig ins Schwärmen. Unterwegs machten wir halt beim Phnom Chisor, dies ist ein Tempel der sich auf einem Hügel befindet, von wo man eine unglaubliche Aussicht hat. Wir waren die einzigen Touristen dort. Je weiter man sich von den touristischen Trampelpfaden, entfernt desto beschaulicher wird das Land. Nach dem Tempelbesuch genossen wir ein ausgiebiges Mittagessen in einem Fischerlokal in der Provinzhauptstadt Takeo. Dieses wurde uns von einem Fischer gezeigt der uns bei unserer Ankunft in Empfang genommen hat. Wir assen ein Kilo Lobbster für 35 Dollar. Das Restaurant war mehr als einfach und stand auf Stelzen.
Fischerinnen auf dem Krabbenmarkt
Erst staunten wir über dessen Grösse, mussten jedoch feststellen, dass es sich vermutlich um einen Geheimtipp handelt, da kurz nach uns auch eine deutsche und chinesische Reisegruppe eintrafen. Wir haben hervorragend gegessen und uns köstlich über die Gesichter der deutschen Damen beim Betreten der kambodschanischen Hocktoilette amüsiert.Tja man darf dann halt doch nicht vergessen wo man unterwegs ist. Vorallem nicht wenn man aus dem relativ gut entwickelten Phnom Pemh kommt. Je weiter wir fuhren desto ärmlicher wurden die Landschaften. In Kep angekommen wurden wir von unserem Gastgeber David einem Belgier begrüsst. Wir wohnten in einem kleinen und mega schönen Resort, welches einen bunten Garten mit einem Swimmingpool im Zentrum hat. Den ersten Tag verbrachten wir am Pool mit Nichtstun.
 Gegen Abend mieteten wir uns dann ein Motorrad und machten uns auf dem Weg zum bekannten Krabbenmarkt. Wir hatten zwar keine Ahnung was uns hier erwarten würde aber man muss doch alles ausprobiert habe;-) Der Krabbenmarkt besteht aus vielen kleinen Fischerrestaurants die Krabbenmenüs in den verschiedensten Varianten anbieten. Wir gingen in das Restaurant, welches uns von der Staff in unserem Resort empfohlen wurde und erhielten eine umfangreiche Karte die einem Buch ähnlich war. Natürlich hatten wir keine Ahnung was wir bestellen sollten. Rundherum wurden Platten mit riesigen Haufen Essbarem angeschleppt. Wir sahen Schalentiere in allen Formen und Grössen. Mit grossen und kleinen Scherren, mit und ohne Augen, von rot über weiss bis schwarz. Hier war sogar Chöge als Seafoodspezialist überfordert. Also gaben wir unsere Bestellung aufs Geratewohl auf und hofften, dieses ohne spezial Werkzeug essen zu können. Wir hatten Glück und konnten unsere Krabben mit normalem Besteck essen. Sofort machten wir uns einen Spass daraus den anderen Ausländer zuzusehen, wie sie sich mit kleinen Sägen, Scheren und Nussknackern durch ihre Haufem kämpften, was doch einen gewissen Unterhaltungswert bot…. ja ja, die liebe Schadenfreude :-)
im Krabbenrestaurant
Da wir schon mal ein Motorrad hatten, beschlossen wir am nächsten Tag eine Fahrt durch die Gegend zu machen, mit dem Plan uns das Leben der Landbevölkerung anzusehen. Wir wurden mit einfachem Kartenmaterial ausgerüstet und los gings. Unser eigentliches Ziel der Ankoulbeach war auch nach dreistündigem Herumgekurve nicht zu finden, da auf dem Land absolut nichts angeschrieben ist. Dazu kommt, dass das ganze Land nach wie vor vermint ist und den Touristen eindringlich empfohlen wird, sich nicht von den Hauptwegen zu entfernen. Trotzdem haben wir wiederum eine vielseitige Landschaften gesehen, sowie eine hartarbeitende Bevölkerung, die uns eifrig und freundlich zuwinkte. Wie meistens in solchen Gegenden bekamen wir auch wieder logistische Höchstleistungen zu sehen. Es ist unglaublich, was, wie, wohin transportiert wird. Wir haben noch nie solche schrägen Transporte gesehen wie hier in Kambodscha. Oft setzen wir uns einfach irgendwo in ein Strassenrestaurant und los geht’s mit der Schau. Auch dies ist eine Nebenerscheinung der Armut. Wenn einem keine vernünftigen Transportmittel zur Verfügung stehen muss man sich halt sonst irgendwie zu helfen wissen. Sara die Frau von David, ist ein Kind aus einer der ganz armen Familien. Sie hat neun Geschwister und kam mit drei Jahren in einem Kinderhilfsprojekt unter. Dort blieb sie bis 23 Jahre, erhielt medizinische Betreuung, gesundes Essen, Kleider und eine Schulbildung. Heute ist sie im Besitz eines Masters in Rechtswissenschaft und spricht neben Khmer perfekt Englisch und Französisch. Dies war möglich, weil sie von klein auf von einem französischen Ehepaar gefördert wurde. Denen hat sie nun ein Stück Land gekauft, worauf diese nun ihren Altersitz bauen
badende Wasserbüffel
 werden. Ich war erstaunt, wie offen sie über ihre Geschichte spricht. Sie ist seit einem Jahr Mutter und steckt im selben Dilemma wie viele junge Frauen mit einer guten Ausbildung. Eigentlich möchte sie für die NGO Teilzeit weiterarbeiten, dies stösst jedoch bei ihrem Mann nicht gerade auf Begeisterung, da der Weg nach Phnom Penh weit ist und sie dort übernachten müsste. Nun sitzt sie in ihrem Resort fest und fühlt sich einsam, weil es in Kep scheinbar niemand gibt, der sie versteht. Die meisten sehen das arme Mädchen, das nun im Paradies lebt, mit einem „reichen“ Ausländer verheiratet ist und können nicht verstehen, dass sie unzufrieden ist weil ihre Arbeit für sie auch wichtig war. Unglaublich dass man sogar in einem Drittweltland auf solche Probleme stösst, scheinbar macht die Emanzipation auch hiervor keinen Halt…. Ich fand die Gespräche mit Sara jedenfalls hoch interessant.

Phnom Penh... die Hauptstadt

Markt in Phnom Penh
Phnom Penh die Hauptstadt von Kambodscha liegt eine Flugstunde westlich von Bangkok in Richtung vietnamesischer Grenze. Wir hatten kein Visa und mussten dieses on arrival zusammen mit 150 anderen Passagieren aus unserem Flugzeug besorgen. Hier wurde mir klar warum das e-Visa in den Traveller Foren so empfohlen wird. Wir stellten uns also brav in die Reihe und warteten. Die Warterei gestaltete sich unerwartet unterhaltsam. Die Pässe wurden dem ersten Beamten abgegeben und dann an weitere acht weitergereicht. Jeder fummelte irgendetwas an den Dokumenten herum und wenn es nur das das Betrachten der Fotos war. Es kam sogar vor, dass die Beamten sich halb krumm lachten, weil sie die Fotos so lustig fanden und der Gipfel erreichte das Prozedere, als sie zu raten begannen zu welchem der Foreigner das zur Heiterkeit führende Foto wohl gehört. Wir hatten auf jeden Fall mega Spass daran und sofort ein gutes Gefühl was das neue Reiseland anbelangt. Wenn schon die offiziellen Formalitäten so easy gehandhabt werden, kann ja der Rest auch nicht allzu verbissen sein. Auch die Zollformalitäten
Insekten sind auch in Kombodsche
eine heissbegehrte Delikatesse
dauerten für uns länger, da der Beamte unsere bereits benutzten Visas sehr interessant fand und sich die Zeit nahm jedes einzelne ausgiebig zu studieren.
Endlich zum Flughafen raus, wurden wir vom Pick up Service unseres Guesthouse in Empfang genommen. Auf dem Weg zu unserem Guesthouse landeten wir mitten in der abendlichen Rushour und bekammen so einen ersten Eindruck von der Stadt. Ähnlich wie in Vietnam wimmelte es hier von Motorbikes und es scheint keine Verkehrsregeln zu geben. Zudem ist die Stadt extrem staubig, was einem auf den ersten Blick einen sehr schmutzigen Eindruck vermittelt. Aufgrund der vielen Motorbikes ist auch die Geräuschkulisse wahnsinnig laut und die Luft nicht gerade das was man als gesund bezeichnen kann. Die ersten Eindrücke lösten in uns gemischte Gefühle aus und wir waren uns nicht so schlüssig was wir von dem ganzen halten sollen. Zum Glück war das gebuchte Guesthouse in der Nähe des Flusses, wo es offensichtlich ein wenig ruhiger zu und her ging. Wir stellten unser Gepäck ins Zimmer und machten uns sofort auf die Socken um die nähere Umgebung zu erkundigen. Es war 18:00 Uhr jedoch bereits dunkel und wir wurden unvorbereitet mit der Armut in den Strassen von Phnom Penh konfrontiert. Wir sahen ganze Familien die sich von dem Abfall auf den Strassen ernähren, die Kinder werden
freche Affen bei einem Tempel
 bis spät in die Nacht zum Sammeln von Blechbüchsen und zum Betteln geschickt, statt das sie zur Schule gehen und sind so dreckig, dass man sie vermutlich erstmals länger einweichen müsste, falls man sie sauber kriegen wollte. Überall wird gekocht und gebraten, so dass uns die seltsamsten Gerüche in die Nase stiegen. Die meisten waren uns eher unangenehm. Wir waren erstmals ziemlich überfordert von den ganzen Eindrücken und flüchteten uns in eine Bar um das ganze wirken zu lassen. Von hier aus betrachteten wir das Treiben weiter und langsam aber sicher entwickelte sich der Sinn fürs Detail. Zum Beispiel hat kein einziges der Kinder einen typischen Hungerbauch. Wir beobachteten sogar, wie zwei bettelnde Kinder Esswaren die sie erhalten hatten in die Mülltonne schmissen. Trotzdem gingen wir mit sehr gemischten Gefühlen zu Bett. Für den nächsten Tag hatten wir eine ausführliche Sightseeing Tour zu den wenigen Sehenswürdigkeiten von Phnom Penh geplant. Wir machten uns zu Fuss auf den Weg um uns die bekanntesten Tempel und alten Kolonialgebäuden anzusehen. Leider war die Hauptattraktion das Grand Palace aufgrund des Todes des ehemaligen Königs geschlossen. Auf unseren Streifzügen durch die Stadt ist uns aufgefallen, das die bekannten Hilfsorganisationen alle in grossen und modernen Gebäuden untergebracht sind und über Fuhrparks verfügen in denen zig Lexus, fette Audis
Mönche auf dem morgentlichen Almosengamg
 etc herum stehen. Das Business mit der Armut scheint also voll und ganz zu rentieren und wir konnten mit eigenen Augen sehen, warum zum Teil 40 % der Spendengelder als Verwaltungsaufwand verbucht werden. Ich habe volles Verständnis dafür, dass diese Organisationen gute und geländetüchtige Fahrzeuge brauchen, warum es jedoch gerade die Luxusklasse sein muss, ist für mich nicht nachvollziehbar. Die vielen NGOs vorort haben jedoch auch einen angenehmen Nebeneffekt. Überall gibt es kleine stilvolle Restaurants, die entweder von Expats aus der ganzen Welt oder von den Organisationen selber in Form von Ausbildungsstätten für Strassenkinder betrieben werden. Wir haben in Asien selten so vielseitig und kulinarisch hochstehend gegessen wie hier in Phnom Penh und das will was heissen, da die asiatische Küche generell sehr schmackhaft ist. Am zweiten Tag haben wir uns mit Kambodschas tragischer Vergangenheit auseinander gesetzt. Für uns war dies in zweierlei Hinsicht ein harter Tag. Erstmals hat uns der Betreiber des Guesthouses verarscht. Der hat nämlich den bestellten Wagen kurzerhand an fünf andere Gäste vermietet und uns erzählt er müsse für das Gouverment einen Transport ausführen und stehe daher nicht zur Verfügung. Man hat uns dann netterweise ein Tuk Tuk
auch hier sind wieder unglaubliche
Logistiker am Werk
 organisiert. Zum Glück haben uns Andrea und Mike vorgewarnt wie staubig so eine Fahrt werden kann und wir sind uns sicherheitshalber noch Masken kaufen gegangen. Im Affentempo ging es zur Stadt raus. Die meisten Strassen befinden sich noch im Bau, daher schüttelte es das Tuk Tuk hin und her und wir klammerten uns so gut es ging fest. Dank der Staubmasken war das ganze einigermassen erträglich und der Vorteil war, dass wir uns auf diese Art mitten drin im kambodschanischen Alltag befanden. Überall winkten uns Kinder zu oder die Erwachsenen grinsten uns an und hatten sichtlich Spass daran wie wir uns bemühten die Fahrt einigermassen erträglich zu gestalten. Ich denke auf dieser Fahrt haben wir uns definitiv auf das Land eingelassen auch wenn der Anlass der dazuführte mehr als tragisch ist. In Choeung Ek (auch Killing Fields genannt) angekommen, erhielten wir Kopfhörer über welche die tragische Geschichte in zahlreichen Sprachen zu hören ist. Beim Eingang steht eine Stupa in der auf sieben Etagen 9000 Schädel zum Gedenken an die hier auf barbarischste weise ermordeten Menschen erinnert. Wir wurden per Audioguide über den Ort des Geschehens geführt und erhielten einen Eindruck wo und wie die Gefangenen von Tuol Sleng, hingerichtet wurden. Nach Ende des Rundgangs stand allen Besucher ihre tiefste Betroffenheit ins Gesicht geschrieben. Es ist einfach unglaublich was hier geschehen ist und diese Stätte ist nur eine von mehreren in Kambodscha, die von den roten Khmer für ihre Massenmorde missbraucht wurden. Sie haben während drei Jahren einen Drittel des kambodschanischen Volkes auf barbarischste Weise abgeschlachtet und der Rest der Welt soll
unterwegs im Tuk Tuk
 davon nichts mitbekommen haben. Man begründet dies damit, dass Pol Pot auch sämtliche Journalisten hinrichten liess. So wurden auch Spuren von mind 6 westlichen Personen gefunden. Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher ob dies nicht einfach eine Ausrede dafür ist, dass es in dem Land keine Bodenschätze gibt und es daher für den Westen nicht interessant war sich einzumischen. Wie auch immer, es war und bleibt eine Schande dass so was passiert. Auch heute noch…. Auf dem Rückweg besuchten wir dann auch noch Tuol Sleng, das Völkermordmuseum. In diesen Gebäuden wurden die Gefangenen erstmals monatelang festgehalten, gefoltert und gequält bevor man sie dann zur Hinrichtung nach Choeung Ek brachte. Heute stehen die Räume zur Besichtigung offen und es werden Foltermethoden, die dazu benötigten Werkzeuge sowie Fotos der Betroffenen gezeigt. Für mich war dies dann doch zu viel und ich musste den Ort möglichst schnell verlassen. Auf dem Rückweg wurden wir dann laut hupend vom Besitzer des Guesthouse überholt. Die fünf Touristen winkten uns freudig zu und amüsierten sich, über unser Aussehen und wie wir uns krampfhaft festklammerten. Dafür haben wir nur einen Bruchteil von dem Preis bezahlt, den sie hinblättern mussten und die Fahrt war ein Erlebnis für sich. Wie auch immer, so funktioniert Asien halt ;-))



Dienstag, 20. November 2012

Auf ein Neues…. Kambodscha wir kommen!

Es geht halt doch nicht ohne Asien… daher machen wir uns am 1. Dezember nochmals auf die Socken. Wir fliegen von Mailand  via Bangkok nach Phnom Penh in die Hauptstadt des Königreichs Kambodscha. Von dort aus werden wir uns den Süden mit dem ehemaligen Seebad Kep und dem Touristenmagnet Sihanoukville ansehen. Danach geht es weiter in den Nordwesten. Dort stehen die schwimmenden Dörfer rund um den Tonle Sap und Siem Reap mit der Tempelstadt Angkor Wat auf dem Programm.

Kambodscha gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Zudem hat es eine tragische Vergangenheit. Mitte der 70er Jahre hatte ein Wahnsinniger mit dem Namen Pol Pot die Vision, einen souveränen und von jeglichen Fremdmächten unabhängigen Staat zu gründen. Die daraus resultierende Schreckensherrschaft kostete mehr als zwei Millionen Menschen das Leben und versetzte das einst reiche und hochzivilisierte Land zurück in die Steinzeit.
Neben Mönchen, Händlern, Akademikern und Oppositionellen wurden auch hunderttausende einfacher Arbeiter, Frauen und Kinder “eliminiert” – so reichte es manchmal nur eine Brille zu tragen, um als Feind der Revolution zu gelten. Dementsprechend fehlt dem Land eine ganze Generation inkl. dem für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung nötigen Know How. Zurzeit sind 50 % der Bevölkerung weniger als 20 Jahre alt. Wir sind also gespannt was wir in dem so arg gebeutelten Land alles sehen und erleben werden….

Nach drei Wochen Rundreise geht es dann zurück nach Bangkok. Dort treffen wir uns mit Wyss Tom und Chantal. Zusammen werden wir drei Tage lang die Stadt unsicher machen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Chöge zieht es zurück in die Schweiz, Wyss Tom mit seiner Perle zu deren Familie, Chantal und mich zum Relaxen auf die Insel Ko Chang.

Auf bald… viel Spass beim Lesen unserer neusten Erlebnissen ;-))

Dienstag, 26. Juni 2012

Havanna.... Kubas stressige Hauptstadt

Mittlerweile befinden wir uns in Havanna… langsam aber sicher geht es dem Ende unserer Ferien entgegen. Ehrlich gesagt bin ich nicht unglücklich darüber, da die Hauptstadt extrem anstrengend ist. Wir haben volle zwei Tage gebraucht bis wir einigermassen damit klar gekommen sind. Hier ist es heiss, es stinkt, die Jineteros und auch die Bettler sind unerträglich aufdringlich und die Infrastruktur ist dermassen baufällig, dass man nie weiss wenn einem irgendetwas auf den Kopf fällt.
in dieser Strasse haben wir gewohnt
Wir haben mit dem Bus eine Stadtrundfahrt gemacht und sind wirklich beeindruckt von den ganzen geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen. Unser Favorit ist das Hotel Nacional, in dem sich in den 50er Jahren sämtliche Mafiosos die etwas auf sich hielten, die Türe in die Hand gegeben haben. Von dort hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer und über den bekannten Molecon, Havannas Spazierpromenade am Meer.
Nachdem ersten Tag in der Stadt waren wir dermassen k.o., dass wir uns entschieden haben den zweiten an der Playa del Este, dem Hausstrand von Havanna, zu verbringen.
Coco Taxi; Havannas Transportmittel
Wir waren richtig überrascht auch hier einen schönen Karibikstrand, mit fast keinen Leuten vorzufinden. Leider wurden wir auch hier von einer jungen Jinetera belästigt. Zuerst war es noch ganz lustig als sie sich zu uns setzte um mit uns Yazzee zu spielen, obwohl sie schon ziemlich einen sitzen hatte. Sie sprach nur spanisch, was für uns einmal mehr eine gute Übung war. Irgendwann fing sie dann an, uns zu bedrängen mit ihr in den Ausgang zu kommen. Wir versuchten uns rauszureden so gut es ging und ihr irgendwie klar zu machen, dass wir noch ein wenig unsere Ruhe haben wollten. Leider ohne grossen Erfolg, bis wir uns schlussendlich  entnervt auf den Heimweg machten.
Trotz dieses Erlebnisses kamen wir dann doch ziemlich relaxt in die Stadt zurück und fanden alles gar nicht mehr so schlimm. Nach einem währschaften Abendessen in unserem Casa, machten wir uns sogar auf die Socken um Havannas Nightlife kennen zu lernen. Eigentlich hatten wir vor ins Casa de la Musica zu fahren, nachdem uns andere Reisende jedoch erzählten, dass dieses hier in Havanna, vor allem ein Treffpunkt für Prostituierte und alte schwitzende männliche Touristen sei und uns unsere Strandbekanntschaft auch unbedingt dorthin schleppen wollte, liessen wir es bleiben und machten es uns in einer Bar gegenüber des Parque Centrals gemütlich. Wir tranken Rum, hörten der Musik zu und wurden ununterbrochen von Bettlern angequatscht. Es war wirklich zum …. Irgendwann kam mir in den Sinn, das die Hotels ja auch Dachterrassen haben. Wir also hoch aufs Dach, dort spielte ebenfalls eine Band und wir hatten endlich unsere Ruhe. Es war eine Oase in der stressigen Stadt.
Das Capitol, die touristische Seite Havannas
Uns wurde klar, dass wir mit Höflichkeit nicht weit kommen würden. Ab sofort knurrte Chöge jeden an, der versuchte uns anzusprechen. Ein paar Mal konnte ich das Lachen kaum zurückhalten. Es war zu komisch wenn der „kleine Kohler“ den grossen schwarzen Mann so böse angeschaut hat, dass dieser sich ohne ein Wort zu sagen von uns abgewendet hat. Jedenfalls wurden wir von da an in Ruhe gelassen. Schade, dass es nur auf die harte Tour funktioniert hat und kaum zu glauben, aber wir haben uns bis zum Schluss dann doch noch mit der Stadt anfreunden können. As wir uns endlich in Ruhe auf die Suche nach dem viel gerühmten  Glanz vergangener Tage machen konnten, haben wir diesen dann auch gesehen. Havanna ist definitiv eine unglaubliche Stadt und wir sind froh, haben wir uns den Besuch bis zum Schluss gespart.

Mein Fazit:
Mittlerweile sind wir schon wieder zwei Wochen zu Hause. Wir haben unsere Verlangen nach allem was wir entbehren mussten gestillt und können unsere Zeit in Kuba nun mit dem nötigen Abstand betrachten. Chöge hatte während der ganzen Zeit generell viel weniger Mühe mit dem Sozialismus als ich. Für mich war diese Reise einmal mehr auch ein Kennenlernen meiner persönlichen Grenzen. Ich stehe dem Sozialismus völlig verständnislos gegenüber, da ich keinen  einzigen Vorteil eines solchen Systems erkennen kann. Die ganze Wirtschaft befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Aufgrund des fehlenden Wettbewerbs hat man weder Auswahl noch Qualität. Damit die Kubaner ihre Grundbedürfnisse abdecken können erhalten sie monatlich ein Markenheft, mit dem die Güter bezogen werden können.
Wir haben ein Volk kennen gelernt, das entweder träge in den Tag hineinlebt und sich mit den gegebenen Umständen zufrieden gibt oder tagtäglich auf ein neues den Kampf  für ein paar zusätzliche Devisen aufnimmt, damit es sich auch mal mehr als das absolute Minimum leisten kann. Im Fokus stehen dann natürlich die Touristen, was mit der Zeit wirklich nervig wird.
typisch kubanisch....
Wir haben Alleinreisende (männlich und weiblich) kennen gelernt, die sich bitter beschwert haben, dass es für sie mit der Zeit unerträglich wurde, da man als Alleinreisender zusätzlich noch den Stempel für einen Freifahrtsschein nach Übersee, sozusagen in ein besseres Leben, auf der Stirne trägt.
Zum Glück haben wir uns entschieden in den Casas Particulares zu wohnen. So hatten wir die Möglichkeit, die Kubaner auch als offenes, umgängliches und fröhliches Volk kennen zu lernen, das voller Hoffnung in die Zukunft blickt. Sie wissen zwar nicht in welche Richtung sich das Land entwickelt, es sind sich jedoch alle einig, dass es besser sein muss als es im Moment ist; schlechter war es in den letzten 50 Jahren ja bereits und das ist für mich kaum vorstellbar….

Rückblickend war Kuba für mich also ein sehr zwiespältiges Erlebnis. Bleiben werden eh nur die schönen Erinnerungen und das sind vor allem tolle Karibikstrände, alte Autos, baufällige Städte mit eigenartigem Charme, Kubaner in Schaukelstühlen mit Zigarren im Mund und last but not least heisse Nächte mit Salsa und gefährlichen Mojitos …. Eine Reise war die Insel auf jeden Fall wert aber zurück kehren werde ich persönlich vermutlich nicht.

Empfehlenswerte Casa Particulares in Kuba:

Havanna: Casa Colonial Yadilis y Joel, Industria 120 altos, entre Trocadero y Colon, Centro Habana
Tel +53 78 630565, palomita3ra@gmail.com
Varadero: Casa Betty y Jorge
Jorge Pla y Betty Sanchez, Calle 31 Nº 108A. Varadero / Matanzas
Tel.:+53 45 612553 / Cel.:+53 52 890401 / Email: bettylisbet@yahoo.es
 
Vinales: Casa Villa Cristal
Anita & Francisco Martinez, Rafael Trejo 99, Vinales / Pinar del Rio
Tel: +53 52 701284 / villacristal@yahoo.es / www.villacristalcuba.com
 
Cienfuegos: Casa Bella Perla Marina
Amileidis y Waldo Soza Rodríguez del Rey, Calle 39, No 5818, Esq.Ave.60, Cienfuegos 
Tel: +53 43 518991 / bellaperlamarina@yahoo.es
 
Trinidad: Hostal Dr. Suarez y Sra Addys
Michelena Addys, 174 Santiago Escobar Street, Trinidad / Sanctis Spiritus
Tel : + 53 41 992422 / addystrinidad@yahoo.es
 
Santa Clara: Casa La Pergola Autentica
Carlos Obregón y Carmen Rodríguez
61 Luis Estévez, e/ Independence (Boulevard) and Martí, Santa Clara / Villa Clara
Tel: +53 42 208686
carmenrt64@yahoo.es http://hostalautenticapergola.blogspot.com/
 
Remedios: Hostal Buen Viaje
Lester Mercedo y Naty Torna, Andres del Rio Nr 20, Remedios
Tel +53 42 396560 / hostal.buenviaje@gmail.com

Mittwoch, 6. Juni 2012

Remedios und die Cayos


unser Konvoi
Aufgrund der Massenanstürme der Casa Besitzer auf die ankommenden Touristenbusse, haben wir den Besitzer unseres nächsten Casas gebeten, uns am Busbahnhof abzuholen. Dies hatte zudem den Vorteil, dass wir uns die Suche nach dem Haus sparen konnten. Lester stand auch verabredet am Busbahnhof bereit und hatte sogar ein Bicitaxi mitgebracht, da es eine grössre Distanz zu seinem Haus sei. Als der Taxifahrer uns mit dem ganzen Gepäck sah, bekam er grosse Augen. Lester liess sich jedoch nicht beirren und begann zuerst das Gepäck zu verladen und wollte uns beiden noch obendrauf setzen. Ich fand dies jedoch eine Zumutung für den Taxifahrer, vor allem da ich wusste, dass dieser in Moneta nacional bezahlt werden würde. Also winkten wir ein zweites Bicitaxi dazu und fuhren im Konvoi Richtung Zentrum. Remedios schein eine kleine ruhige Stadt zu sein. Dementsprechend sorgten wir für Aufsehen. Die Einwohner lachten und winkten uns zu.
hier schaut er noch zu
Remedios scheint, ausser im Dezember wenn es sein bekanntes Festival feiert, wirklich nicht sehr populär zu sein. Alles läuft hier sehr gemütlich und wir hatten endlich Zeit einfach mal so in den Tag zu leben. Die meiste Zeit verbrachten wir in den um einen schönen Park gelegenen Bars. Hier wird auch überall Domino gespielt. Dies ist neben Baseball und Salsatanzen die dritte Freizeitbeschäftigung der Kubaner. Chöge interessierte sich schon länger für das Spiel, da die Kubaner viel mehr Steine benützen und jeweils 2 gegen 2 spielen. Bis anhin hatte er den Spielern immer nur von weitem zu gesehen. Hier winkten sie ihn heran, er solle reinkommen und zu sehen. Natürlich dauerte es nicht lange und er spielte mit. Als er begriffen hatte, wie das Spiel funktioniert und wie man die Gegner klemmt, so dass sie schlussendlich als Verlierer dastehen, fand das ausser seinem Partner niemand mehr lustig und er musste sich eilends aus dem Staub machen. Ich habe mich halb krumm gelacht, da er es einfach nicht lassen kann, egal wo wir unterwegs sind und was gespielt wird. Er ist und bleibt ein elender Zocker….
Cayo las Brujas
Remedios ist auch ein guter Ausgangspunkt um die vorgelagerten Inseln mit den schönen Stränden zu besuchen. Auf diesen befinden sich nur teure All Inklusiv Ressort, daher hatten wir eigentlich geplant, die Inseln mit einem Taxi vom Festland aus zu besuchen.
Die Inseln sind mit einem 50 km langen Damm mit dem Festland verbunden und die Fahrt dauert länger als wir gedacht haben. Daher haben wir uns kurzfristig entschlossen für zwei Nächte in einem All Inklusiv Hotel einzuchecken. Wir sind einem 5 Sterne Hotel der Melia Kette gelandet. Bereits bei der Ankunft erlebten wir, warum der kubanische Service einen so schlechten Ruf hat. Die Receptionisten erklärte uns, unser Zimmer sei noch nicht bereit, was mich aufgrund der Nebensaison schon etwas erstaunte. Wir setzten uns also in die Lobby und warteten. Es dauerte nicht lange und ein älteres kanadisches Ehepaar setzte sich zu uns. Wir kamen ins Gespräch und die Dame erzählte mir, dass sie Stammgäste in diesem Haus seien. Ich solle mir dies nicht bieten lassen, sondern darauf bestehen, dass ich sofort ein Zimmer bekomme. Ich also wieder an die Reception und nachdem ich mich nicht abweisen liess, holte die Receptionistin ihre Chefin. Diese druckte eine Zimmerliste aus, auf welcher jedes zweite Zimmer mit „libre“ aufgeführt war. Dieses faule Ding war also nur zu bequem gewesen die Zimmernummern abzutauschen…. Unglaublich. Die Kanadierin organisierte dann auch noch, dass wir ein schönes Zimmer mit guter Lage überkommen.
wär hätte gedacht, dass wir beide
mal mit Plasikbänder rumlaufen ;-(
Nun wohnen wir also direkt am Strand und tragen weisse Plastikbändel am Arm. Dies ist der Freipass für hemmungslose Schlemmerei oder ordinäre Saufgelage. An der Poolbar geht es auch entsprechend zu und her. Die Anlage wird vor allem von Kanadiern gebucht. Diese sind ein lustiges und kontaktfreudiges Volk. Alle geben sich Mühe uns das All Inklusiv System zu erklären, da es da so einiges zu wissen gibt. Zum Beispiel sind wir die einzigen, die keinen Plastikkrug dabei haben. Den braucht es, weil die 2 dl Plastikbecher viel zu klein seien und diese viel zu oft nachgefüllt werden müssten. Weiters müssten wir um gut bedient zu werden, erstmals ein paar „Dollars“ springen lassen, dann klappe alles wie von selbst. Ich habe beim Einchecken der Chef Reception als Dank für das zugeteilte Zimmer 1 CUC gegeben und tatsächlich stellt sich seither, das gesamte Team auf den Kopf, sobald ich irgendwo auftauche. Es geht aber auch anders. Beim Abendessen haben wir mit dem Kellner gesprochen und ihm erzählt, wo wir schon überall gewesen sind und das wir bis jetzt nur in den Casas gewohnt haben. Erst wollte er uns dies nicht glauben und war total überrascht. Dann war er begeistert, dass wir somit das „wirkliche“ Kuba kennen. Er habe es sonst nur mit den Touristen im Ressort zu tun und die setzen scheinbar keinen Fuss ausserhalb die Hotelanlage. Er ist nun auch ohne Schiergeld nett zu uns…
Die Anlage ist wirklich schön, es fehlt uns an nichts und wir geniessen es ein wenig zu relaxen. Trotzdem sind wir uns einig, dass dies ein einmaliges Erlebnis bleibt und wir definitiv nie wieder All Inklusiv buchen werden ;-))

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