In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Dienstag, 20. November 2012

Auf ein Neues…. Kambodscha wir kommen!

Es geht halt doch nicht ohne Asien… daher machen wir uns am 1. Dezember nochmals auf die Socken. Wir fliegen von Mailand  via Bangkok nach Phnom Penh in die Hauptstadt des Königreichs Kambodscha. Von dort aus werden wir uns den Süden mit dem ehemaligen Seebad Kep und dem Touristenmagnet Sihanoukville ansehen. Danach geht es weiter in den Nordwesten. Dort stehen die schwimmenden Dörfer rund um den Tonle Sap und Siem Reap mit der Tempelstadt Angkor Wat auf dem Programm.

Kambodscha gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Zudem hat es eine tragische Vergangenheit. Mitte der 70er Jahre hatte ein Wahnsinniger mit dem Namen Pol Pot die Vision, einen souveränen und von jeglichen Fremdmächten unabhängigen Staat zu gründen. Die daraus resultierende Schreckensherrschaft kostete mehr als zwei Millionen Menschen das Leben und versetzte das einst reiche und hochzivilisierte Land zurück in die Steinzeit.
Neben Mönchen, Händlern, Akademikern und Oppositionellen wurden auch hunderttausende einfacher Arbeiter, Frauen und Kinder “eliminiert” – so reichte es manchmal nur eine Brille zu tragen, um als Feind der Revolution zu gelten. Dementsprechend fehlt dem Land eine ganze Generation inkl. dem für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung nötigen Know How. Zurzeit sind 50 % der Bevölkerung weniger als 20 Jahre alt. Wir sind also gespannt was wir in dem so arg gebeutelten Land alles sehen und erleben werden….

Nach drei Wochen Rundreise geht es dann zurück nach Bangkok. Dort treffen wir uns mit Wyss Tom und Chantal. Zusammen werden wir drei Tage lang die Stadt unsicher machen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Chöge zieht es zurück in die Schweiz, Wyss Tom mit seiner Perle zu deren Familie, Chantal und mich zum Relaxen auf die Insel Ko Chang.

Auf bald… viel Spass beim Lesen unserer neusten Erlebnissen ;-))

Dienstag, 26. Juni 2012

Havanna.... Kubas stressige Hauptstadt

Mittlerweile befinden wir uns in Havanna… langsam aber sicher geht es dem Ende unserer Ferien entgegen. Ehrlich gesagt bin ich nicht unglücklich darüber, da die Hauptstadt extrem anstrengend ist. Wir haben volle zwei Tage gebraucht bis wir einigermassen damit klar gekommen sind. Hier ist es heiss, es stinkt, die Jineteros und auch die Bettler sind unerträglich aufdringlich und die Infrastruktur ist dermassen baufällig, dass man nie weiss wenn einem irgendetwas auf den Kopf fällt.
in dieser Strasse haben wir gewohnt
Wir haben mit dem Bus eine Stadtrundfahrt gemacht und sind wirklich beeindruckt von den ganzen geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen. Unser Favorit ist das Hotel Nacional, in dem sich in den 50er Jahren sämtliche Mafiosos die etwas auf sich hielten, die Türe in die Hand gegeben haben. Von dort hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer und über den bekannten Molecon, Havannas Spazierpromenade am Meer.
Nachdem ersten Tag in der Stadt waren wir dermassen k.o., dass wir uns entschieden haben den zweiten an der Playa del Este, dem Hausstrand von Havanna, zu verbringen.
Coco Taxi; Havannas Transportmittel
Wir waren richtig überrascht auch hier einen schönen Karibikstrand, mit fast keinen Leuten vorzufinden. Leider wurden wir auch hier von einer jungen Jinetera belästigt. Zuerst war es noch ganz lustig als sie sich zu uns setzte um mit uns Yazzee zu spielen, obwohl sie schon ziemlich einen sitzen hatte. Sie sprach nur spanisch, was für uns einmal mehr eine gute Übung war. Irgendwann fing sie dann an, uns zu bedrängen mit ihr in den Ausgang zu kommen. Wir versuchten uns rauszureden so gut es ging und ihr irgendwie klar zu machen, dass wir noch ein wenig unsere Ruhe haben wollten. Leider ohne grossen Erfolg, bis wir uns schlussendlich  entnervt auf den Heimweg machten.
Trotz dieses Erlebnisses kamen wir dann doch ziemlich relaxt in die Stadt zurück und fanden alles gar nicht mehr so schlimm. Nach einem währschaften Abendessen in unserem Casa, machten wir uns sogar auf die Socken um Havannas Nightlife kennen zu lernen. Eigentlich hatten wir vor ins Casa de la Musica zu fahren, nachdem uns andere Reisende jedoch erzählten, dass dieses hier in Havanna, vor allem ein Treffpunkt für Prostituierte und alte schwitzende männliche Touristen sei und uns unsere Strandbekanntschaft auch unbedingt dorthin schleppen wollte, liessen wir es bleiben und machten es uns in einer Bar gegenüber des Parque Centrals gemütlich. Wir tranken Rum, hörten der Musik zu und wurden ununterbrochen von Bettlern angequatscht. Es war wirklich zum …. Irgendwann kam mir in den Sinn, das die Hotels ja auch Dachterrassen haben. Wir also hoch aufs Dach, dort spielte ebenfalls eine Band und wir hatten endlich unsere Ruhe. Es war eine Oase in der stressigen Stadt.
Das Capitol, die touristische Seite Havannas
Uns wurde klar, dass wir mit Höflichkeit nicht weit kommen würden. Ab sofort knurrte Chöge jeden an, der versuchte uns anzusprechen. Ein paar Mal konnte ich das Lachen kaum zurückhalten. Es war zu komisch wenn der „kleine Kohler“ den grossen schwarzen Mann so böse angeschaut hat, dass dieser sich ohne ein Wort zu sagen von uns abgewendet hat. Jedenfalls wurden wir von da an in Ruhe gelassen. Schade, dass es nur auf die harte Tour funktioniert hat und kaum zu glauben, aber wir haben uns bis zum Schluss dann doch noch mit der Stadt anfreunden können. As wir uns endlich in Ruhe auf die Suche nach dem viel gerühmten  Glanz vergangener Tage machen konnten, haben wir diesen dann auch gesehen. Havanna ist definitiv eine unglaubliche Stadt und wir sind froh, haben wir uns den Besuch bis zum Schluss gespart.

Mein Fazit:
Mittlerweile sind wir schon wieder zwei Wochen zu Hause. Wir haben unsere Verlangen nach allem was wir entbehren mussten gestillt und können unsere Zeit in Kuba nun mit dem nötigen Abstand betrachten. Chöge hatte während der ganzen Zeit generell viel weniger Mühe mit dem Sozialismus als ich. Für mich war diese Reise einmal mehr auch ein Kennenlernen meiner persönlichen Grenzen. Ich stehe dem Sozialismus völlig verständnislos gegenüber, da ich keinen  einzigen Vorteil eines solchen Systems erkennen kann. Die ganze Wirtschaft befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Aufgrund des fehlenden Wettbewerbs hat man weder Auswahl noch Qualität. Damit die Kubaner ihre Grundbedürfnisse abdecken können erhalten sie monatlich ein Markenheft, mit dem die Güter bezogen werden können.
Wir haben ein Volk kennen gelernt, das entweder träge in den Tag hineinlebt und sich mit den gegebenen Umständen zufrieden gibt oder tagtäglich auf ein neues den Kampf  für ein paar zusätzliche Devisen aufnimmt, damit es sich auch mal mehr als das absolute Minimum leisten kann. Im Fokus stehen dann natürlich die Touristen, was mit der Zeit wirklich nervig wird.
typisch kubanisch....
Wir haben Alleinreisende (männlich und weiblich) kennen gelernt, die sich bitter beschwert haben, dass es für sie mit der Zeit unerträglich wurde, da man als Alleinreisender zusätzlich noch den Stempel für einen Freifahrtsschein nach Übersee, sozusagen in ein besseres Leben, auf der Stirne trägt.
Zum Glück haben wir uns entschieden in den Casas Particulares zu wohnen. So hatten wir die Möglichkeit, die Kubaner auch als offenes, umgängliches und fröhliches Volk kennen zu lernen, das voller Hoffnung in die Zukunft blickt. Sie wissen zwar nicht in welche Richtung sich das Land entwickelt, es sind sich jedoch alle einig, dass es besser sein muss als es im Moment ist; schlechter war es in den letzten 50 Jahren ja bereits und das ist für mich kaum vorstellbar….

Rückblickend war Kuba für mich also ein sehr zwiespältiges Erlebnis. Bleiben werden eh nur die schönen Erinnerungen und das sind vor allem tolle Karibikstrände, alte Autos, baufällige Städte mit eigenartigem Charme, Kubaner in Schaukelstühlen mit Zigarren im Mund und last but not least heisse Nächte mit Salsa und gefährlichen Mojitos …. Eine Reise war die Insel auf jeden Fall wert aber zurück kehren werde ich persönlich vermutlich nicht.

Empfehlenswerte Casa Particulares in Kuba:

Havanna: Casa Colonial Yadilis y Joel, Industria 120 altos, entre Trocadero y Colon, Centro Habana
Tel +53 78 630565, palomita3ra@gmail.com
Varadero: Casa Betty y Jorge
Jorge Pla y Betty Sanchez, Calle 31 Nº 108A. Varadero / Matanzas
Tel.:+53 45 612553 / Cel.:+53 52 890401 / Email: bettylisbet@yahoo.es
 
Vinales: Casa Villa Cristal
Anita & Francisco Martinez, Rafael Trejo 99, Vinales / Pinar del Rio
Tel: +53 52 701284 / villacristal@yahoo.es / www.villacristalcuba.com
 
Cienfuegos: Casa Bella Perla Marina
Amileidis y Waldo Soza Rodríguez del Rey, Calle 39, No 5818, Esq.Ave.60, Cienfuegos 
Tel: +53 43 518991 / bellaperlamarina@yahoo.es
 
Trinidad: Hostal Dr. Suarez y Sra Addys
Michelena Addys, 174 Santiago Escobar Street, Trinidad / Sanctis Spiritus
Tel : + 53 41 992422 / addystrinidad@yahoo.es
 
Santa Clara: Casa La Pergola Autentica
Carlos Obregón y Carmen Rodríguez
61 Luis Estévez, e/ Independence (Boulevard) and Martí, Santa Clara / Villa Clara
Tel: +53 42 208686
carmenrt64@yahoo.es http://hostalautenticapergola.blogspot.com/
 
Remedios: Hostal Buen Viaje
Lester Mercedo y Naty Torna, Andres del Rio Nr 20, Remedios
Tel +53 42 396560 / hostal.buenviaje@gmail.com

Mittwoch, 6. Juni 2012

Remedios und die Cayos


unser Konvoi
Aufgrund der Massenanstürme der Casa Besitzer auf die ankommenden Touristenbusse, haben wir den Besitzer unseres nächsten Casas gebeten, uns am Busbahnhof abzuholen. Dies hatte zudem den Vorteil, dass wir uns die Suche nach dem Haus sparen konnten. Lester stand auch verabredet am Busbahnhof bereit und hatte sogar ein Bicitaxi mitgebracht, da es eine grössre Distanz zu seinem Haus sei. Als der Taxifahrer uns mit dem ganzen Gepäck sah, bekam er grosse Augen. Lester liess sich jedoch nicht beirren und begann zuerst das Gepäck zu verladen und wollte uns beiden noch obendrauf setzen. Ich fand dies jedoch eine Zumutung für den Taxifahrer, vor allem da ich wusste, dass dieser in Moneta nacional bezahlt werden würde. Also winkten wir ein zweites Bicitaxi dazu und fuhren im Konvoi Richtung Zentrum. Remedios schein eine kleine ruhige Stadt zu sein. Dementsprechend sorgten wir für Aufsehen. Die Einwohner lachten und winkten uns zu.
hier schaut er noch zu
Remedios scheint, ausser im Dezember wenn es sein bekanntes Festival feiert, wirklich nicht sehr populär zu sein. Alles läuft hier sehr gemütlich und wir hatten endlich Zeit einfach mal so in den Tag zu leben. Die meiste Zeit verbrachten wir in den um einen schönen Park gelegenen Bars. Hier wird auch überall Domino gespielt. Dies ist neben Baseball und Salsatanzen die dritte Freizeitbeschäftigung der Kubaner. Chöge interessierte sich schon länger für das Spiel, da die Kubaner viel mehr Steine benützen und jeweils 2 gegen 2 spielen. Bis anhin hatte er den Spielern immer nur von weitem zu gesehen. Hier winkten sie ihn heran, er solle reinkommen und zu sehen. Natürlich dauerte es nicht lange und er spielte mit. Als er begriffen hatte, wie das Spiel funktioniert und wie man die Gegner klemmt, so dass sie schlussendlich als Verlierer dastehen, fand das ausser seinem Partner niemand mehr lustig und er musste sich eilends aus dem Staub machen. Ich habe mich halb krumm gelacht, da er es einfach nicht lassen kann, egal wo wir unterwegs sind und was gespielt wird. Er ist und bleibt ein elender Zocker….
Cayo las Brujas
Remedios ist auch ein guter Ausgangspunkt um die vorgelagerten Inseln mit den schönen Stränden zu besuchen. Auf diesen befinden sich nur teure All Inklusiv Ressort, daher hatten wir eigentlich geplant, die Inseln mit einem Taxi vom Festland aus zu besuchen.
Die Inseln sind mit einem 50 km langen Damm mit dem Festland verbunden und die Fahrt dauert länger als wir gedacht haben. Daher haben wir uns kurzfristig entschlossen für zwei Nächte in einem All Inklusiv Hotel einzuchecken. Wir sind einem 5 Sterne Hotel der Melia Kette gelandet. Bereits bei der Ankunft erlebten wir, warum der kubanische Service einen so schlechten Ruf hat. Die Receptionisten erklärte uns, unser Zimmer sei noch nicht bereit, was mich aufgrund der Nebensaison schon etwas erstaunte. Wir setzten uns also in die Lobby und warteten. Es dauerte nicht lange und ein älteres kanadisches Ehepaar setzte sich zu uns. Wir kamen ins Gespräch und die Dame erzählte mir, dass sie Stammgäste in diesem Haus seien. Ich solle mir dies nicht bieten lassen, sondern darauf bestehen, dass ich sofort ein Zimmer bekomme. Ich also wieder an die Reception und nachdem ich mich nicht abweisen liess, holte die Receptionistin ihre Chefin. Diese druckte eine Zimmerliste aus, auf welcher jedes zweite Zimmer mit „libre“ aufgeführt war. Dieses faule Ding war also nur zu bequem gewesen die Zimmernummern abzutauschen…. Unglaublich. Die Kanadierin organisierte dann auch noch, dass wir ein schönes Zimmer mit guter Lage überkommen.
wär hätte gedacht, dass wir beide
mal mit Plasikbänder rumlaufen ;-(
Nun wohnen wir also direkt am Strand und tragen weisse Plastikbändel am Arm. Dies ist der Freipass für hemmungslose Schlemmerei oder ordinäre Saufgelage. An der Poolbar geht es auch entsprechend zu und her. Die Anlage wird vor allem von Kanadiern gebucht. Diese sind ein lustiges und kontaktfreudiges Volk. Alle geben sich Mühe uns das All Inklusiv System zu erklären, da es da so einiges zu wissen gibt. Zum Beispiel sind wir die einzigen, die keinen Plastikkrug dabei haben. Den braucht es, weil die 2 dl Plastikbecher viel zu klein seien und diese viel zu oft nachgefüllt werden müssten. Weiters müssten wir um gut bedient zu werden, erstmals ein paar „Dollars“ springen lassen, dann klappe alles wie von selbst. Ich habe beim Einchecken der Chef Reception als Dank für das zugeteilte Zimmer 1 CUC gegeben und tatsächlich stellt sich seither, das gesamte Team auf den Kopf, sobald ich irgendwo auftauche. Es geht aber auch anders. Beim Abendessen haben wir mit dem Kellner gesprochen und ihm erzählt, wo wir schon überall gewesen sind und das wir bis jetzt nur in den Casas gewohnt haben. Erst wollte er uns dies nicht glauben und war total überrascht. Dann war er begeistert, dass wir somit das „wirkliche“ Kuba kennen. Er habe es sonst nur mit den Touristen im Ressort zu tun und die setzen scheinbar keinen Fuss ausserhalb die Hotelanlage. Er ist nun auch ohne Schiergeld nett zu uns…
Die Anlage ist wirklich schön, es fehlt uns an nichts und wir geniessen es ein wenig zu relaxen. Trotzdem sind wir uns einig, dass dies ein einmaliges Erlebnis bleibt und wir definitiv nie wieder All Inklusiv buchen werden ;-))

Santa Clara... auf den Spuren von Che


Santa Clara … auf den Spuren von „Che“

die Wagons des gesprengten Zugs
Santa Clara besitzt die drittgrösste Universität der Insel. Der Stadtkern wird wiederum von schönen Kolonialgebäuden dominiert, ansonsten kommt sie uns für kubanische Verhältnisse jedoch sehr modern vor. Bis jetzt haben wir noch nie soviel junge, gut aussehende und trendbewusste Kubaner auf einem Haufen gesehen.
Der Grund warum wir uns in dieser Stadt aufhalten, ist das Andenken an Ernesto Che Guevara – der „ewige“ Revolutionär und unermüdliche Kämpfer gegen Imperialismus und Kapitalismus, welcher längst zum Mythos geworden ist. Vermutlich ist er bekannter als jeder amtierende Regierungschef und seine Popularität übertrifft sogar jene des Papstes.
Sein grösster Erfolg war im Jahr 1958, die Einnahme der Stadt Santa Clara, mit der er der Revolution zum endgültigen Durchbruch verhalf. Worauf er von Fidel auch die kubanische Staatsbürgerschaft erhielt (er wurde als Argentinier geboren).
Abschiedsbrief von Che an Fiedel
Che liess damals zusammen mit einer Gruppe von 18 jugendlichen Revolutionären einen gepanzerten Zug entgleisen. Dafür verwendeten sie einen geliehenen Bulldozer und ein paar selbst gebastelte Molotow-Cocktails. Der darauf folgende Kampf dauerte nur 90 Minuten und besiegelte das Schicksal der Batista Diktatur. Damit wurde der Grundstein für die 50 Jahre währende Regierungszeit von Fidel Castros gelegt.
Wenn man Kuba besucht ist es ein Muss sich mit der Geschickte auseinander zu setzten. Daher gab es für uns an Santa Clara kein Vorbeikommen. Also sind wir am Morgen mit Reiseführer bewaffnet losgezogen, um den historischen Plätzen einen Besuch abzustatten. Ist ja sonst nicht so unser Ding, aber hier geht es schliesslich um Che. Auch wenn seine Ideale absolut nicht die unseren sind, zollen wir seinem Gedankengut absoluten Respekt.
Ernesto Che Guevara Monument
Als erstes Besuchten wir den ursprünglichen Schauplatz der Schlacht. Dort sind heute noch ein paar der originalen Wagons, des aus den Geleisen gesprengten Zugs und der dafür eingesetzte Bulldozer zu betrachten. In den Wagons befindet sich mittlerweile ein Museum mit Fotos des Anschlags von damals, sowie der gesamten Ausrüstung der Rebellen. Chöge war vom Kriegsmaterial beeindruckt, ich eher vom guten Aussehen des Rebellen ;-))
Weiter ging es zum Monument, welches zu einer Pilgerstätte von Che Fans geworden ist.
Die Gedenkstätten liegen kilometerweit auseinander und an dem Tag war es natürlich so heiss wie noch nie. Für uns war schnell klar, dass irgendeine Transportmöglichkeit her muss. Also winkten wir die erstbeste Kutsche die vorbei fuhr heran. Ein alter Kubaner hielt und hatte beim Anblick der beiden nass geschwitzten Touristen bereits Dollar Zeichen in den Augen. Wir verhandelten hart, wobei wir uns aufgrund der Tatsache, dass wir uns einige Kilometer ausserhalb der Stadt befanden und offensichtlich nicht mehr bereit waren weiter zu Fuss zu gehen, ganz klar in der schlechteren Position befanden. Zudem hatten wir es mit einem alten Hasen zu tun, der uns immer wieder erklärte wie hart er als Kubaner arbeiten müsse und das dies natürlich seinen Preis habe. Dieses Argument mussten wir einfach gelten lassen und da unsere Spanischkenntnisse mehr als mager sind, konnten wir auch nicht wirklich zu unseren Gunsten argumentieren. Wir einigten uns schlussendlich auf 7 CUC. Das waren mind 5 CUC zuviel, der alte Mann freute sich riesig und fuhr erstmals bei seiner Frau vorbei um ihr von dem guten Deal zu erzaehlen. Diese freute sich diebisch, klatschte vor Begeisterung in die Haende und ueberschuettete uns mit einem Fluss spanischer Woerter.
Choeges Einkaeufe
Wir erhielten aufgrund des guten Preises dann eine zweistuendige Kutschenfahrt. Es war lustig die Stadtbesichtigung mit der Kutsche zu machen. Das ganze hatte fast ein wenig Wild West Potential. 
Im Anschluss daran besuchten wir einen offiziellen Zigarrenladen. Wir erhielten eine sehr kompetente Beratung, welche Choege dermassen ueberzeugte dass er so richtig mit kubanischen Stuempen eindeckte. Keine Ahnung wer die alle Rauchen soll, zudem graust es mich schon jetzt vor dem Gestank in unserem Garten! Choege und die Dame verstanden sich so gut, dass sie ihm eine offizielle Schachtel fuer die Stuempen schenkte, welche wir bereits in Vinales gekauft haben und diese dann auch noch auf der offiziellen Kaufquittung auffuehrte, so dass wir nun am Flughafen keine Probleme mehr zu erwarten haben. Es duerfen naemlich nur die in den offiziellen Tabakfabriken hergestellten Zigarren ausgefuehrt werden. Mir ist somit um einiges wohler :-))
Herr war uns jedoch sympathisch und wir betrachteten es als aktive Wirtschaftsförderung. Er konnte es dann auch nicht lassen und fuhr bei seiner Frau vorbei, um ihr den Deal brühwarm mitzuteilen. Diese strahlte übers ganze Gesicht und klatschte erfreut in die Hände. Sie überschüttete uns mit einem Schwall spanischer Wörter und wir mussten ab ihrer Euphorie wohl oder übel lachen. War vermutlich wirklich ein mega Deal… aber was solls. Wir hatten einen riesen Spass zusammen und erhielten eine zweistündige Kutschenfahrt mit Besuch der ganzen Sehenswürdigkeiten geboten. Der Kutscher kümmerte sich rührend um uns und wir kehrten mit einem absolut guten Gefühl zurück. Schlussendlich geht es bei einem Deal doch genau darum, dass beide Seiten am Schluss zufrieden sind  ;-))
Wir nutzten unsere Zeit in der Stadt auch um endlich stressfrei Zigarren und Rum einzukaufen und fanden einem Spezialladen mit einer sehr kompetenten Bedienung. Diese stellte uns auch gleich eine offizielle Schachtel für die in Vinales beim Bauer gekauften Zigarren zur Verfügung. Die Ausfuhr von Zigarren ist nämlich sehr heikel und man braucht eine Quittung von einem lizensierten Laden dafür. Die haben wir nun und schachtelweise legale Stümpen dazu auch noch… Chöge konnte sich bei dem Angebot nicht beherrschen. Mir graut es schon heute bei der Vorstellung des Gestanks in unserem Garten ;-)))
Im weiteren gibt es in der Stadt auch noch eine Fussgängerzone die „Boulevard“ genannt wird. Hier kann man für kubanische Verhältnisse recht gut flanieren. Dabei erhielten wir einen Eindruck davon, wie klein das Angebot für die Kubaner wirklich ist. Da gibt es grosse Läden mit reihenweise Regalen, die einfach leer stehen, für uns ist so was einfach unvorstellbar. Es gibt beispielsweise auch an jeder Ecke Apotheken, jedoch sind kaum  Medikamente zu kaufen. Zum Verständnis, wir befinden uns hier in einer der grössten Städte Kubas. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es abseits der Touristenrouten auf dem Land aussieht. Ein echt hartes Leben, das für uns kaum nachvollziehbar ist. Obwohl wir Touristen aufgrund unserer Devisen an alles heran kommen und die Casa Besitzer alles versuchen um unsere Bedürfnisse zufrieden zu stellen, ist das Angebot sehr beschränkt. Ich muss gestehen, dass ich langsam aber sicher unter Konsum-Entzugserscheinungen leide.
Übrigens wohnen wir nur eine Strasse vom Boulevard entfernt in einem wunderschönen alten Kolonialhaus bei Carmen und Obregon. Wir haben es auch hier super getroffen. Die beiden sind witzig, aufgeschlossen und sprechen sehr gutes Englisch. Zudem übertrifft Carmen mit ihren Kochkünsten alles bisherige und wir haben beschlossen mit dem Ranking aufzuhören, da bis anhin jedes Casa das vorhergehende übertroffen hat. Die kubanische Küche wurde im Vorfeld dermassen schlecht gemacht, dass wir mit null Ansprüchen auf die Insel gereist sind und nun jedes Mal wieder aufs Neue überrascht werden. Kuba ist kein Gourmetland, aber verhungern tut man hier auch nicht. Morgen verlassen wir die Touristenroute und machen uns auf den Weg Richtung nordöstliche Küste. Im Dorf Remedios soll die Zeit angeblich stehen geblieben sein und wird unter den Reisenden noch als „Geheimtipp“ gehandelt. Obwohl ich da einwenig skeptisch bin, denn alles was im Lonely Planet steht ist für mich kein Geheimnis mehr. Wir werden sehen….hasta luego!


Remedios und die vorgelagerten Cayos


Mittwoch, 30. Mai 2012

Kubaner auf der Jagd nach Devisen...

In Kuba existiert ein doppeltes Währungssystem. Fuer uns ist dieses System nicht einfach, da wir immer auf der Hut sein muessen, dass wir auch das richtige Wechselgeld erhalten.
Lobster zum Abendessen

Die offizielle Währung ist der Peso Cubano (Abk CUP) oder auch Moneda Nacional genannt. Dieser ist eigentlich nur für die kubanische Bevölkerung bestimmt. Wenn man weiss wie, können Ausländer diesen jedoch auch benutzen, was von den Einheimischen jedoch nicht unbedingt gern gesehen ist, da dieser nur ein Viertel der Touristenwährung wert ist. Zudem können auch nur beschränkt Sachen damit gekauft werden. Beispielsweise bekommt man billiges Essen, wie nicht unbedingt schmackhafte Peso Pizza damit oder man kann mit den hoffnungslos überfüllten nationalen Bussen fahren. Grundsätzlich hätte dies den Vorteil, dass man spottbillig in Kuba leben könnte. Wir müssen jedoch gestehen, dass wir noch nicht so recht rausgefunden haben, wie genau das System funktioniert und vermutlich werden wir dies auch nicht, da wir kein Spanisch sprechen, nicht lange genug in Kuba unterwegs und jederzeit deutlich als Ausländer identifizierbar sind.
Jineteros am Warten auf Touristen
Die Touristenwährung wird Peso Convertible (Abk CUC) oder Devisa genannt (1:1 Verhältnis zum USD). Mit dieser können Luxuxartikel gekauft werden. Natürlich sind die Kubaner absolut heiss auf diese Devisen und vom Morgen bis am Abend auf Jagd danach. Am offensichtlichsten für uns ist es bei den Jineteros (Schlepper/Vermittler) Deren Ziel ist es uns Touristen irgendetwas zu verkaufen. Angefangen von Taxifahrten, über Casa- und Restaurantbesuche bis hin zu Zigarren und Salsaunterricht können die einem alles vermitteln. Man muss sich einfach bewusst sein, das man den Dienst jeweils teuer bezahlt, da die Begünstigten ihnen für die geleisteten Dienste ein Kommission entrichten müssen, die schlussendlich wieder bei uns auf der Rechnung landet. Am günstigsten ist es wenn man versucht mit dem Endanbieter zu verhandeln, was jedoch nicht immer einfach ist, aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse beiderseits. Langsam aber sicher haben wir jedoch den Dreh raus, so dass wir mit Händen und Füssen meistens bekommen was wir wollen.
Auch die Casabesitzer versuchen uns die Devisen abzuluchsen wo es nur geht. Ihre Art ist jedoch viel weniger aufdringlich als jene der Jineteros. Sie verkaufen uns Frühstück und Abendessen, Wäscheservice, vermieten Velos und bieten eigentlich die ganzen Services an, die man uns auch auf der Strasse zu vermitteln versucht. Wir haben schon überall Lobster gegessen (CUC 25), obwohl dieser offiziell nur in den staatlichen Restaurants verkauft

der Verkaeufer versucht Choege
Hutschmuck anzudrehen
werden darf. Jeder kennt einen Nachbarn der ein Auto hat und bereit ist uns privat irgendwo hinzufahren. Grundsätzlich ist auch dies streng verboten, trotzdem kümmert es niemanden. So hat uns der erste Casabesitzer einen günstigen Shuttel nach Havanna verkauft, in dem er uns eine Mitfahrgelegenheit bei seinem Kollegen organisiert hat, der ein Mietauto nach Havanna zurückbringen musste. Kostenpunkt CUC 50 für eine Fahrt von 200 km. Der Fahrer hat dann aufgrund der vorigen Zeit auch noch gleich eine Stadtrundfahrt in Havanna dran gehängt, was ihm ein zusätzliches Drinkgeld eingebracht hat. Der zweite Casabesitzer hat uns den Reitausflug für CUC 30 auch direkt über den Bauern vermittelt. Auch die ganzen Bands die in den Bars und Kaffees spielen, geben regelmässig den Hut in die Runde, sobald irgendwo Touristen sitzen.
Weitere Einnahmequellen sind die Liegestühle an den Stränden der im Moment fast leeren Hotels. Diese werden gerne an die Individualtouristen vermietet. Dazu bekommt man Drinks serviert, die an der All Inklusiv Bar geholt werden. Das Geld wandert alles in die Taschen der Angestellten.
Lehrerin die mit den Kindern ihr Budget aufbessert
Wir sind auch schon an einer Schule vorbei gelaufen und wurden von der Lehrerin aufgefordert doch ein Foto von den Kindern zu machen. Mit dem Resultat, dass sie anschliessend die Hand nach einem „Dollar“ (1 CUC) ausgestreckt hat. Super Vorbild für die Kinder, wiso etwas lernen wenn man mit Fotos auch Geldverdienen kann.
Trotzdem können wir es den Kubanern nicht wirklich übel nehmen, da die gesamte Tourismusbranche unter staatlicher Kontrolle ist und dies der einzige, wobei nicht ganz risikolose Weg ist, auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Der normale Verdienst eines Kubaners beläuft sich zwischen 15 bis 30 CUC monatlich. Es wundert also niemanden mehr, das unsere Casabesitzer Berufe wie Universitätsprofessoren, Ärzte und Ingenieure an den Nagel gehängt haben, weil man mit den Touristen viel besser Geld verdienen kann. Das ganze passiert jedoch mit viel Charme und einer grossen Portion Schalk. Zudem hat man als Tourist immer die Wahl ob man sich darauf einlässt oder nicht. Böse sind einem die Kubaner nie und ein Nein wird eigentlich problemlos akzeptiert.



Trinidad.... Stadt der ehemaligen Zuckerbarone

Bei unserer Ankunft in Trinidad waren die Spuren des Unwetters noch deutlich sichtbar. Zum Glück hatte sich das Wetter beruhigt und die Sonne schien wieder. Schliesslich wollten wir hier auch ein paar Tage am Strand verbringen.
Trinidad
Trinidad ist eine gut erhaltene spanische Kolonialstadt, die seit Mitte der 80er Jahren das UNESCO Siegel trägt. Hier sind die Uhren seit Mitte des 19. Jahrhunderts stehen geblieben. Seinen Wohlstand verdankt Trinidad den immensen Geldsummen, welche aus dem Zuckerhandel von damals resultierten.
Die Kolonialhäuser sind sowohl aussen wie auch innen in einem top Zustand. Wir haben uns einige angesehen und sind hell begeistert von deren Architektur. Trinidad steht an dritter Stelle der meist besuchten Orte Kuba’s. Man spürt den Tourismus deutlich, überall wird man von Jineteros (Schleppern) angesprochen, die einem irgendeine Tour andrehen wollen. Auch hier wird ein Nein jedoch problemlos akzeptiert. Wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl. Gemäss Reiseführer werden in dieser Stadt die besten Casa Particulares der Insel angeboten. So wie es aussieht haben wir genau so eines erwischt. Wir wohnen in einem grossen, modernen Zimmer und haben eine eigene Terrasse zur Verfügung, von der man die ganze Stadt überblicken kann. Addys und José, unsere Gastgeber, sind sehr um uns bemüht. Die Küche von Addys ist hervorragend und rangiert im Moment auf unserem persönlichen Platz eins. Wir können uns nicht vorstellen, dass wir irgendwo noch besser verpflegt werden. Zudem zahlt sich unsere konsequente Haltung aus, nur in den Casas zu essen. Wir haben bereits mehrere Reisende getroffen, die ziemlich übel mit Magen- /Darmproblemen zu kämpfen hatten.

tanzende Kubanerinnen im Casa de la Musica
Mitten in der Stadt gibt es ein Casa de la Musica. Dies sind die klassischen Veranstaltungsorte in Kuba. In diesem hier trifft man sich unter freiem Himmel auf einer ausladenden Treppe zu Drinks und Salsa. Da die Bewohner von Trinidad es sich offenbar gewohnt sind, ständig Touristen um sich zu haben, resultiert hier ein unterhaltsames Miteinander. Einheimische tanzen Salsa mit Touristen, spielen Domino oder verbessern Ihre Englisch- resp wir unsere Spanischkenntnisse. Dazu gibt es literweise Mojitos. Es ist jeden Abend aufs Neue eine Gradwanderung, dass man nicht beschwipps ins Bett fällt ;-))
Selbstverständlich haben wir uns auch auf die Suche nach den Spuren aus der Zeit der grossen Zuckerbarone gemacht. Trick ein junger Norweger, der seit 5 Monaten auf Reisen ist, begleitete uns. Er spricht natürlich spanisch, was mal wieder ein Glücksfall für uns ist. Im Valle de los Ingenios kann man in tropischer Wildnis immer noch die Zuckerrohplantagen und einige Ruinen jener Zuckermühlen sehen, die dem Landstrich den einst so grossen Reichtum bescherten.
Wohnhaus eines ehemaligen Zuckerbarons

Von ihm zeugen bis heute die Herrenhäuser, welche die Aristokraten damals errichten liessen. Wir haben uns eines angeschaut und waren beeindruckt von dem Glamour aus vergangenen Zeiten. Hinter dem Haus fanden wir eine alte Zuckerpresse, die offensichtlich noch in Takt war. Wir fragten einen Angestellten ob es möglich sei, zu sehen wie diese funktioniert. Kein Problem, es wurden umgehend eine lange Zuckerrohrstange herbei geschafft und die beiden Jungs mussten sich zusammen mit den Angestellten an die Arbeit machen. Es schien ein ziemlicher Krampf zu sein, denn innerhalb von Minuten waren beide vollkommen verschwitzt. Die Arbeit zahlte sich jedoch aus, denn am Schluss befanden sich gut 2 Liter Saft im Eimer. Dieser wurde mit einem ordentlichen Schuss Rum serviert und schmeckte sehr lecker.
Weiter ging es mit der Besichtigung des 43 Meter hohen Turms, von dem aus die Sklaven auf den Feldern überwacht wurden. Wir mussten auf einer schmalen und steilen Holztreppe sieben Etagen in die Höhe steigen. Ich versichere euch, das war nach dem Drink eine ziemliche Herausforderung. Wir hatten ein riesen Fest und alle rundherum wunderten sich ein wenig …
Choege und Trick bei der Arbeit

Die restliche Zeit verbrachten wir hauptsächlich am Playa Ancon. Die Strände an der Südküste sind nicht zu vergleichen mit denen im Norden. Für eine Abkühlung und ein wenig Relaxen tun sie es aber alle mal.
Wir haben auch schon einige lustige Bekanntschaften gemacht. Da wir uns im Moment noch auf der typischen Touristenroute bewegen, trifft man immer wieder bekannte Gesichter und kommt irgendwann miteinander ins Gespräch. Da alle zu den selben Orten wollen oder bereits da waren werden nützliche Tipps ausgetauscht, was öfters zu einer internationalen und unterhaltsamen Gesprächsrunde führt…. Extrem entspannt das Ganze und genau unser Ding ;-))



Sonntag, 27. Mai 2012

Cienfuegos... eine typisch kubanische Stadt

Mittlerweile sind wir also in Cienfuegos an der Südküste Kubas angekommen. Die Fahrt dauerte fast 7 Stunden war aber absolut ok und natürlich wiederum sehr unterhaltend. Ich denke dem Thema Strassenverkehr und Transport werde ich bei Gelegenheit mal einen separaten Beitrag widmen.
Bicitaxi
Cienfuegos ist viel grösser als wir erwartet haben und liegt auf dem Weg nach Trinidad unserem nächsten Hauptziel. Die Stadt verfügt über ein schönes und gut erhaltenes Kolonialviertel das als sehenswert gilt. Die meisten Touristen machen jedoch meistens nur einen Zwischenstopp um Fotos zu machen und fahren nach ein, zwei Stunden auch gleich wieder weiter. Wir haben
uns jedoch entschlossen zwei Nächte hier zu bleiben, damit wir uns das ganze in Ruhe ansehen können und auch eine Ahnung davon bekommen, wie die Kubaner in der Stadt wohnen. Bei unserer Ankunft regnete es wie aus Kübeln.

Dementsprechend leicht war es für den
Taxifahrer uns seine Dienste zu verkaufen. Hier gibt es hauptsächlich Kutschen und Bicitaxis. Wir haben uns für letzteres entschieden. Bicitaxis sind dreirädrige Velos mit relativ wenig Platz. Es war ein ziemliches Fest, bis wir unser Gepäck aufgeladen hatten. Zudem liegt die Stadt an einem Hang und der Fahrer hatte das Pech, dass sich unser Casa im oberen Teil befindet. Er hatte einen mega Krampf und wir litten wirklich ein wenig mit ihm. Wenn es nicht so gegossen hätte, wären wir sicher neben dem Taxi hergelaufen, aber darauf hatten wir unter den Umständen wirklich keine Lust ;-((

altes Kolonialhaus

Wohnen tun wir bei Amileidis und Waldo in einem alten Kolonialhaus. Sie sind beide etwas älter als wir und haben vermutlich schon erwachsene Kinder. Unser Zimmer ist riesig und verfügt über die typisch hohen Decken. Essen gibt es auf der Terrasse, von welcher wir einen schönen Blick über die Stadt haben. Im ganzen Haus hängen Baupläne an den Wänden und überall liegen Baumaterialien herum. Natürlich dauerte es nicht lange und Chöge liess sich vom Hausherrn das Projekt erklären. Dieser erzählte ihm, er beabsichtige auf dem Dach ein Paladares (privat geführtes Restaurant) sowie ein weiteres Gästezimmer mit Whirlpool zu bauen. Das Material liege schon wochenlange herum, leider fände er keine Leute die ihm die Arbeiten ausführen würden. Unglaublich, wenn man sieht wie viele Kubaner anscheinend in den Tag hinein leben. Waldo meint, eventuell läge es daran, dass das Projekt zu aussergewöhnlich sei und die Leute sich nicht rantrauen würden, da sie so etwas noch nie gemacht hätten. Wir finden es schade, denn er verliert viel Geld dabei. Das Herumliegen schadet dem Material, das nicht gebaute Restaurant verhindert Mehreinnahmen und die Gäste fühlen sich auf der Terrasse, die momentan einem Baumateriallager gleicht, auch nicht mehr wirklich wohl. Wir drücken ihm die Daumen und hoffen, dass wir irgendwann im Internet sehen können, wie er seine Pläne verwirklicht hat.
typische kubanische Wohnhaeuser
In Cienfuegos erhält man einen Einblick in den typisch kubanischen Alltag. Es ist beeindruckend zu sehen wie unterschiedlich die Kubaner leben. Die einen haben schöne Häuser mit gepflegten Gärten und andere wiederum leben mehr oder weniger in einem baufälligen Haus. So wie es scheint leben jedoch alle grundsätzlich sehr einfach und haben nicht wirklich viel übrig um sich irgendwelchen Luxus zu leisten.
Während unserer Stadtbesichtigung, trafen wir überraschend Natascha und Jaro, das tschechische Pärchen aus Varadero wieder. Sie erzählten uns, sie seien auf der Flucht vor einem Unwetter das in Trinidad sein Unwesen treiben würde. Seit 4 Tagen regne es dort ohne Unterbruch und die Strassen seien mittlerweile alle überschwemmt. Sie zeigten uns auf ihrem Fotoapparat einen Film, in dem man einen reissenden Fluss sah, welcher durch die Stadt fliesst. Wir waren ziemlich entsetzt, da wir bis jetzt eigentlich ziemliches Glück mit dem Wetter hatten. Es hat schon hie und da geregnet, meistens am Nachmittag was für die Saison auch normal ist. Uns war dies jedoch egal, da wir uns diese Zeit meistens irgendwo in einer Bar um die Ohren schlugen ;-)) Natascha und Jaro hatten jedoch generell ziemliches Pech mit ihrer Routenwahl. Während wir gegen Westen gereist sind, brachen sie in entgegen gesetzter Richtung auf, mit dem Plan ein paar schöne Tage auf den Insel im Osten zu verbringen und hatten dort mehrheitlich nur Regen. Da kann einem das Inselleben wirklich verleiden. Sie befinden sich mittlerweile auf dem Weg zurück nach Havanna, wir haben jedoch die Adressen getauscht und freuen uns auf ein Wiedersehen in Schweiz.
eine Strasse in Cienfuegos

Chöge und ich waren ziemlich verunsichert ob wir unsere Route beibehalten wollen oder nicht. Wir fragten überall herum wie die Wetterprognose für die nächsten Tage aussehen würde. Bei zehn Personen die wir fragten, erhielten wir zehn verschiedene Antworten. So wie es aussieht scheinen sich die Kubaner nicht gross um das Wetter zu kümmern. Schlussendlich rief Waldo bei seiner Cousine in Trinidad an. Die versicherte mir, der Regen hätte mittlerweile aufgehört und die Strassen seien schon fast wieder trocken. Wir könnten uns problemlos auf den Weg machen, was wir dann auch getan haben…

Wir sind mittlerweile in Trinidad angekommen. Das Wetter ist gut und hier funktionieren sogar die Internetverbindungen. Viel Spass beim Lesen, ich werde versuchen noch ein paar Fotos hochzuladen. Mal schauen, ob es funktioniert resp wie lange es dauert bis ich die Geduld verliere ...

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