In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Dienstag, 14. Februar 2012

Weihnachten- einmal anders...

Während ich letzten Herbst am Strand vom Gargano wehmütig meinen Gedanken an den nächsten, noch weit entfernten Urlaub nachhing, machte mir Chöge den Vorschlag ich könne ja in meinen Weihnachtsferien nach Thailand fliegen, da er sowiso arbeiten müsse. Erst dachte ich, ich höre nicht recht, fand aber sofort grossen Gefallen an seiner Idee ;-))

Wieder zu Hause checkte ich umgehend das Flugangebot und hatte Glück; Etihad Airline hatte ein super Schnäppchen im Angebot und so buchte ich den Flug. Nun war es also definitiv, ich vereise das erste Mal mutterseelen alleine nach Bangkok zum Christmas Shopping und dann weiter auf die Insel Phuket zum Relaxen .

Im Nachhinein muss ich gestehen, dass ich mir vor der Abreise doch ein paar Mal Gedanken darüber gemacht habe, ob ich mir nicht doch ein wenig zu viel zutraue. Der Flug war bezahlt und damit gab es an meinem Entscheid eh nichts mehr zu ändern. Mitte Dezember brachte mich Chöge dann nach Mailand an den Flughafen. Mit dem Abschied war auch das komische Gefühl wieder da und ich kam mir ziemlich verlassen vor auf dem Weg zum Gate. Ausnahmsweise hatte ich keine Lust die Duty Free Shops zu durchstöbern, auch dies ein Zeichen, dass ich für den Moment an meinem Vorhaben zweifelte….

Schon das Fliegen war ein Erlebnis für sich. Auf dem ersten Flug, sass ein älterer Italiener aus der Toscana neben mir der kaum Englisch sprach, sich jedoch auf biegen und brechen mit mir unterhalten wollte. Zum Glück war er dem Rotwein ziemlich zugetan, so dass die Kommunikation mit der Zeit einfacher und erträglicher wurde. Die Zwischenlandung in Abu Dhabi verbrachte ich in der Lounge und versuchte mich von dem doch eher anstrengenden Flug zu erholen.

Der nächste Sitznachbar war ein Araber mit Turban, in Begleitung von drei vermummten Frauen. Meine Begeisterung hielt sich auch da mehr als in Grenzen und ich versuchte demonstrativ zu schlafen. Dies klappte dann nicht wirklich. Kaum setzte ich mich ordentlich hin, begann mein Nachbar sich in hervorragendem Englisch mit mir zu unterhalten. Ich erfuhr, dass er beruflich oft in Europa unterwegs ist und auch schon in der Schweiz gearbeitet habe. Er bewundere unsere Natur und die Demokratie. Im Moment sei er mit der Familie unterwegs nach Bangkok zum Einkaufen. Das Gespräch war schlussendlich sehr interessant und unterhaltsam. Ich erfuhr einiges über die Arabischen Emirate, seine Familie und seine Reisen quer über den Globus. Er entpuppte sich als witziger, weltgewandter Gesprächspartner, so dass der Flug extrem kurzweilig war. Zum Abschied schüttelte er dann sogar meine Hand (!) und bedankte sich für die Unterhaltung. Ich muss gestehen, dass ich das eine oder andere Vorurteil auf diesem Flug abgebaut habe.

Nun war ich also in Bangkok angekommen und meine Zweifel waren zum Glück auch weg. Wie üblich organisierte ich mir erstmals eine billige SIM Karte und danach ein Taxi in die City. Kurz das Gepäck im Zimmer deponieren und dann sofort ab in die Massage. Danach zu den Garküchen etwas essen. Eigentlich war es wie immer, nur dass ich halt alleine um die Häuser ziehen musste. Meine ersten Tage in Bangkok verbrachte ich dann vor allem in den Shoppingcentern. Ich fand es toll meine Lieblingsstadt in ihrem Weihnachtskleid zu erleben. Obwohl die Buddhisten die heilige Zeit nicht kennen, glitzerte und leuchtete die Millionen Metropole vor sich hin. Man wurde überall daran erinnert, dass man sich ja eigentlich mitten in der Adventszeit befand und das in Sommerkleidung bei Aussentemperaturen von 30 Grad im Schatten und gefühlten 10 Grad in den klimatisierten Shoppingmalls. Natürlich habe ich meiner Shopping Leidenschaft freien Lauf gelassen, mir die eine oder andere SPA Behandlungen gegönnt und mich quer durch sämtliche mir bekannten Strassenküchen "gefressen". Sobald ich mich irgendwo in ein Restaurant gesetzt habe, wurde ich von irgendjemandem angesprochen. Es ergaben sich eigentlich immer witzige Unterhaltungen. Ich war erstaunt wie einfach man als Alleinreisende mit fremden Leuten ins Gespräch kommt und wie zuvorkommend man überall behandelt wird. Ich fühlte mich vom ersten Tag an pudelwohl ... Nach vier Tagen ging es dann bereits weiter nach Phuket. Am Suvarnabhumi Airport war ein ziemliches Chaos, da der Inlandflughafen aufgrund der vorhergehenden Überschwemmungen immer noch geschlossen war. Die Schlangen vor den Checkin Schaltern schienen endlos zu sein. Also begann ich mich mit einer Thai, die vor mir in der Reihe stand, zu unterhalten. Ihr Englisch war sehr gut und sie erzählte mir, dass sie in Paris wohne und im Moment auf Besuch bei ihrer Familie in Bangkok sei. Nun brauche sie jedoch ein paar Tage Ruhe und fliege nach Patong an den Strand. Eine Thai die freiwillig und alleine an den Strand fliegt. Ich war ziemlich erstaunt...

Da wir nacheinander eingecheckt hatten, sassen die Thai und und ich dann auch im Flugzeug nebeneinander. Sie stellte sich als Nipa vor und erzählte mir sie sei Ärztin und vor 20 Jahren anlässlich eines Regierungsprojekts, für fünf Jahre nach Paris in die Forschung geschickt worden. Sie habe in dieser Zeit ihren Mann kennengelernt, geheiratet und sei seither nur noch als Besucherin nach Thailand zurückgekehrt. Ihr Mann sei mit dem Sohn in den französischen Alpen am Skifahren, da sie dies jedoch einfach nicht lerne, habe sie sich entschlossen, das erste Mal ohne ihre Familie nach Thailand zu fahren. Ahaa.... wir waren also sozusagen Leidensgenossen….

Aufgrund unserer netten Unterhaltung während des Flugs entschieden wir uns auch gleich das Taxi nach Patong zu teilen und verabredeten uns während der Fahrt für den Abend. Wir gingen auf den Markt und suchten nach den Garküchen. Während des Essen erzählte Nipa, dass sie 4 Tage in Patong bleibe und dann noch für weitere 4 Tage nach Ko Lanta fahre. Wir hatten einen lustigen Abend zusammen und verbrachten auch die weiteren Tage miteinander am Strand. Am Abend gingen wir jeweils irgendwo auf einem einheimischen Markt essen, dort wo es auch die gegrillten Insekten zum Probieren gibt ;-))) Irgendwann fragte sie mich ob ich nicht Lust habe, sie nach Koh Lanta zu begleiten. Klar hatte ich, Patong war mir eh zu voll und nach Koh Lanta wollte ich schon lange mal. Also machten wir uns zusammen auf die Suche nach einer Transfermöglichkeit.

Nipa ist Mitglied der Bangkoker Oberschicht und daher gewöhnt mit einem Chauffeur herum gefahren zu werden. Ich stellte schnell fest, dass sie keine Ahnung hat, wie das Herumreisen in ihrem Land funktioniert und wie man das organisiert. Meine Travellererfahrung in Kombination mit ihrem Verhandlungsgeschick erwies sich als sensationell für unser Reisebudget. Ich lernte durch sie eine ganz neue Preispolitik kennen und wunderte mich mehr als einmal, wie viel billiger sie als Thai alles bekommt. Obwohl Südostasien für uns Europäer schon extrem billig ist, erstaunt es dann doch, wie viel mehr wir doch immer noch bezahlen. Nun verstehe ich das Jammern der Expats um einiges besser. Es macht dann halt schon einen Unterschied ob ich als Urlauber mit meinem Schweizer Einkommen ein paar Wochen in Thailand verbringe oder ob ich dort arbeite und mit einem thailändischen Lohn über die Runden kommen muss. Denn die Thais machen bei den Preisen für die Ausländer keinen Unterschied. Farrang ist Farrang und die haben alle Geld, also können sie auch höhere Preise bezahlen, egal ob einer schon 20 Jahre im Land wohnt oder nicht ....

Die schnellste aber auch teuerste Möglichkeit um nach Koh Lanta zu kommen, wäre mit dem Speedboot gewesen. Nipa bestand jedoch darauf, die günstigere Variante mit dem Minibus zu buchen. Diesen Preis handelte sie dann nochmals um einen Drittel runter. Die Thai im Traveloffice jammerte schon lange, sie verdiene an diesem Preis nichts mehr. Nipa war happy und mir schwante Böses. Wir erhielten einen Voucher und sollten am nächsten Tag direkt bei unseren Hotels von einem Minibus abgeholt werden. Dieser traf dann auch mit einer Stunde Verspätung ein und war wie nicht anders erwartet, bis unters Dach vollgestopft mit Touristen. Die Türe ging auf und als erstes stieg die französisch schimpfende Nipa aus. Ich musste lachen und versuchte ihr zu erklären, dass dies normal sei. Je billiger der Preis, desto unkomfortabler die Reise und je mehr Überraschungen warten auf einem. Bevor der Bus sich wieder in Bewegung setzte wurden alle Insassen mit farbigen Kleber versehen auf denen unterschiedliche Destinationen angegeben waren. Die meisten wurden mit Samui angeschrieben und bei mir gingen sofort alle Alarmglocken los. Es kam wie es musste, nach einer halben Stunde Fahrt wurden Nipa und ich mitten auf dem Highway ausgeladen. Wir sollten auf den Localbus warten, der irgendwann in der nächsten Zeit vorbeifahren würde. Der kam dann auch und war noch voller als der erste, jedoch war ich nun die einzige Farrang im Bus. Super lustig, he he.... ich ärgerte mich, dass ich Nipa ihren Willen gelassen habe, da ich ja eigentlich genau wusste was uns erwarten würde.

Die Fahrt dauerte vier lange Stunden und mir schmerzten sämtliche Glieder als wir endlich am Pier mit einer uralten Fähre ankamen. Diese fuhr dann auch erst los als sie mehr als überladen war. Wir waren bei der Ankunft erst das zweite Auto, also mussten wir eine weitere Stunde in der Mittagshitze warten bis es weiter ging. Endlich auf der Insel angekommen, wurden wir irgendwo in der Prärie ausgeladen und mussten selber schauen, wie wir an unseren Strand kommen. Nun erwies es sich einmal mehr als grosser Vorteil, dass Nipa eine Thai ist, Sie wuselte herum und kam irgendwann mit einem Pickup und Fahrer zurück, der uns dann auch für kleines Geld quer über die Insel gefahren hat. Wir brauchten schlussendlich mehr als sieben Stunden bis wir endlich in unserem Resort angekommen sind, das Boot hätte drei Stunden gebraucht und nur ca 400 Bath (ca CHF 12.00) mehr gekostet. Ich denke Nipa hat auf dieser Fahrt auch so einiges dazu gelernt. Aber eigentlich ist es ja genau das Unvorhergesehene, welches das Herumreisen zum Abenteur macht und deshalb liebe ich es ja auch so ;-))


Koh Lanta gefiel mir auf Anhieb. Die Insel ist noch sehr ruhig und beschaulich, es herrscht dort noch fast Backpackerstimmung, also genau mein Ding.... Die Tage verbrachten wir an einsamen Stränden und die Nächte an stimmungsvollen Bars. Nipa weigerte sich grundsätzlich in irgendwelchen Touristenrestaurants zu essen, da diese viel zu teuer seien und das Essen nicht schmecke. Zum Verständnis, was für mich bis anhin Strassenküchen waren, bezeichnete sie als Farrangrestaurants. Die typischen Thairestaurant befinden sich immer ausserhalb der Touristenzonen, da sich Einheimische die Mieten in den Zentren gar nicht leisten können. So mussten wir jeweils einen längeren Fussmarsch in der Hitze machen, bis sie ein thailändisches Restaurant fand das ihr passte. Ich habe in Schuppen gegessen, in die ich mich alleine nie rein getraut hätte. Die Tage mit Nipa waren für mich eine kulinarische Reise höchsten Grades und ich bin im Nachhinein froh, dass ich diese ganzen Torturen mitgemacht habe. Chöge kann sich auf etwas gefasst machen, wenn wir das nächste Mal wieder zusammen unterwegs sind, denn nun weiss ich auf was man schauen muss und wie ich als Farrang bestellen kann, auch wenn die Leute kein Englisch sprechen.

Auch sonst habe ich einiges bezüglich asiatischer Kultur und Traditionen dazu gelernt. Es war höchst spannend mit Nipa über ihr Land und dessen Fortschritt zu diskutieren. Sie sagt, sie sehe vieles aufgrund ihres Lebens in Europa mit dem nötigen Abstand. Die Thais seien zu eine Gesellschaft von Materialisten geworden, die ihre Wurzeln und ihre Traditionen immer mehr vergessen würden. Ich habe auch viel über die Rolle der Frau in der thailändischen Kultur gelernt und verstehe nun auch hier viele Sachen um einiges besser. Alles in allem war dies eine wunderbare Begegnung und ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe. Schweren Herzens habe ich mich dann irgendwann von Nipa getrennt. Sie flog zurück zur Ihrer Familie in Bangkok und für mich hiess es zurückkehren nach Patong ins Touristenmekka.

Für die Rückkehr, habe ich dann allerdings das Speedboat gebucht und die Reise war wie erwartet, um vieles kürzer und vor allem auch um einiges komfortabler. Meine letzten Tage verbrachte ich wie ursprünglich geplant in Patong. Dies war für mich nach der Ruhe von Koh Lanta jedoch ziemlich anstrengend, da mittlerweile Weihnachtsferien waren und die Hotels aus allen Nähten platzten. Auch die Strände glichen grossen Fleischmärkten. Trotzdem hatte ich auch hier noch ein paar witzige Begegnungen mit Urlaubern aus der ganzen Welt. Zudem war inzwischen auch Wyss Tom eingetroffen und er schaffte es tatsächlich die meiste Zeit, mich an den Strand zu begleiten ;-)
Meine Egoferien waren für mich eine unbezahlbare Erfahrung. Für mich war es die Bestätigung, dass ich alleine auch sehr gut zurecht komme. Ich hatte viele witzige Begegnungen und habe dabei keine einzige schlechte Erfahrung gemacht. Ich bin auch froh, dass ich mich bei der Begegnung mit Nipa, auf meinen Bauch und nicht den Verstand verlassen habe. Denn eigentlich ist es nicht unbedenklich, sich mit einer Einheimischen, solange ein Zimmer ohne Safe zu teilen und es hätte brutal in die Hose gehen können. Man hört da die wildesten Geschichten, was sich die Leute alles einfallen lassen, um die Touristen abzuzocken, aber manchmal zahlt es sich halt auch aus, ein Risiko einzugehen.

Zweifellos hat mir Chöge auch gefehlt und ich habe ein kleines Vermögen vertelefoniert, weil ich ihm unbedingt von meinen Erlebnissen und Abenteuern berichten musste. Dementsprechend freue ich mich nun auf unser nächstes gemeinsames Abenteuer. Im Mai steht Kuba, Chöges grosser Favorit, auf dem Programm. Auf uns wartet also ein neuer, unbekannter Kontinent. Wir sind gespannt auf das sozialistische Land, zwischen Gestern und Morgen oder besser gesagt zwischen Marx und Markt. Auf Kuba wird fast alles vom Staat kontrolliert und das Land leidet deutlich unter jahrelanger staatlicher Fehlplanungen, den sinkenden Zucker- und Nickelpreisen und seit 1961 unter einem US-Embargo, welches auch für die katastrophale Wirtschaftslage verantwortlich gemacht wird.
Dafür gibt es schneeweisse Strände, türkisfarbenes Meer, Salsa, Zigarren, Mojitos, noch fast keinen Massentourismus und eine lebensfrohe Bevölkerung die sich offenbar nicht klein kriegen lässt. Wir werden es erleben und darüber berichten, wenigstens so gut es geht, denn in Kuba scheint auch das Internet unter staatlich Kontrolle zu sein.... auf bald aus Kuba!

Linksammlung

Luang Prabang http://www.villachitdara.com/
Nong Kiao http://www.nongkiau.com/
Oudomxay http://www.charminglaohotel.com/
Pakbeng http://www.luangsay.com/
Chiang Khong http://www.chiangkhongteakgarden.com/
Chiang Rai http://www.lalunaresortchiangrai.com/
Chiang Mai - Centara Duangtawan Hotel http://www.centarahotelsresorts.com/cdc/cdc_default.asp
Samui Chaweng-Bophut http://www.beenat-garden-resort.com/
Samui Choeng Mon
Phangan - Thong Nai Pan Yai http://www.phanganhavana.com/
Phangan - Chao Pao http://www.sunsetcovephangan.com/

Trekking Touren in Laos http://www.greendiscoverylaos.com/
Buscompany Nord Thailand http://www.greenbusthailand.com/
Bootstransfer Samui - Phangan http://www.lomprayah.com/

Sonntag, 8. Mai 2011

Ko Phangan, die Insel der Fullmoon Parties

Während der Hochsaison halten sich am Had Rin Strand, im Süden der Insel gegen die 30'000 Leute auf, besaufen sich, schmeissen Drogen ein und dancen ab. Wir haben gehört, dass es teilweise in regelrechte Orgien aussartet und haben auch Bilder davon gesehen, unglaublich was da abgehen muss. Von den Massen so abgeschreckt, war uns sofort klar, dass diese Partys ohne uns stattfinden würden. Trotzdem wollten wir die Insel sehen, da sie für thailändische Verhältnisse als noch eher ursprünglich gilt und vor allem der Pauschaltourismus hier noch nicht angekommen ist.
Wir wurden von Stefan und Pu zum Pier gebracht. Der Deutsche war von Anfang an skeptisch als er hörte, dass wir vom Menam Pier aus nach Phangan fahren wollten. Er habe von dieser Fähre noch nie etwas gehört. Ich habe jedoch im Internet recherchiert und war mir sicher, dass da ein Boot an die Ostküste von Phangan fährt. Am Pier angekommen, gab es tatsächlich ein Office in dem man Tickets kaufen konnte. Als Stefan das Foto der Fähre sah lachte er sich halb kaputt und machte sicherheitshalber gleichmal Fotos für die Angehörigen, falls etwas schief gehen sollte. Super, der Spassvogel brachte es wirklich soweit, dass ich mir auch nicht mehr sicher war, ob die Wahl der Fähre wirklich so optimal ist. Da es jedoch nur noch die Variante mit den grossen Fähren auf die Westseite der Insel und von da aus über eine Offroad Piste zu fahren gab, entschieden wir uns dann doch für das kleine Boot. Die Fahrt war ok, da das Meer zum Glück ziemlich ruhig war. Beim Ein- und Aussteigen wurde einem jedoch weder mit dem Gepäck geholfen noch hatte es einen Steg. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als mit unseren Rucksäcken durchs Meer zu marschieren. War auch mal was ganz Neues, das haben wir nicht mal auf den Phils erlebt...
Kaum aus dem Boot ausgestiegen, begegneten uns Leute die offensichtlich total verladen waren. Erst waren wir ziemlich verwirrt, da der Vollmond schon länger her war. Mit der Zeit haben wir dann anhand von Plakaten gesehen, dass es mittlerweile wöchentlich etwas zu feiern gibt. Von Blackmoon über Halfmoon bis hin zu Shiva Partys haben wir alles gelesen und ich bin überzeugt, dass das Angebot noch viel grösser ist. Trotzdem fühlten wir uns zu keinem Zeitpunkt dadurch gestört, da die Partys scheinbar irgendwo abseits von unserem Strand stattfinden.
Apropos Strand, vom dem waren wir absolut begeistert. Zwei grosse Buchten mit schneeweissem Sand, glasklarem Wasser und weit und breit fast keine Touristen. Das trifft natürlich voll und ganz unseren Geschmack, vor allem da es auch gemütliche Strandbeizli gibt, welche am Abend Buffets mit Seafood anbieten. Auch unsere Unterkunft war super und wir entsprechend happy. Endlich wieder mal die Bücher hervorholen und die Seele baumeln lassen….
Ich fand sogar ein stylisches Massagehäuschen mit einem riesen Angebot an Behandlungen und einer Masseurin, deren Hände Wunder vollbrachten.
Am Abend machten wir uns jeweils auf die Socken um die verschiedenen Bars und Beizlis zu testen. Chöge hat das Angebot von Krokodil, über Haifisch bis hin zu den unterschiedlichsten Meeresfischen quer durch sämtliche Buffets getestet und kein einziges Mal Probleme mit dem Magen gehabt. Auch die Bars waren eine Klasse für sich. Offensichtlich noch von dem ehemaligen Hauptkundensegment, den Backpackern, inspiriert gab es immer noch gemütlich eingerichtete Hängerbars. Am Abend wurden sogar Feuershows geboten. Dabei werden von den jungen Einheimischen Kugeln und Stäbe in Petrol getaucht, anschliessend angezündet und damit malen sie dann die verrücktesten Figuren in die Luft. Die ganz Verrückten spucken gleichzeitig noch Feuer dazu. Die Gäste sitzen oder liegen im Kerzenlicht auf speziellen Kissen im Sand und aus den Boxen dröhnt Hip Hop und RNB Sound. Absolut gemütlich und wenn man nicht aufpasst kann man ziemlich übel "verunglücken", da es auch die Drinks ziemlich in sich haben. Das Publikum ist natürlich sehr international und man kommt sofort ins Gespräch. Das haben wir zum letzten Mal auf Phi Phi Island erlebt und es nun mal wieder voll genossen. Zudem werden auch immer wieder von den thailändischem Fackeln, die wie grosse Lampenschirme aussehen, angezündet und Richtung Himmel gelassen. Das ganze wirkt sehr romantisch und geht zusammen mit den Feuershows ziemlich unter die Haut.
Natürlich haben wir auch ein Motorrad gemietet um die Ostküste zu erkunden. Dies erwies sich dann als eher schwieriges Unterfangen, da die sonst schon sehr schlechte Strasse von den Überschwemmungen im Vormonat komplett ausgewaschen war. Also liessen wir dieses Vorhaben schweren Herzens bleiben. (Liebe Mamis da seht ihr, dass wir zwischendurch auch mal vernünftig sind;-)))
Übrigens haben wir hier unseren ersten Waran gesehen. Es war zum Glück nicht ein ausgewachsener und hatte trotzdem eine Körpergrösse von mehr als einem Meter ohne Schwanz. Selbstverständlich habe ich ab diesem Anblick eine kleinere Krise geschoben ;-))
Obwohl es uns am Thong Nai Pan Beach sehr gut gefallen hat, wollten wir uns die Westküste doch auch noch anschauen, da man an dieser spektakuläre Sonnenuntergänge erleben könne. Schweren Herzens haben wir uns von der Idylle getrennt und sind mit einem Bus weiter an den Chao Phao Beach in den Nordwesten gefahren. Schon bei der Ankunft erlebten wir eine mords Enttäuschung. Das Meer ist hier extrem von den Gezeiten abhängig und im Moment zieht es sich tagsüber fast völlig zurück. Übrig bleibt eine steinige Sandwüste, welche nicht wirklich schön anzusehen ist. Wenigstens ist das Ressort ok und hat einen riesen grossen Pool. Leider spielt das Wetter in den letzten Tagen auch nicht mehr so recht mit, da immer wieder heftige Gewitter über die Insel ziehen. Das Ganze geht unglaublich schnell. Erst sieht man eine schwarze Wand, so dass man denkt jetzt geht die Welt unter, dann zieht ein orkanartiger Sturm auf und in den nächsten fünf Minuten beginnt es wie aus Kübeln zu schütten. Meistens folgt darauf noch ein längerer Stromausfall, so dass wir nach fünf nicht mehr ohne Taschenlampe unterwegs sind. Es hat uns nämlich schon in den unmöglichsten Momenten erwischt. Zum Glück ist der Himmel oft nach zwei Stunde schon wieder blau. Trotzdem ist es schwierig bei solchem Wetter etwas zu unternehmen, da es einem jederzeit und überall überraschen kann. Unsere Erkundungen haben gezeigt, dass es in der näheren Umgebung kaum etwas Interessantes gibt, dass wir nicht schon irgendwo gesehen oder gemacht haben und auf Bootsausflüge haben wir bei dieser Wetterlage auch keine Lust. Also haben wir uns entschieden die Insel zwei Tage früher als geplant in Richtung Samui zu verlassen. Wir haben uns natürlich eine Unterkunft am Choemong Beach, dort wo es uns am besten gefallen hat, gesucht und auch gefunden. In der Bucht haben sich mittlerweile ganz viele Fischerboote versammelt. Das Ganze gibt ein sehr malerisches Bild ab und wir rätselten den ganzen Tag warum die Schiffe da sind, da diese sich sicher nicht grundlos hier aufhalten. Am Schluss siegte die Neugierde und wir habem die Mama von unserem Restaurant gefragt. Sie hat dann erklärt, dass ein heftiger Sturm angesagt sei und die Schiffe hier Schutz suchen würden. Die Unwetterwarnung gelte auch für Ko Phangan. Da haben wir offenbar unwissend die richtige Entscheidung getroffen. Wir geniessen nun noch unseren letzten Tag am Strand bevor es morgen abend zurück nach Bangkok geht. Dort stehen noch zwei Tage Power Shopping und der obligatorische Besuch beim Zahnarzt auf dem Programm. Ich hoffe jetzt einfach, dass sich das angekündigte Unwetter nicht auf unseren Flug auswirken wird.....

So.... hiermit ist meine Berichterstattung von diesen Ferien beendet. Mehr davon gibt es dann, sobald wir wieder zu hause sind. Liebe Grüsse an alle die mitgelesen haben und es Merci denjenigen, die uns mit ihren Kommentaren ein Zeichen hinterlassen haben. Wir haben uns ein paar Mal amüsiert!

Tschüss und bis bald deheime…

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ko Samui, die Insel der Pauschaltouristen

Da Samui über zig hundert Ressorts verfügt, hatten wir uns bereits im Vorfeld etwas umgeschaut und uns für den Aufenthalt bei Jürgen, einem Deutschen, entschieden. Dies weil sein Ressort eine gute Ausgangslage für Besuche an den verschiedenen Stränden hat und auf den Fotos eine wunderschöne Gartenanlage mit einem Pool zeigt. Jürgen und ich hatten im Vorfeld ziemlich regen E-Mail Kontakt, wobei er mir auch angeboten hat, uns am Flughafen abzuholen. Natürlich war ich gespannt wie er aussieht, da er ein netter Kerl zu sein scheint. Wir wurden dann auch mit einem entsprechenden Schild erwartet. Der Typ stellte sich jedoch als Wolfgang vor. Ich dachte mir, es handle sich vermutlich um Jürgens Partner. Während der Autofahrt fragte ich ihn natürlich aus, in welcher Beziehung er zum Jürgen steht und erzählte ihm, dass ich mit ihm schon Kontakt hatte. Darauf gab er mir zur Antwort „den Jürgen gibt’s nicht mehr, der ist vor 14 Tagen gestorben“. Baff, was sagt man dazu. Ziemlich irritiert erkundigte ich mich erst nach dem Alter und dann natürlich nach der Todesursache. Jürgen war 44 Jahre alt und mit Magenschmerzen ins Spital eingeliefert worden. Man vermute entweder einen Magendurchbruch oder Leberverfettung, da er ziemlich schwer gewesen sei. Jürgen hat ein 10 Monate altes Baby und seine thailändische Frau Pu, ist mit der Situation ziemlich überfordert, obwohl sie sich das als Buddhistin nie würde anmerken lassen. Jürgen hat das Geschäftliche selbst gemanagt und seine Gäste kommen hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum. Pu hat nicht mal Zugriff auf die Konten, welche sich alle in Deutschland befinden und spricht natürlich auch kein Deutsch. Wolfgang erklärte uns, dass er im Moment versuche ihr ein wenig unter die Arme zu greifen. Nun gingen bei mir und Chöge die Alarmglocken los. Vier Tage später hat Pu ihn dann verjagt, weil er ihr scheinbar an die Wäsche wollte. Soo hilflos resp dumm scheint sie dann doch nicht zu sein ;-))
Das Ressort war wirklich sehr gepflegt. Uns gefiel es dort sehr gut auch wenn alles ein wenig drunter und drüber ging. Zusammen mit uns waren noch 4 Jungs und ein älteres Ehepaar da. Sie waren alles Stammgäste und haben Jürgen persönlich gekannt. Er muss wirklich ein lieber Kerl gewesen sein und die Betroffenheit war entsprechend gross. Wir haben dann alle versucht, der Pu so gut wie möglich zu helfen. An einem Abend veranstalteten die Jungs ein riesen BBQ. Es gab soviel Fleisch, dass sie noch drei Tage später davon essen mussten. Dies war ein besonders lustiger Abend. Den Thais haben sie Fisch gekauft, so das auch die etwas davon hatten. Pu haben wir echt ins Herz geschlossen und wir hoffen ganz fest, dass sie irgendwie die Kurve kriegt. Es scheint sich auch etwas zu ergeben, ob es geklappt hat erfahren wir jedoch erst wenn wir auf dem Rückweg nach Bangkok sind. Wir drücken ihr auf jeden Fall die Daumen….
Im Ressort hatten wir noch einen weiteren Pechvogel. Einer der deutschen Jungs hat es gleich am ersten Abend, zur späten Stunde mit dem Motorrad auf die Schnauze gehauen und das ziemlich heftig. Er hat sich das Schlüsselbein gebrochen und läuft nun bei fast 40 Grad mit einem monster Verband durch die Gegend. Ich glaube auf der kleinen Insel gibt es mind vier Spitäler und man sieht überall Touristen mit Verbänden herum laufen. Die Strassen sind wirklich nicht die besten, sehr kurvenreich und oft auch ziemlich steil. Zudem liegt überall Sand herum. Dazu kommt, dass in Thailand jeder Motorrad fahren darf und das Helmobligatorium schlicht weg nicht beachtet wird. Dies gemischt mit Alkohol, Gruppenzwang und Imponiergehabe vor den Ladys, endet leider oft tödlich. In Samui sterben bei Unfällen jährlich mehr Menschen als sonst irgendwo in Thailand, davon mehr als die Hälfte Touristen.
Diese Statistik gab uns am Anfang recht zu denken und wir haben uns lange überlegt, ob wir ein Motorrad mieten sollen. Die Abenteuerlust hat schlussendlich gesiegt und wir haben doch eines gemietet um damit die Insel anzuschauen. Die konnte es uns lange gar nicht recht machen. Überall ist alles verbaut, zugemüllt und stinkt vor sich hin. Erst dachten wir dies seien noch die Auswirkungen von den Überschwemmungen vor einem Monat. Samui Kenner klärten uns jedoch auf, dass die Insel mehrmals im Jahr überschwemmt werde und der Schrott jedesmal einfach liegen gelassen werde. Dazu hat es hunderte von Touristenshops und man wird überall angequatscht. Als ich in der Massage war, ist Chöge mal alleine losgezogen. Das war jedoch ein kurzes Unterfangen und er stand schon bald wieder da. Scheinbar sind die Bargirls wie Fliegen auf ihn los. Das braucht dann doch einiges, dass man so einen Mann in die Flucht schlägt ;-))
Zu sehen gibt es auch nicht wirklich viel und unter dem Begriff "Sehenswürdigkeiten" verstehen wir definitiv etwas anderes, ihr könnt euch beim zweiten Bild gerne alle selbst ein Bild davon machen (bitte für Grosi zensurieren!). Auch von den Stränden haben wir mehr erwartet, wir haben lange gesucht, bis wir endlich einen gefunden haben, für den wir uns begeistern konnten. Evtl sind wir nach unserem Aufenthalt auf den Philippinen, auch etwas arg verwöhnt aber das war der einzige der uns wirklich gefallen hat und der lag ziemlich abseits der Touristenorte. Man glaubt es nicht, dort haben wir Thöni Petsch mit der Familie getroffen. Chöge hat sie ein paar Liegestühle entfernt von uns entdeckt. Es reicht ja schon, dass wir den Camper zur selben Zeit benützen möchten, dass wir aber unsere Ferien soweit weg von zu Hause, am selben Strand, zur selben Zeit verbringen, ist dann schon ein mords Zufall. Wir haben uns diesbezüglich wirklich amüsiert. Natürlich haben wir zusammen gegessen und einen witzigen Abend verbracht. Sie machen total vier Wochen Ferien auf Samui und Ihre Kinder haben es total genossen endlich wieder mal Leute zu treffen, die ihre Sprache sprechen und wir ehrlich gesagt auch.
Wir haben hier viele tolle Bekanntschaften gemacht und auch viel erlebt, zu Samui Fans sind wir jedoch definitiv nicht geworden. Nun blicken wir erwartungsvoll in Richtung Ko Phangan, unserem nächsten Ziel, und hoffen, dass es uns dort besser gefällt.

Mittwoch, 27. April 2011

Unterwegs im Norden von Thailand...

Da ich ziemlich hinterher hänge mit unseren Reiseberichten und man sich schon Sorgen deswegen gemacht hat, hier nun wieder Mal ein Bericht. Erstmals vorweg es geht uns bestens und alles ist wie es sollte ;-)))

Von Chiang Khong, der thailändischen Grenzstadt sind wir mit dem Local Bus ins drei Stunden entfernte Chiang Rai gefahren. Der Bus war nicht gerade der Hit. Aircon gab es keine und die Sitze waren für uns viel zu klein, so dass wir ziemlich gerädert in Chiang Rai angekommen sind. Wir waren vor vier Jahren auf unserer damaligen Rundreise schon Mal in der Stadt, hatten damals jedoch wegen Mixums (die Reiseleiterin) Extratouren, nicht wirklich Zeit uns diese richtig anzuschauen. Die Kleinstadt hatte es uns nämlich angetan und wir waren uns einig nochmals auf eigene Faust hierhin zu fahren. Wir haben nochmals im gleichen Hotel eingecheckt, da dies eine gute Lage und einen wunderschönen Pool hat. Dort haben wir es uns erstmals gemütlich gemacht, bevor wir am späteren Nachmittag losgezogen sind, um uns nun die Stadt anzuschauen und anschliessend auf dem Nachtmarkt auf Schnäppchenjagd zu gehen. Hier ist alles noch sehr ursprünglich und man kann sich noch alles in Ruhe anschauen. Natürlich gibt es auch hier eine Foodmeile, durch welche wir uns gefressen haben. Die dazugehörenden Tische sind alle auf einem Platz aufgestellt und es spielt sogar noch eine Lifemusik. Es sind hauptsächlich Thais die sich hier verpflegen und entsprechend unterhaltsam war es für uns, dem Treiben zu zuschauen.
Für den nächsten Tag haben wir einen Wagen organisiert, der uns zum weissen Tempel bringt. Dieser ist wohl ausser dem Königspalast in Bangkok der Berühmteste in Thailand. Dies weil er seit Jahren von einem thailändischen Künstler äusserst aufwendig verziert wird. Das Ganze sieht aus wie ein Märchenschloss und die Thais spinnen völlig darauf. Im Innern des Tempels gibt es eine Wand, die als einzige in Farbe gehalten ist und alles Unreine dieser Welt darstellt. Da sind die Verrücktesten Sachen von Superman, über den Anschlag auf die Twin Tower bis zu Ghadaffi und Bush aufgezeichnet. Am Abend haben uns Luca und Gestina, er Schweizer UBS Banker im Ruhestand und sie Indonesierin, welche in Amsterdam aufgewachsen ist, auf ein Apero besucht. Kennen gelernt haben wir uns in Laos in der Luxus Lodge. Sie hat den Bootstrip mitgemacht und er ist währenddessen mit seinem Auto quer durch die Berge gefahren. Es wurde ein lustiger Abend mit den beiden. Luca wohnt seit 6 Jahren in der Stadt und spricht sogar Thai. Er ist der erste Expat, den wir kennen gelernt haben, der nicht über sein Gastland und deren Bevölkerung schimpft. Gestina ist seit Ende Jahr auch pensioniert und überlegt sich nun, ob sie Luca nach Thailand folgen soll oder nicht. Wir tippen darauf, dass sie sich für den Kompromis entscheiden wird, das heisst sowohl als auch, denn ihr fehlt die Schweiz mit den Jahreszeiten und dem ganzen kulturellen Angebot schon jetzt deutlich. Luca hat uns in ein typisches Lanna Restaurant eingeladen und quer durch die Karte bestellt, so dass wir zum Schluss zig Teller auf dem Tisch stehen hatten. So konnte man von allem ein wenig probieren. Das war kulinarisch sehr interessant und gelacht haben wir auch viel. Nach diesem Abend waren unsere zwei Tage in Chiang Rai leider auch schon wieder vorbei.
Weiter ging es mit dem Bus nach Chiang Mai. Dieses Mal erwischten wir einen Monsterbus mit nur 20 Sitzen. Diese waren riesig, hatten eine Fussstütze und man konnte sie sogar in Schlafposition stellen. So war das Reisen natürlich mega bequem.
Die Fahrt führte durch zahlreiche Dörfer und wir waren erstaunt, wie der Wohlstand im Land in den letzten vier Jahren zugenommen hat. Anstelle der Bretterbuden stehen jetzt überall grosse, schöne Häuser und in jeder Einfahrt gibt es mindestens ein Auto. Uns ist schon in Chiang Rai aufgefallen, dass die Leute scheinbar zu Geld gekommen sind. An jeder Ecke stehen Botox Kliniken, jeder besitzt ein i Phone und rennt mit einem Lap Top durch die Gegend.
Chiang Mai ist die grösste Stadt des Nordens. Dort angekommen waren wir entsetzt wie sehr sich auch diese Stadt verändert hat. Überall werden Hochhäuser gebaut, es stehen an jeder Ecke grosse Werbeplakate, welche luxuriöses Wohnen oder teure Autos anpreisen. Zudem hat es Touristen ohne Ende. Vor allem die Franzosen und Russen sind in Scharen unterwegs, na ja gehören beide nicht gerade zu unseren bevorzugten Ferienbekanntschaften ;-(
Also machten wir uns auf die Suche nach einem Ausflugsziel, das wir noch nicht kennen. Wir wurden schnell fündig; Tiger Kingdom. Hierbei handelt es sich um einen Wildpark im dem vor zwei Jahren mit der Aufzucht von Tigern begonnen wurde. Mittlerweile gibt es über dreissig Tiger dort, die man sogar streicheln kann. War natürlich klar dass wir dahin mussten. Erst haben wir einen vier Monate alten Tiger besucht, der noch total verspielt war und auf dem Rücken lag und etwas vor sich hin spielte. Wir waren nun doch ein wenig nervös, da schon der kleine Tiger ziemlich beeindruckend war. Wir durften ca 15 Minuten bei ihm bleiben, dann ging es weiter zum grossen Tiger. Der war zwei Jahre alt und riesig. Nun hatte ich definitiv Schiss. Der Wächter sah es mir an und lachte mich aus: „Don’t worry is just a tiger!“ Super ich habe Stubentieger zu Hause und nicht wilde…. Jedenfalls durften wir auch mit dem spielen und ihn streicheln. Uns war jedoch beiden nicht mehr so wohl und als der Tiger auch noch zu knurren anfing, erklärten wir den Besuch als beendet. Natürlich lachten uns die Wächter wieder aus. Sie legen sich nämlich zu den Tigern auf den Boden und spielen mit denen, wie wir zu Hause mit unseren Katzen. Unglaublich so was… auch wenn sie in diesen Wildpark geboren sind, besitzen sie ganz sicher noch ihren Urinstinkt und man weiss nie wann der hervorkommt. Es war jedenfalls eine Erfahrung die unter die Haut ging. Es hat auch schöne Bilder gegeben und so nah kommen wir einem Tiger ganz sicher nie mehr.
Am Abend haben wir uns natürlich vor allem auf den Shopping Meilen herumgetrieben. Es ist immer wieder unglaublich was für Seich da alles angeboten wird. Chöge hat ein Fisch Spa entdeckt und musste das natürlich sofort ausprobieren. Ich schaute ihn zweifelnd an, er der an den Füssen so empfindlich ist, will sich von kleinen Fischen an den Füssen herum knabbern lassen?! Also gut, das wird für mich sicher unterhaltsam. Das war es dann auch und nicht nur für mich! Chöge steckte die Füsse ins Becken mit den Fischen und diese hatten sich kaum um seine Füsse versammelt, da ging das Gekichert schon los. Natürlich kamen die Leute schauen was da los ist und einige mussten es auch gleich ausprobieren. Für den Japaner der neben Chöge Platz genommen hatte war es scheinbar noch schlimmer, denn er brach die Behandlung nach knapp fünf Minuten ab. Dies natürlich nicht ohne von Chöge als Weichei, Höseler etc betitelt zu werden.
Somit ist unsere Zeit im Norden von Thailand auch bereits vorbei. Nun geht es auf zum Beachlife in den Süden, erstmals auf die Insel Samui. Mal schauen was uns dort erwartet und wie gut es uns gefällt...

Donnerstag, 21. April 2011

Über Oudomxay nach Pak Beng zurück an den Mekong...

Die Organisation der Weiterreise war nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir erhielten unterschiedliche Angaben, was die Busverbindungen und vor allem deren Regelmässigkeiten anbelangt. Zwangsläufig haben wir die Backpacker angequatscht und mussten bald feststellen, dass sie genau vor dem selben Problem standen wie wir. Irgend so ein bärtiger Traveller gab uns dann den Tipp wir sollten im Sunrise Resort nach Papa Noa fragen. Das sei ein Ire, wohne schon länger hier und wisse ziemlich gut Bescheid. Wir machten uns also auf die Suche nach dem Irländer. Papa Noa ist im Ruhestand und reist gemütlich durch die Welt. Vor zwei Wochen ist er in Nong Khiaw angekommen, mit der Absicht nur eine Nacht zu bleiben. Im Resort hatte der Sohn gerade geheiratet und mit dem Bau seines Restaurants begonnen, um sich und seiner Frau eine Existenz aufzubauen. Papa Noa war in seinem Berufsleben Ingenieur und konnte den Bemühungen des Sohnes nicht lange zusehen. Nun hat er seine Reise unterbrochen und hilft tatkräftig beim Bau des Speietempels mit. Es ist doch immer wieder lustig auf was für Vögel man beim Reisen alles trifft. Wie auch immer, Papa Noa bestätigte unsere Vermutung, dass unser Vorhaben eine mühsame Angelegenheit, mit vielen Wartezeiten an Busstationen irgendwo in der Prärie werden könnte. Wenn man monatelang auf Reisen ist, nimmt man das zur Schonung des Budgets wohl in Kauf, nicht aber bei nur knapp sechs Wochen Urlaub. Also suchten wir Alternativen und fanden Mong. Er ist der Mann für alles im Dorf und hat uns innert kürzester Zeit einen Minivan organisiert. Also wurden wir am nächsten Morgen direkt vor dem Resort abgeholt. Erst hat es uns ziemlich gestunken, dass wir nicht mit den öffentlichen Bussen weiterreisen konnten, da wir uns das als sehr unterhaltsam vorgestellt hatten und wir doch den Kontakt zu den Locals so lieben. Je länger die Fahrt jedoch dauerte umso zufriedener waren wir mit unserem Minivan. Unterwegs überholten wir einen Bus, in dem die ganzen Einheimischen am Kotzen waren und wie wild ihre Manderindli dazu futterten. Daran hatten wir noch gar nicht gedacht. Die Asiaten vertragen nämlich das Busfahren ganz schlecht und die Strasse führte in zahlreichen Kurven durch die Berge und war so schlecht, dass die philippinischen Offroadpisten letztes Jahr, dagegen glatte Autobahnen waren. Zudem waren die Bergvölker mit der Brandrodung der Hänge beschäftigt, so dass wir teilweise dermassen dicht an den brennenden Hängen vorbei fahren mussten, dass die Hitze sogar im Auto spürbar war. Mir war das ganze nicht geheuer, da die Flammen meterhoch vor sich hin loderten. Unserem Fahrer gefiel es vermutlich auch nicht mehr, denn er drückte plötzlich ziemlich auf die Tube. Die ganze Bergregion war unter einem Rauchdeckel und das ganze sah aus, wie nach einem Weltuntergang. Eigentlich schade, den die Strecke wäre sehr authentisch bezüglich des Lebens der Minderheiten, da die Strasse immer wieder durch deren Dörfer führte.
Nach fast fünfstündiger Fahrt kamen wir dann endlich in Oudomxay unserem Tagesziel an. Wie im Reiseführer beschrieben, war die Stadt absolut scheusslich und das laotische Flair fehlte gänzlich. Da wir nicht weit von China entfernt sind, ist der chinesische Einfluss überall sichtbar und das nicht gerade zum Vorteil der Stadt. Ich war auf dem Internet auf ein neues Hotel gestossen, das eine Opening Promotion anbot. Also haben wir dort eingecheckt und wurden nicht entäuscht. Wir waren vermutlich von den ersten Farangs die hier übernachteten, denn die Belegschaft schaute uns an wie Ausserirdische und Englisch sprach ausser dem Manager keiner. Jedes Mal wenn wir irgendetwas wollten, rannte die ganze Belegschaft davon. Erst waren wir ziemlich konfus deswegen, mit der Zeit fanden wir es jedoch ziemlich amüsant.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Mekong. Die Strasse wurde merklich besser, da es sich scheinbar auch hier um ein chinesisches Produkt handelt. Es gab wiederum viel zu sehen. Wir fuhren durch ein Tal in dem die Bevölkerung von der „Holzindustrie“ lebt. Überall gab es Teakwälder zu sehen und einmal kamen uns sogar zwei Arbeitselefanten entgegen. Das war ein unglaubliches Erlebnis, da wir Elefanten bisher nur als Touristenattraktion erlebt haben. Die beiden Laoten hielten die Tiere sogar extra für uns an, damit wir auch ja ein paar Fotos schiessen konnten. Spätestens nach dieser Begegnung haben sich die extra Ausgaben nun definitiv gelohnt ;-))
Wir kamen rasch vorwärts und freuten uns bereits auf einen gemütlichen Nami am Mekong. Wir hatten nämlich für unsere letzte Nacht in Laos ein sündhaft teures Angebot gebucht, welches den Aufenthalt in einer Luxus Lodge, mit anschliessender Bootsfahrt im ressorteigenen Boot zur thailändischen Grenze, beinhaltet. Dies weil wir keine Lust auf die masslos überfüllten Public Boat hatten und die Fahrt immerhin 8 Stunden dauert.
Leider kam es dann doch anders. Kurz vor Pak Beng lag plötzlich ein fast zwei Meter dicker und ca. 50 Meter langer Baum quer über die Strasse. Er hatte sogar die Stromleitung mit sich gerissen. Da gab es erstmal kein Durchkommen. Auf dem Baum standen drei Laoten jeder mit einem Beil bewaffnet und versuchten den Schaden zu beseitigen. Super, das dauert ja Wochen! Es trafen immer mehr Schaulustige ein und diese versuchten teilweise sogar zu helfen. Chöge war natürlich auch ausgestiegen, um sich das Ganze mal anzuschauen. Ich war gespannt wie lange es dauert, bis er ins Geschehen eingreift. Als dann plötzlich ein LKW auftauchte und die Laoten immer noch planlos um den Baum herumstanden, war es soweit. Ich sah wie Chöge begann mit Händen und Füssen Zeichen zu geben. Erstaunlicherweise folgten die Einheimischen ihm sogar, offensichtlich froh, dass endlich einer das Zepter in die Hand nimmt. So nahm das ganze langsam Formen an. Stück für Stück wurde vom Baum eingeschnitten und dann mit dem Truck weggerissen. Mittlerweile hatte irgendeiner sogar eine Handsäge gebracht. Nach zwei Stunden war der Baum dann soweit zerlegt, dass man mit dem Auto daran vorbei fahren konnte.
Wie erwartet war die Lodge sehr luxuriös und an einer wunderschönen Location gelegen. Wir genossen die verbleibende Zeit im Liegestuhl mit Sicht auf den Mekong. In unserem super bequemen Bett habe ich so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr und entsprechend ausgeruht haben wir heute morgen die Bootsfahrt in Angriff genommen. Der Kahn ist ca. 30 Meter lang, ausgestattet mit einer Liegewiese, einer Sofaecke mit Bar und Esstischen. Ursprünglich bietet das Boot 28 Personen Platz, wir sind jedoch nur zu fünft. Die Fahrt geht stromaufwärts und es gibt viel zu sehen. Da es Ende der Trockenzeit ist, zeigt der Mekong sein raues Gesicht. Überall schauen Felsen aus dem Wasser und geben ein sehr malerisches Bild ab. Vorbei an Dörfern, badenden Kindern, Fischerbooten und Märkten an den Ufern ist die Fahrt sehr unterhaltsam. Wir geniessen diese relaxte Art zu reisen und lassen es uns so richtig gut gehen. Ich habe mir die Liegewiese unter den Nagel gerissen und lümmelte den ganzen Tag darauf herum, wenn das nicht Ferien sind ;-)) Unterwegs haben wir noch einem Halt in einem Dorf der Hmong gemacht. Wir lieben es, uns solche Dörfer anzuschauen, da die Leute sehr einfach hausen, gibt es immer irgendwelche kuriosen Sachen zu sehen. Ich habe sogar eine kleine Freundin gefunden, die mir die ganze Zeit hinterher gelaufen ist.
Gegen Abend sind wir dann im laotischen Grenzort Houey Xai angekommen. Die Formalitäten waren ruckzuck erledigt und schon sassen wir in der Fähre nach Thailand. Bye, bye Laos, du hast zwei neue Fans mehr. Wir haben eine wunderschöne Zeit erlebt und ein Land in einer Ursprünglichkeit angetroffen, die seinesgleichen vermutlich vergebens sucht. Zudem durften wir die Herzlichkeit eines Volks kennen lernen, das eigentlich ein sehr hartes Los zu tragen hat und doch voller Hoffnung in die Zukunft blickt. Wir hoffen, dass die Laoten trotz des bevorstehenden Tourismusbooms bleiben wie sie sind.
Schweren Herzens blicken wir nun über den Mekong rüber und vermissen es schon jetzt unglaublich, denn unsere Zeit war definitiv zu kurz und es gibt noch so vieles das wir nicht gesehen haben. Wir kommen also ganz sicher wieder…

Dienstag, 19. April 2011

Nong Khiaw, ein Paradies für sich...

Wir haben in einem Travel Office Tickets für die Fahrt mit dem Minibus nach Nong Khiaw gekauft. Wie das so üblich ist, warteten wir erstmals eine Stunde bis der Minibus kam, er war zum Glück erst halb voll, so dass wir noch einigermassen bequeme Plätze ergattern konnten. Als der Driver dann Netz und Blache über alle Rucksäcke auf dem Dach des Busses befestigt hat, haben sich alle riesig gefreut, man konnte es förmlich von den Gesichtern ablesen, juhui der Bus ist nicht ausgebucht und wir müssen endlich mal nicht wie Sardinen in einer Büchse reisen. Die Freude war leider nur von kurzer Dauer, der Driver steuerte nämlich die ausserhalb der Stadt gelegene Überland Busstation an, um dort noch weitere Reisende zu suchen, die er in seine Karre quetschen konnte. Logo jeder Gast bringt Geld. Er fand sie natürlich auch, mit dem Resultat, dass alle Rucksäcke nochmals vom Dach mussten, damit weitere drei Platz haben. Die Ladung auf dem Dach nahm meines Erachtens eine bedenkliche Höhe an und ich war gespannt, ob das Gepäck vollzählig am Ziel ankommt. Chöge wachte mit Argusaugen über unsere Rucksäcke und war erst zufrieden, als sich diese direkt auf dem Autodach befanden. Nach einer weiteren Stunde ging es dann endlich los. Zum Glück habe ich von anderen Laos Reisenden Berichte gelesen, in welchen dieses Vorgehen immer wieder beschrieben wird, so waren wir wenigstens vorbereitet. Die Fahrt war dann jedoch ziemlich unterhaltsam und es gab unterwegs viel zu sehen. Langsam zeichnete sich, das reale Laos ab. Die Dörfer wurden immer einfacher, die Kinder schmutziger und die Viecher auf der Strasse häuften sich. Laos gehört zu einem der ärmsten Ländern der Welt und das wurde nun auch deutlich sichtbar. Da die Laoten ausserhalb von Luang Prabang hauptsächlich Selbstversorger sind, liegt nirgends Abfall herum und die Natur rund um die Dörfer leuchtet in einem kräftige Grün, einfach traumhaft das Ganze. Kurz vor Nong Khiaw türmten sich immer mehr riesige Kalksteinfelsen auf und als wir im Dorf ankamen, waren wir einfach nur noch überwältigt. Das Dorf wird durch den Fluss Nam Ou geteilt, über den die Chinesen eine riesen Brücke gebaut haben. Erstmals kommt einem diese störend vor, mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Links und rechts am Ufer des Flusses reihen sich einfache Bungalowanlagen aneinander. Da wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht haben, dass wir keine Robinsons sind, haben wir uns für die „teuerste“ entschieden und auch die war noch mega einfach und der Preis eigentlich viel zu hoch, dafür war die Lage traumhaft. Wir hatten eine riesen Terrasse, darauf standen zwei so richtig gemütliche „Hängerstühle“ aus denen man einen gigantischen Blick über den Fluss hatte. Also sofort Beer Lao besorgen, Bücher hervorholen und die Gänge zurück schalten.
Im Resort hat Green Discovery, das für Fair Trek im ganzen Land steht eine Filiale. Mit Fair Trek wird ein Projekt umgesetzt, welches garantiert, dass die Einnahmen fair auf die Beteiligten (Guide, Dörfer, Gouverment, etc) verteilt wird. So ist garantiert, dass die Einnahmen direkt an die besuchten Dörfer zurück fliessen und ihnen so ein klein wenig den Alltag erleichtert. Wir studierten also das Tourangebot und entschieden uns aufgrund der Hitze für eine Tour, die mit dem Beschrieb „if the trekking tours are for the backpackers, then is this tour for their parents…“ begann. So weit sind wir also schon und noch nicht mal vierzig, nächstes Jahr buchen wir pauschal ;-))) Wie auch immer… die Tour führte uns im Boot eine Stunde flussaufwärts ins idyllisch gelegene Muang Ngoi. Das Dorf ist nur mit dem Boot erreichbar und ein Paradies für die echten Backpacker. Strom gibt es keinen, dafür haufenweise einfache Beizen mit viel Blumen und Kerzenlicht. Es ist vor allem auch Ausgangspunkt für zahlreich Touren zu den abgelegenen Dörfern der laotischen Minderheiten. Wer Lust hat kann wochenlang trekken ohne irgendwie mit der Zivilisation in Berührung zu kommen. Das Dorf hat auf seine Art wirklich Charme und ich verstehe die ganz Jungen, dass es ihnen hier gefällt, für mich wäre es jedoch nichts.
Jedenfalls war die Dorfbevölkerung immer noch Pi Mai Lao am Feiern, obwohl der Rest im Land bereits wieder arbeitete. Sie sassen alle zusammen auf ihrem Dorfplatz und waren stockbesoffen. Ob immer noch oder schon wieder konnten wir nicht eruieren. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten wir uns auch dazu setzen sollen, um kräftig mitzubechern.
Wir machten jedoch eine Wanderung zu einer Höhle, in der die Bevölkerung inkl des Königs, während des Vietnam Krieges monatelang gelebt haben und bekamen anschliessen an einem kleinen Fluss, ein typisch laotisches Pick Nick serviert. Getrocknetes Büffelfleisch, Klebreis und eine Platte Gemüse, bei der unser Guide Thong die Nase rümpfte und erklärte, dass sei Farang Food (Touristenessen). Wer uns aber die Rübli wegknabberte war er ;-))
Nach dem wir uns die Bäucher voll geschlagen hatten, ging es zurück ins Dorf. Beim Bootssteg angekommen, quatschte uns ein junges Traveller Pärchen an, ob wir mit einem Boot hier seien. Sie wären am Morgen mit dem Public Boat angekommen und man hätte Ihnen gesagt, dass um vier ein Boot zurück nach Nong Khiaw fahren würde, sie müssten nämlich unbedingt zurück, da der Typ am nächsten Tag abreisen müsse, um den Flieger nach Hause zu erwischen. Dies sei nun jedoch nicht möglich, da es offensichtlich keinen Bootsmann mehr im Dorf geben würde, der noch irgendwie ein Boot steuern könnte. Sie hätten sogar schon nach Kajaks und Tubbing Reifen gesucht, leider ohne Erfolg. Wir haben uns natürlich halb krumm gelacht und dann mit den beiden unser Boot geteilt. Wir verstanden uns auf Anhieb. Sie Ximena kam aus Argentinien und er Matt (oder Matthieu) aus Frankreich. Endlich mal ein Franzose der uns sympathisch war und dieser hier hatte sogar noch Charme. Ich verstand jedenfalls, warum Ximena ihm erlegen ist. Unsere Tour ging dann noch weiter und wir besuchten weitere zwei Dörfer. Eines der Kamu und eines der Lao Lao. War höchst interessant. Vor allem da unsere beiden Gestrandeten schon fast einen Monat in Laos unterwegs waren und die einheimischen Gepflogenheiten bestens kannten. Es ging nicht lange und wir sassen in einem Haus und becherten zünftig in einer Runde Männer, selbst gebrannten Lao Lao Schnapps und probierten ihre Snacks, wie getrocknete Bananenblätter mit Sesam oder Bambusstangen mit Chilisauce, die sie dazu assen. Thong unser Guide musste kräftig übersetzten. Wir hatten viel Spass zusammen an diesem Nachmittag und mir brach es am Morgen danach fast das Herz, als sich diese beiden trennen mussten. Er zurück nach Frankreich und sie erstmals weiter in den Norden von Laos und dann in zwei Wochen nach Kadmandu um irgendwo um den Mont Everest herum zu trekken. Wir beiden machten es uns wieder auf unsere heiss geliebten Terrasse gemütlich. Nach vier Tagen sind wir dann doch fast bei Robinson angekommen, aber halt doch nur fast, denn langsam freue ich mich aufs nächste Hotel, mit dichten Fenstern, einem gemütlichen Bett ohne Moskitonetz und einer grosszügigen Dusche ;-)) Trotzdem die Trennung von diesem Idyll, mit seinen herzlichen Bewohnern und den relaxten Travellern ist uns ausserordentlich schwer gefallen. Nun geht unsere Reise weiter über Oudomxay nach Pak Beng, welches dann wieder am Mekong liegt.

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