In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche-Träume-Entdecke - Mark Twain

Das sind wir...

Das sind wir...

Dienstag, 19. April 2011

Nong Khiaw, ein Paradies für sich...

Wir haben in einem Travel Office Tickets für die Fahrt mit dem Minibus nach Nong Khiaw gekauft. Wie das so üblich ist, warteten wir erstmals eine Stunde bis der Minibus kam, er war zum Glück erst halb voll, so dass wir noch einigermassen bequeme Plätze ergattern konnten. Als der Driver dann Netz und Blache über alle Rucksäcke auf dem Dach des Busses befestigt hat, haben sich alle riesig gefreut, man konnte es förmlich von den Gesichtern ablesen, juhui der Bus ist nicht ausgebucht und wir müssen endlich mal nicht wie Sardinen in einer Büchse reisen. Die Freude war leider nur von kurzer Dauer, der Driver steuerte nämlich die ausserhalb der Stadt gelegene Überland Busstation an, um dort noch weitere Reisende zu suchen, die er in seine Karre quetschen konnte. Logo jeder Gast bringt Geld. Er fand sie natürlich auch, mit dem Resultat, dass alle Rucksäcke nochmals vom Dach mussten, damit weitere drei Platz haben. Die Ladung auf dem Dach nahm meines Erachtens eine bedenkliche Höhe an und ich war gespannt, ob das Gepäck vollzählig am Ziel ankommt. Chöge wachte mit Argusaugen über unsere Rucksäcke und war erst zufrieden, als sich diese direkt auf dem Autodach befanden. Nach einer weiteren Stunde ging es dann endlich los. Zum Glück habe ich von anderen Laos Reisenden Berichte gelesen, in welchen dieses Vorgehen immer wieder beschrieben wird, so waren wir wenigstens vorbereitet. Die Fahrt war dann jedoch ziemlich unterhaltsam und es gab unterwegs viel zu sehen. Langsam zeichnete sich, das reale Laos ab. Die Dörfer wurden immer einfacher, die Kinder schmutziger und die Viecher auf der Strasse häuften sich. Laos gehört zu einem der ärmsten Ländern der Welt und das wurde nun auch deutlich sichtbar. Da die Laoten ausserhalb von Luang Prabang hauptsächlich Selbstversorger sind, liegt nirgends Abfall herum und die Natur rund um die Dörfer leuchtet in einem kräftige Grün, einfach traumhaft das Ganze. Kurz vor Nong Khiaw türmten sich immer mehr riesige Kalksteinfelsen auf und als wir im Dorf ankamen, waren wir einfach nur noch überwältigt. Das Dorf wird durch den Fluss Nam Ou geteilt, über den die Chinesen eine riesen Brücke gebaut haben. Erstmals kommt einem diese störend vor, mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Links und rechts am Ufer des Flusses reihen sich einfache Bungalowanlagen aneinander. Da wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht haben, dass wir keine Robinsons sind, haben wir uns für die „teuerste“ entschieden und auch die war noch mega einfach und der Preis eigentlich viel zu hoch, dafür war die Lage traumhaft. Wir hatten eine riesen Terrasse, darauf standen zwei so richtig gemütliche „Hängerstühle“ aus denen man einen gigantischen Blick über den Fluss hatte. Also sofort Beer Lao besorgen, Bücher hervorholen und die Gänge zurück schalten.
Im Resort hat Green Discovery, das für Fair Trek im ganzen Land steht eine Filiale. Mit Fair Trek wird ein Projekt umgesetzt, welches garantiert, dass die Einnahmen fair auf die Beteiligten (Guide, Dörfer, Gouverment, etc) verteilt wird. So ist garantiert, dass die Einnahmen direkt an die besuchten Dörfer zurück fliessen und ihnen so ein klein wenig den Alltag erleichtert. Wir studierten also das Tourangebot und entschieden uns aufgrund der Hitze für eine Tour, die mit dem Beschrieb „if the trekking tours are for the backpackers, then is this tour for their parents…“ begann. So weit sind wir also schon und noch nicht mal vierzig, nächstes Jahr buchen wir pauschal ;-))) Wie auch immer… die Tour führte uns im Boot eine Stunde flussaufwärts ins idyllisch gelegene Muang Ngoi. Das Dorf ist nur mit dem Boot erreichbar und ein Paradies für die echten Backpacker. Strom gibt es keinen, dafür haufenweise einfache Beizen mit viel Blumen und Kerzenlicht. Es ist vor allem auch Ausgangspunkt für zahlreich Touren zu den abgelegenen Dörfern der laotischen Minderheiten. Wer Lust hat kann wochenlang trekken ohne irgendwie mit der Zivilisation in Berührung zu kommen. Das Dorf hat auf seine Art wirklich Charme und ich verstehe die ganz Jungen, dass es ihnen hier gefällt, für mich wäre es jedoch nichts.
Jedenfalls war die Dorfbevölkerung immer noch Pi Mai Lao am Feiern, obwohl der Rest im Land bereits wieder arbeitete. Sie sassen alle zusammen auf ihrem Dorfplatz und waren stockbesoffen. Ob immer noch oder schon wieder konnten wir nicht eruieren. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten wir uns auch dazu setzen sollen, um kräftig mitzubechern.
Wir machten jedoch eine Wanderung zu einer Höhle, in der die Bevölkerung inkl des Königs, während des Vietnam Krieges monatelang gelebt haben und bekamen anschliessen an einem kleinen Fluss, ein typisch laotisches Pick Nick serviert. Getrocknetes Büffelfleisch, Klebreis und eine Platte Gemüse, bei der unser Guide Thong die Nase rümpfte und erklärte, dass sei Farang Food (Touristenessen). Wer uns aber die Rübli wegknabberte war er ;-))
Nach dem wir uns die Bäucher voll geschlagen hatten, ging es zurück ins Dorf. Beim Bootssteg angekommen, quatschte uns ein junges Traveller Pärchen an, ob wir mit einem Boot hier seien. Sie wären am Morgen mit dem Public Boat angekommen und man hätte Ihnen gesagt, dass um vier ein Boot zurück nach Nong Khiaw fahren würde, sie müssten nämlich unbedingt zurück, da der Typ am nächsten Tag abreisen müsse, um den Flieger nach Hause zu erwischen. Dies sei nun jedoch nicht möglich, da es offensichtlich keinen Bootsmann mehr im Dorf geben würde, der noch irgendwie ein Boot steuern könnte. Sie hätten sogar schon nach Kajaks und Tubbing Reifen gesucht, leider ohne Erfolg. Wir haben uns natürlich halb krumm gelacht und dann mit den beiden unser Boot geteilt. Wir verstanden uns auf Anhieb. Sie Ximena kam aus Argentinien und er Matt (oder Matthieu) aus Frankreich. Endlich mal ein Franzose der uns sympathisch war und dieser hier hatte sogar noch Charme. Ich verstand jedenfalls, warum Ximena ihm erlegen ist. Unsere Tour ging dann noch weiter und wir besuchten weitere zwei Dörfer. Eines der Kamu und eines der Lao Lao. War höchst interessant. Vor allem da unsere beiden Gestrandeten schon fast einen Monat in Laos unterwegs waren und die einheimischen Gepflogenheiten bestens kannten. Es ging nicht lange und wir sassen in einem Haus und becherten zünftig in einer Runde Männer, selbst gebrannten Lao Lao Schnapps und probierten ihre Snacks, wie getrocknete Bananenblätter mit Sesam oder Bambusstangen mit Chilisauce, die sie dazu assen. Thong unser Guide musste kräftig übersetzten. Wir hatten viel Spass zusammen an diesem Nachmittag und mir brach es am Morgen danach fast das Herz, als sich diese beiden trennen mussten. Er zurück nach Frankreich und sie erstmals weiter in den Norden von Laos und dann in zwei Wochen nach Kadmandu um irgendwo um den Mont Everest herum zu trekken. Wir beiden machten es uns wieder auf unsere heiss geliebten Terrasse gemütlich. Nach vier Tagen sind wir dann doch fast bei Robinson angekommen, aber halt doch nur fast, denn langsam freue ich mich aufs nächste Hotel, mit dichten Fenstern, einem gemütlichen Bett ohne Moskitonetz und einer grosszügigen Dusche ;-)) Trotzdem die Trennung von diesem Idyll, mit seinen herzlichen Bewohnern und den relaxten Travellern ist uns ausserordentlich schwer gefallen. Nun geht unsere Reise weiter über Oudomxay nach Pak Beng, welches dann wieder am Mekong liegt.

Freitag, 15. April 2011

Luang Prabang, die alte Königstadt

Luang Prabang liegt im Norden von Laos, auf einer Landzunge am Zusammenfluss vom Mekong und dem Nam Khan. Seine Lage ist ausserordentlich schön, da es umgeben von Bergen und Natur ist. Auf uns wirkt es mehr wie ein kleines Dorf. Das Stadtbild wird vor allem von den mehr als 30 Klöstern und ihren über 2000 Mönchen, die dort leben geprägt, sowie den alten Villen der Franzosen. Die Stadt wurde 1995 zum UNESCO Kulturerbe erklärt und ist eine der schönsten die wir bis anhin gesehen haben. Wir wohnen in einem gemütlichen Gästehaus, an dem jeden Morgen um 6 Uhr früh die Mönche auf ihrem Almosengang vorbei ziehen. Die Einheimischen knien am Boden und spenden ihnen Reis und Obst. Das Ganze gibt ein sehr malerisches Bild ab, so dass es sich lohnt so früh aufzustehen. Es gibt natürlich auch diverse Märkte in der Stadt. Alle jedoch klein und fein, also nicht vergleichbar mit jenen in BKK. Abends wird die Hauptstrasse gesperrt und es findet ein äusserst abwechslungsreicher Nachtmarkt statt, auf dem die ethnischen Minderheiten ihre Handarbeiten anbieten. Zudem gibt es eine Foodmeile mit den kuriosesten Angeboten. Von Hühnerfüssen, über Büffelschenkel bis hin zu den verschiedensten gegrillten Insekten ist alles zu haben. Es gibt jedoch auch Sachen, die unsere Mägen nicht gleich in den Streik treten lassen, wie Frühlingsrollen, gebratene Hühner und Nudelgerichte, eine richtige Schlemmeroase also. Das absolut Beste dazu ist das einheimische eisgekühlte Beer Lao. Nach unserer Ankunf haben wir erstmals einen Stadtspaziergang gemacht und sind auf eine Brücke, die über den Nam Khan führt gestossen. Ein Schild machte uns auf eine Bar die am anderen Ufer liegt aufmerksam. Also nichts wie hin und wir sind in einer Oase der Ruhe gelandet. Mitten im Urwald wurden Häuschen auf Stelzen gebaut, worin man gemütlich etwas trinken oder essen kann. Mega Location, sowas haben wir noch nie gesehen. Also entschlossen wir als erstes eine der laotischen Spezialitäten auszuprobieren. Es handelt sich hier um eine Art Fondue. Ein Eimer mit brennender Kohle wird in eine Vertiefung im Tisch gestellt und obendrauf kommt eine Schale mit Bouillon. Dazu erhält man eine Platte mit Fleisch und einen Korb voller Gemüse. Kaum hatten wir mit unserem Fondue begonnen, brach ein mords Tropengewitter über uns herein. Es gab einen Knall und der Strom war weg. Zudem stürmte es, dass es mir vorkam als würde umgehend das Häuschen in dem wir sassen weggefegt werden. Die Angestellten haben cool Kerzen verteilt, die Bastmatten an den Seiten des Häuschens runtergelassen und wir waren auf uns selbst gestellt. Erst war mir doch etwas mulmig zumute, da man sich bekanntlich bei Gewitter nicht im Wald aufhalten soll, ich war aber scheinbar die Einzige die sich deswegen Gedanken machte, also versuchte ich das Ganze auch gelassen zu nehmen. Mit etwas Humor im Nachhinein war es sicher das romantischste Essen, dass Chöge und ich je zusammen hatten und geschmeckt hat es ausgezeichnet. Wir haben jedenfalls einen ersten Eindruck erhalten, was mit der viel umschriebenen Gelassenheit der Laoten gemeint ist ;-)) Mittlerweile sind wir bereits 5 Tage hier und haben Tempel besichtigt, sind bei fast 40 Grad auf den Phou Si mit 329 Stufen gestiegen und haben einen Ausflug in die nähere Umgebung zum Tad Kuang Xi gemacht. Das ist ein Wasserfall mit einer Reihe türkis farbener Badebecken. Obwohl zurzeit absolute Trockenzeit herrscht ist der Wasserfall sehr beeindruckend. Natürlich mussten wir auch dort hinauf klettern. Der Aufstieg war sehr anstrengend und ich habe bei der Hitze mehr als einmal über diese Idee geflucht. Trotzdem hat sich das ganze gelohnt, da man von oben einen wunderschönen Blick übers Tal hat und unterwegs die seltsamsten Typen beim Auf- od Abstieg trifft. Sogar Frauen in High Heels sind uns begegnet (natürlich Asiatinnen). Ist mir ein Rätsel wie das unfallfrei geht, da ich beim Abstieg sogar in meinen Bergschuhen Mühe hatte mich auf den Beinen zu halten. Das absolute Highlight unseres Aufenthalts in Luang Prabang ist jedoch das laotische Neujahrsfest. Dieses wird auch hier mit einer mega Wasserschlacht gefeiert. Seit zwei Tagen geht das schon so. Niemand ist vor einer Dusche sicher. Vor jedem Haus stehen riesige Becken gefüllt mit Wasser und jeder der vorbei geht, erhält eine Dusche mit dem Satz "Sabadii Pimai Lao", was soviel heisst wie „es guets Neus“ . In das Wasser wird zusätzlich Farbe gegeben und die Einheimischen reiben sich damit die Hände ein und jeder der nicht schnell genug ist, wird damit eingeschmiert. Hier sieht es aus, als wäre der Krieg ausgebrochen. Zur Grundausrüstung gehören Schirm und Wasserpistole. Die Touristen waren anfangs ziemlich konfus ab diesem Brauch, mittlerweile wird jedoch heftig mitgemischt. Sogar die älteren Semester sind mit von der Partie. Wir sitzen stundenlang in den Strassencafes, beobachten das Treiben und lachen uns kaputt, der Unterhaltungswert ist kaum mehr zu überbieten. Obwohl wir hier viel Spass haben, geht unsere Reise morgen weiter Richtung vietnamesische Grenze und das Fest muss ohne uns zu ende gehen ;-((

Montag, 11. April 2011

Angekommen in Bangkok...

Die Express Line vom Flughafen in die Stadt ist nun endlich, mit etlichen Jahren Verspätung, fertiggestellt worden. Ist natürlich klar, dass wir diese Option sofort ausprobieren mussten, möglicherweise ist es ja eine echte Alternative um der Bangkoker Taxi Mafia zu entkommen. Wir fanden die Station auf Anhieb, setzen uns in den Zug und studierten die Bezeichnung der Stationen. Wir waren uns schnell einig, wo wir aussteigen müssen. Der Zug fährt mit einem höllen Tempo Richtung City. Wir waren begeistert, wir werden so schnell wie noch nie im Hotel ankommen. Falsch gedacht.... beim ersten Halt blieben wir sitzen, in der Meinung dass wir noch weitere 2 Stationen fahren müssen. Der Halt dauerte unglaublich lange, so dass wir uns bereits wunderten, als sich der Zug wieder in Bewegung setzte. Nur leider in die falsche Richtung, wir fuhren wieder zurück zum Flughafen. Super was ist denn nun los????? Zurück am Flughafen merkten wir, dass es zwei verschiedenen Linien gibt und wir natürlich die Express Line erwischt haben, die extrem teuer ist und irgendwo in der Stadt hält wo sicher kein Tourist aussteigen möchte. Wir brauchten schlussendlich doppelt so lange wie sonst und kamen nach dem langen Flug total übermüdet und ziemlich genervt im Hotel an. Das kommt davon, wenn man das Gefühl hat, ein alter Haase zu sein und Sachen ausprobiert ohne sich vorher richtig zu informieren…. Mittlerweile plagte uns auch noch ziemlich heftiger Hunger, also machten wir uns auf den Weg, um eine einigermassen ansprechende Strassenküche zu finden suchen. Wir wurden schnell fündig. Nicht weit von unserem Hotel gibt es neuerdings eine Foodstrasse, in der man nach Lust und Laune schlemmen kann. Wir haben uns quer durch die Karte "gefressen" und unsere Laune besserte sich merklich ;-)) Nach der Schlemmerei gönnten wir beide uns noch eine ausgiebige Massage um danach endgültig tot müde ins Bett zu fallen. Wir hatten das Schlafengehen am Abend zuvor viel zu lange hinausgezögert, mit dem Resultat, dass wir erst am Mittag erwachten. Super, dabei hat unser Hotel ein hammer Frühstücksbuffet. Also haben wir auch das verpasst, langsam aber sicher zweifelten wir wirklich an uns und machten uns leicht sauer auf den Weg um etwas Essbares aufzutreiben, dass unsere europäischen Mägen auch als Frühstück erkennen können. Wir kauften diverse Früchte und landeten schlussendlich bei Starbucks, wie kann es anders sein ;-)) Nach einem guten Kaffee sieht doch die Welt schon ganz anders aus. Am Nachbarstisch sass ein älteres Ehepaar, welches wir schnell als Schweizer identifiziert haben. Umgekehrt natürlich auch, es dauerte nicht lange und der Mann stand mit dem Stadtplan an unserem Tisch. Ob wir ihm möglicherweise helfen könnten, sie haben sich scheinbar verlaufen und niemand könne ihnen verlässliche Angaben machen, wo sie sich befinden. Natürlich konnten wir… Andrea und Andreas kommen aus Schwarzenburg, sind das erste Mal in Asien und entsprechend überfordert. Ich bewundere ihren Mut einfach so drauf los zuziehen. Wir boten ihnen schlussendlich an, sich uns anzuschliessen, da wir eh auf den Fluss wollten. Wir machten mit den beiden also eine Flussfahrt, zeigten ihnen einen Markt und setzten sie letztendlich beim Königspalast ab. Es waren zwei nette Leutchen und ich denke dass wir ihnen ein paar wertvolle Tipps geben konnten. Jedenfalls war es sehr amüsant. Chöge und ich landeten in einem Nachbarstempel vom Königspalast. Dort fanden die Vorbereitungen für das anstehende Songkran Fest statt. Dies ist das thailändische Neujahrsfest, welches natürlich auch einen buddhistischen Hintergrund hat. Eines von vielen Ritualen ist, dass man Buddha ein Haus bauen soll. Die Mönche karren den ganzen Tag Sand in den Tempel, damit die Thais ihre Häuschen stellen können. Weiters spielt auch die Reinigung eine grosse Rolle, so dass das ganze am Ende in eine landesweite Wasserschlacht ausartet. Wir werden leider oder zum Glück (da bin ich mir nicht so sicher) vor dem offiziellen Beginn Thailand verlassen. Zum Schluss besuchten wir natürlich wie üblich die Khao San Road, welche uns in diesem Jahr jedoch nicht so geflasht hat, wie die Jahre zuvor. Keine Ahnung ob sie wirklich an Flair verloren hat oder wir bereits ein wenig abgestumpft sind, jedenfalls freue ich mich nun auf Laos, in der Hoffnung dort ein noch typisch asiatisches Land anzutreffen, in dem uns noch vieles skurril erscheint. Thailand ist mir mittlerweile schon viel zu westlich angehaucht.

Dienstag, 17. August 2010

Unser nächster Trip steht fest…

Eigentlich wäre es Chöges Wunsch gewesen nach Kuba zu fliegen. Wir hatten uns bereits zwei Reiseführer gekauft und die Routenplanung war auch schon fast fertig, als die Bohrinsel im Golf von Mexiko abgesoffen ist. Die Nordküste Kubas liegt nur etwa 120 km von Florida entfernt. Als wir die schlimmen Bilder von den Küsten dort gesehen haben, ist uns die Lust gründlich vergangen und wir haben unser Vorhaben erstmals begraben. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!
Da wir beide noch viele Reisepläne haben, waren schnell einige Alternativen zur Hand. Der Newsletter von Qatar Airways mit Flugangeboten nach Bangkok, so günstig wie noch nie, gab dann schlussendlich den Ausschlag, dass wir uns einmal mehr in Richtung Südostasien auf die Socken machen werden.
Laos steht schon lange ganz oben auf meiner Wunschliste und Chöge möchte mal wieder mehr als zwei, drei Tage in Thailand verbringen. Wir haben uns also entschieden, die erste Hälfte unserer Ferien durch den Norden von Laos zu reisen und anschliessend im Golf von Thailand noch ein wenig auf den Inseln herum zu hüpfen.
Von Bangkok geht es erstmals mit dem Flieger nach Luang Prabang, in die bekannte Königsstadt. Dort werden wir erleben wie die Einheimischen das buddhistische Neujahr, mit einem riesigen Wasserfest feiern. Weiter geht es dann im Boot den Nam Ou Fluss hoch Richtung vietnamesische Grenze. Wir werden in Nong Kiao, einem kleinen laotischen Dorf, ein paar Tage bleiben und Trekkingtouren in die umliegenden Bergdörfer machen. Von dort aus geht es mit dem Bus über Oudomxay nach Pakbeng. Dieses Dorf liegt am Mekong und ist Ausgangspunkt für Bootstouren den Fluss hinauf in die thailändische Grenzstadt Chiang Khong. Mit dem Bus geht es dann nach Chiang Mai von wo aus wir direkt auf die Insel Koh Samui fliegen werden. Dort ist dann erstmals ein wenig Ausspannen angesagt, bevor es mit der Fähre weiter nach Koh Phangan, der Insel mit den Fullmoonpartys, geht. Zum Schluss werden wir wie üblich noch ein paar Tage in Bangkok verbringen.
Laos wir ganz sicher eine Herausforderung sein. Das Land soll noch sehr ursprünglich sein und hat seine Grenzen dem Tourismus erst vor 10 Jahren geöffnet. Das Straßennetz ist im Ausbau, von 31.200 Kilometern Straße sind bisher knapp 4.500 asphaltiert. Oftmals können die Dörfer nur sehr mühsam erreicht werden. Dafür gibt es noch zahlreiche Stämme von ethnischen Minderheiten, deren Haupterwerbsquelle die Landwirtschaft ist. Die Laoten gelten als sehr gemütliches und freundliches Volk. Dies gepaart mit der scheinbar sehr beeindruckenden Natur, lässt die Reisenden oft viel länger als geplant im Land verweilen. Wir sind also gespannt, ob wir dem Charme von Laos auch erliegen werden. Mehr darüber gibt es dann hier ab April 2011…

Montag, 3. Mai 2010

Bohol - Alona Beach

Erst waren wir nicht so begeistert von Alona Beach, der Strand wirkte auf uns viel zu touristisch. War ja eigentlich auch kein Wunder nach der Ruhe auf Palawan, das wir erstmals mit Ablehnung reagierten. Alles ist mit Hotels und Restaurants verbaut zudem gibt es hier ohne zu übertreiben über 20 Tauchschulen. Unser Hotel ist zwar hübsch und hat einen wunderschönen Garten mit Pool, der jedoch von einer grossen Gruppe deutscher Taucher mit Beschlag belegt wird.
Auch der Strand hat uns auf den ersten Blick nicht unbedingt begeistert, da man vor lauter Booten im Wasser kaum Möglichkeiten zum Baden hat. Nach der ersten Besichtigung haben wir uns frustriert in ein Restaurant gesetzt und waren schon am Überlegen wohin wir weiterziehen wollen, als sich der Eigentümer zu uns setzte. Er ist Schweizer und hat das Restaurant gerade neu übernommen. Er hat uns kurzerhand ein Töfli organisiert und wir machten uns damit auf Erkundungstour. Dabei sind wir auf einen Beach Club mit einem sensationellen Strand gestossen. Also liegen wir jetzt tagsüber dort herum und geniessen die Ruhe. Die vielen Restaurants „an unserem“ Strand finden wir auch nicht mehr so schlimm, da am Abend natürlich einiges los ist. Überall brennen Kerzen und es wird Livemusik gespielt, es lässt sich’s mittlerweile gar nicht so schlecht aushalten hier.
Der Schweizer hat uns auch noch ein Auto organisiert. Mit dem waren wir einen Tag lang auf der Hauptinsel Bohol unterwegs und haben uns die ganzen Sehenswürdigkeiten angeschaut. Zwar liesst man überall, dass es nicht zu empfehlen ist selber Auto zu fahren, wir hatten jedoch keine Lust mehr auf irgendwelche Touren. Die Fahrerei war dann auch gar kein Problem, da sie hier auch rechts fahren. Der Ausflug war toll und hat grossen Spass gemacht. Erst haben wir einen alten spanischen Leuchtrum angeschaut, dann ging es weiter zu den Tarsiern, welche aussehen wie Affen jedoch nur ca 10 cm gross sind. Die Tierchen haben riesige Augen was sehr süss aussieht. Sie kommen nur noch auf den Philippinen, Borneo und Sulawesi vor und waren lange vom Aussterben bedroht. Seit kurzem stehen sie unter Schutz wodurch in der Bevölkerung ein Umdenken stattgefunden hat, so dass diese nun hilft sie zu schützen statt sie zu jagen. Letztes Jahr hat die Population erstmals wieder zugenommen.
Weiter ging es dann zu den Chocolate Hills. Das sind hunderte kleine Hügel ca 100m hoch, die aussehen als hätten sich eine Horde Maulwürfe auf der Insel ausgetobt. Im Sommer wenn es dürr ist werden sie braun, daher kommt der Name. Das ganze wirkt sehr skuril und es gibt die abgefahrensten Versionen über deren Entstehung. Die Hügel sind ein heiss begehrtes Fotomotiv für die Locals, entsprechend viele Leute waren da oben. Wir haben uns totgelacht über deren Fotoposen. Da sind ganze Familien, vom Kleinkind bis zur Grossmutter mussten alle mitmachen, in die Höhe gesprungen, damit es aussieht als wären sie über den Hügel. Der Fotograf muss natürlich extrem parat sein, damit er im richtigen Augenblick knipst. Meistens brauchte es mehrere Versuche, so dass unser Mitgefühl ganz auf Seiten der Grossis war.
Letztes Ziel war eine riesen Python. Die wurde vor 6 Jahen als kleine Schlange im Garten der Besitzern eingefangen, lebt seit daher dort in einem im Käfig und ist mittlerweile acht Meter lang. Unglaublich das Tier, mich hat es gegraust davor. Chöge ist natürlich zu ihr rein gegangen und hat sie berührt. Er war ganz begeistert wie fein sich die Haut anfühlt. Bis vor kurzem hatten sie noch ein zweites solches Exemplar, die Schlange ist jedoch explodiert, als es beim Verspeisen einer ganzen Sau (!) Komplikationen gegeben hat. Sehr makaber oder?!
Die Insel Bohol hat nochmals ein ganz anderes Gesicht, als die beiden anderen auf denen wir waren. Hier gibt es viel mehr Wasser, daher ist alles immer noch sehr grün obwohl „El Nino“ (Trockenzeit) schon viel zu lange dauert. Die Dörfer sind klein und gepflegt. Erstaunlicherweise winken einem die Leute hier immer noch zu, obwohl sie an Touristen gewöhnt sind. Wir haben uns also eingelebt und es gefällt es uns gar nicht mehr so schlecht. Jedenfalls ist es für die letzten vier Ferientage ok und wir geniessen nun noch unsere Zeit am Meer bevor es zurück nach Manila und dann nach Hause geht.

See you in good old switzerland.............. ;-))

Mittwoch, 28. April 2010

Fliegen mit ITI....

Es gibt zwei Wege um von El Nido wegzukommen. Eine Möglichkeit ist mit dem Jeepney zurück nach Puerto Princessa zu fahren, was sehr lange und beschwerlich ist und einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Man fährt fast ausschliesslich auf Offroad Pisten zudem ist das ganze eine sehr staubige Angelegenheit, da es keine Fenster gibt. Wir haben ein paar solche Busse gesehen, die Leute und der Fahrer sitzen dick vermummt auf ihren Sitzen um sich einigermassen zu schützen. Das ganze sieht aus wie ein Überfallkommando. Es kommt auch öfters vor, dass eine Achse bricht, Reifen platzen oder der Motor aussteigt und dann zieht sich die Reise endlos in die Länge.
Aus diesem Grund haben wir uns für die zweite Variante entschieden. In El Nido gibt es zwei Luxus Resorts, welche einem reichen Chinesen gehören der auch eine Airline betreibt. Dieser Chinese ist auch der Besitzer des Flughafens in El Nido und so kommt es, dass er die einzige direkte Flugverbindung von El Nido nach Manila anbietet. Wir haben uns also zwei Flugtickets besorgt, welche sauteuer waren. Obwohl der Flug nur eine Stunde dauert habe die Tickets mehr gekostet als der Flug von Bangkok nach Clark. Entsprechend gross waren natürlich unsere Erwartungen. Am „Flughafen“ angekommen wurden wir erstmals an einer Holzbarriere, welche als Eingang dient aufs schärfste kontrolliert, bevor wir dann zum Terminal gebracht wurden. Dies war eine einfache Bambushütte und rundherum waren Hängematten aufgehängt, welche wohl den Warteraum darstellen sollten. Als Security Check diente ein Holztisch. Dort mussten wir unsere ganzen Koffer ausladen und alles wurde aufmerksam inspiziert. Für die Männer nicht unbedingt ein Vergnügen, da nach 10 Tagen Palawan unsere Wäsche stand vor Dreck und entsprechend auch gestunken hat. Sie interessierten sich natürlich vor allem für Flüssigkeiten, die im Flugzeug transportiert werden sollten. Unsere Toilettenartikel wurden sehr genau beäugt und der Moskitospray zusätzlich mit Klebeband „gesichert“. Das ich zwei grosse Flaschen Wasser mit mir herumtrage interessierte jedoch niemanden. Anschliessend gings zum Check In, erst wurden Chöge und ich auf die Wage gestellt, danach das Gepäck inklusiv Handtasche und Wasser. Dies damit das Gewicht im Flugzeug optimal verteilt werden kann, respektiv nicht überschritten wird, sonst kommt der Vogel nämlich nicht in die Luft. Erlaubt waren 10 Kilo pro Nase was natürlich ein Witz ist. Also mussten wir noch mal kräftig in die Taschen greifen um unser Übergepäck zu bezahlen. Als dann das Flugzeug landete musste ich zum ersten Mal kräftig schlucken. Unsere PC-7 sehen ähnlich aus. Noch vor ein paar Jahren hätte ich spätestens jetzt umgedreht und wäre mir ein Ticket für den Bus kaufen gegangen.
Während der Pilot am Kiosk kurz einen Eistee holen ging, wurde das Gepäck auf einen Handkarren geladen und zum Flugzeug gebracht. Neben dem Flugzeug standen ein paar Damen im karibischen Look, die winkten und sangen Abschiedslieder die einem Trauergesang glichen. Das Flugzeug hatte knapp 20 Plätze, das Handgepäck musste unter dem Sitz verstaut werden und als Klimaanlage wurden Fächer ausgeteilt. Ich schaute vom Fenster aus zu, wie ein Propeller nicht ansprang und ein Techniker daran herum fummelte bis es dann doch funktionierte. Die Piste war ein besserer Feldweg und der Pilot raste darüber, als würde er an einem Auto rennen teilnehmen. Wir haben bis dahin nicht gewusst, dass ein Flugzeug so schnell fahren kann und dachten das gehöre zum Start dazu, war aber nicht so. Der Flug war natürlich sehr unruhig und mein Magen fühlte sich nicht unbedingt entspannt an. Zum Glück ist alles gut gegangen, mittlerweile erinnern wir uns sogar mit einem Schmunzeln an diesen Flug. Hauptsache der Erlebnisfaktor bleibt hoch und schliesslich haben wir für den Preis ja wirklich etwas geboten bekommen….


Merci viel mal für alli Kommentare, mir freue üs immer wieder öpis vo deheime ds ghöre und hei scho es paar mal gredi useglachet. Bis bald wieder deheim.....

E gruess a alli

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